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Potsdam, 05.08.2011

Das Radfahren in Potsdam wird sicherer

Die neu gestartete Radfahrer-Sicherheitskampagne der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Polizei Potsdam, der Verkehrswacht, dem Allgemeinen deutschen Fahrradclub (ADFC) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat zum Ziel, die Unfallzahlen - vor allem schwerer Unfälle - zu senken, und die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer zu fördern.

Damit soll deutlich werden, dass Radverkehr fördern nicht nur heißt, Infrastrukturen auszubauen, sondern auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Wahrnehmung des Radfahrers zu steigern und somit ein fahrradfreundliches Klima zu schaffen.

Mit Hilfe der digitalen Anzeigentafeln wird an den Einfallstraßen von Potsdam ein großer Anteil der Autofahrer direkt angesprochen und dazu aufgerufen, den notwendigen Abstand zu Radfahrern einzuhalten und den Schulterblick nicht nur beim Fahrstreifenwechsel, sondern auch beim Aussteigen zu machen um herannahende Radfahrer frühzeitig wahrzunehmen. Die direkte Ansprache der Verkehrsteilnehmer durch Sprüche wie beispielsweise: „Dem toten Winkel keine Chance: Schulterblick!" ist der Einstieg in die Sicherheitskampagne und weist nicht nur auf Gefahren hin, sondern steigert die Wahrnehmung der Radfahrer als Verkehrsteilnehmer.

In der Sicherheitskampagne werden anlässlich der im letzten Jahr tödlich verunglückten Radfahrer durch sich öffnende Autotüren der Schulterblick vom Autofahrer sowie die Einhaltung des notwendigen seitlichen Abstands beider Verkehrsteilnehmer besonders betont. Neben den direkten Ansprachen auf den digitalen Anzeigentafeln sind weitere Aktionen im Herbst und im nächsten Frühjahr zum Start der neuen Fahrradsaison geplant.

Oberbürgermeister Jann Jakobs: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die umwelt- und stadtverträgliche Mobilität zu fördern und den Radverkehrsanteil in Potsdam zu steigern. Seit 2008 wird das Radverkehrsnetz systematisch ausgebaut, wobei die Sicherheit der Radfahrer im Vordergrund steht, so wird beispielsweise zu parkenden Fahrzeugen immer ein Sicherheitsabstand hergestellt. Wichtig ist auch, dass Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden. Niemand soll wegen eines Unsicherheitsgefühls auf das Radfahren verzichten müssen."

Marc Nellen, Vorstandsmitglied VCD Brandenburg: „Wir bedauern es sehr, dass es in jüngster Vergangenheit zu einigen Unfällen mit Fahrradfahrern aufgrund von unachtsamen Autofahrern gekommen ist. Der Schulterblick ist daher ein "muss" für jeden Autofahrer, bevor die Tür geöffnet wird. Darüber hinaus ist jedoch ein grundsätzliches Umdenken erforderlich: Auf der Straße gilt nicht das Recht des Stärkeren. Es ist vielmehr die Pflicht des Stärkeren - sprich: des Autofahrers - auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer - sprich: der Fahrradfahrer und Fußgänger - besondere Rücksicht zu nehmen. Zu dieser besonderen Rücksichtnahme gehört auch die Einsicht, nicht auf Radschutzstreifen und Gehwegen zu parken. Das unerlaubte Parken auf einem Radfahrstreifen führte im Herbst des vergangenen Jahres zu einem Unfall auf der Großbeerenstraße in Babelsberg, bei dem eine Radfahrerin ums Leben kam."

Hinweis der Polizei: Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich beim Ein- und Aussteigen so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen wird. Dies beinhaltet die Rückschau, den sogenannten Schulterblick und falls dieser für einen Überblick der Verkehrssituation nicht ausreicht, nur eine spaltweise Öffnung der Autotür. Weiterhin haben Radfahrer als auch der motorisierte Verkehr einen Sicherheitsabstand zum parkenden Verkehr einzuhalten. In der Regel wird ein Abstand von 50 cm als ausreichend angesehen.

Birgit Korth vom ADFC Brandenburg: „Die Sicherheitskampagne ist sehr wichtig, um die Verkehrssicherheit der Radfahrer zu steigern. An der gegenseitigen Rücksichtnahme und am Verständnis der Verkehrsteilnehmer füreinander muss gearbeitet werden. Die Hauptursache von tödlichen Fahrradunfällen sind Kollisionen mit Autos. Neben dem verstärkten Einsatz von elektronischen Erkennungssystemen, wie Abbiege- und Bremsassistenten, die den Kraftfahrer vor Radfahrern im Seitenraum warnen, wollen wir vor allem an die Verkehrsteilnehmer appellieren, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Der Radfahrer hat keine Schutzhülle, durch ausreichend Abstand zu Autofahrern und einem Schulterblick kann die Verkehrssicherheit dennoch stark gesteigert werden!"

Potsdam, 05.08.2011

Veröffentlicht von:
Stadtverwaltung Potsdam

Info Potsdam Logo 2011-08-05 10:07:17 Vorherige Übersicht Nächste


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