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Potsdam, 17.03.2023

Als die Demokratie starb.


Veranstaltungen zu 90 Jahre „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933

Mit einer Veranstaltungsreihe wird in der kommenden Woche in der Landeshauptstadt an den „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933 mit seiner Vorgeschichte und den Nachwirkungen gedacht. Oberbürgermeister Mike Schubert eröffnet die Reihe am Dienstag, 21. März, im Potsdam Museum im Rahmen einer Veranstaltung, die sich den Schauplätzen des Tags von Potsdam im Spiegel der Fotografie widmet. Hannes Wittenberg, stellvertretender Direktor des Museums beleuchtet in einem Vortrag das historische Ereignis anhand neu ermittelter Fotografien. Die Veranstaltungsreihe trägt den Titel „Als die Demokratie starb“ und geht dem schleichenden Prozess vor über 90 Jahren nach, als das nationalsozialistische Regime systematisch mittels zahlreicher Erlasse, Verordnungen und Gesetze, begleitet von Terror und allgegenwärtiger Propaganda, eine Diktatur etablierte.

„Der Blick auf die Vergangenheit“, so Oberbürgermeister Mike Schubert, „zeigt sehr deutlich, dass der 21. März 1933 durchaus ein wichtiger und höchst symbolischer Tag für die Festigung des NS-Staates s gewesen ist. Er war jedoch nur eine Etappe einer längerfristigen Entwicklung. Das wirft heute mehr denn je die Frage auf, wie wehrhaft gegenwärtige Demokratien sind. Diese zentrale Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltungsreihe und regt zum kritischen Nachdenken an“.

An der Themenreihe beteiligen sich die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, das Filmmuseum Potsdam, das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, der Lernort Garnisonkirche, das Moses-Mendelssohn-Zentrum, das Potsdam Museum, das Rechenzentrum Potsdam die Stiftung Garnisonkirche sowie die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße.

Der 21. März 1933 ist als „Tag von Potsdam“ in die Geschichte eingegangen. An diesem Datum wurde der neu gewählte Reichstag mit einem Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche feierlich eröffnet. Der Feierstunde mit Ansprachen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und des Reichskanzlers Adolf Hitler waren ein Gottesdienst für die evangelischen Abgeordneten in der Nikolaikirche und für die katholischen Abgeordneten in der Kirche St. Peter und Paul vorausgegangen.

Der „Tag von Potsdam“ wurde bald nach dem 21. März 1933 als symbolische Verbindung von konservativem Traditionsbewusstsein und nationalsozialistischem Erneuerungswillen propagiert und tradiert.


Veranstaltungen:

21. März | 17 Uhr | Vortrag
Die Schauplätze des Tages von Potsdam im Spiegel der Fotografie. Mit Hannes Wittenberg.
Ort: Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Am Alten Markt

21. März | 18 Uhr | Gespräch und Diskussion
Der Tag von Potsdam – Begräbnis der Demokratie 1933?
Die Veranstaltung widmet sich dem historischen Ereignis und fragt danach, welche Schlussfolgerungen heute daraus gezogen werden können. Mit Thomas Wernicke.
Ort: Landeszentrale für politische Bildung, Heinrich-Mann-Allee 107, Haus 17

22. März 2023 | 19 Uhr | Eröffnung und Performance
23. bis 26. März 2023 | 14 bis 17 Uhr
Rührt euch!
Sound- und Videoinstallation von der Künstlerin Annette Paul
Ort: Rechenzentrum Potsdam, ehemalige Kantine

23. März 2023 | 17 Uhr | Buchvorstellung und Ausstellung
ENTRECHTET
Das Schicksal von Ludwig Levy (1883-1966) und die Ausgrenzung von Juristen jüdischer Herkunft 1933 Präsentation des neuen Buches mit persönlichen Lebenserinnerungen über den Potsdamer Juristen und sozialdemokratischen Stadtverordneten Ludwig Levy. Anschließend: Eröffnung der Foyerausstellung „ENTRECHTET. Die Ausgrenzung von Juristen jüdischer Herkunft 1933“
Ort: Gedenkstätte Lindenstraße, Lindenstraße 54

23. März 2023 | 18:30 Uhr | Podiumsdiskussion
Die Potsdamer Garnisonkirche und die Errichtung der NS-Diktatur
Eine Podiumsdiskussion mit Autoren des Bandes „Der Tag von Potsdam“ (Verlag De Gruyter, 2023) Veranstalter: Moses Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Prof. Dr. Jens Flemming, Prof. Dr. Reinhard Mehring, Dr. Anna von der Goltz, Thomas Wernicke
Ort: Kosmos im Rechenzentrum

24. März 2023 | 18 Uhr | Vorträge und Diskussionen
Eine Stunde Missbrauch?
Widerreden gegen Mythen zum Tag von Potsdam Veranstalter: Lernort Garnisonkirche Dr. Matthias Grünzig, Prof. Dr. Manfred Gailus, Dr. Annette Leo, Prof. Dr. Philipp Oswalt,
Moderation: Dr. Achim Saupe (ZZF)
Ort: Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum, Veranstaltungssaal

26. März 2023 | 11 Uhr | Vortrag mit Filmbeispielen
Der Tag von Potsdam und die Medien
Mit Dr. Ralf Forster, Filmmuseum Potsdam
Ort: Filmmuseum Potsdam

21. bis 26. März 2023 | Zukunft der Erinnerungskultur
täglich 15 bis 18 Uhr außer Donnerstag
23. März 2023 | 17 bis 20 Uhr
26. März 2023 | 15 Uhr | Einführung und Information zur Anwendung
Die Virtual Reality Experience BLACKBOX skizziert ein Modell des KZ Oranienburg, an das heute nur noch ein Mauerstück und eine Gedenktafel erinnern. Dieses frühe KZ wurde am Tag von Potsdam in einer ehemaligen Brauerei mitten in Oranienburg von der SA errichtet. In der VR-Anwendung, die in der Ausstellung des HBPG ausprobiert werden kann, wird das KZ dabei nicht eins zu eins rekonstruiert, sondern künstlerisch verfremdet dargestellt.
Ort: Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9

21. bis 26. März 2023 | ganztägig
Glockenklang und Menschenmassen – Der Tag von Potsdam als historisches Ereignis und Gegenstand geschichtskultureller Debatten
Außerschulische Projekttage zum Tag von Potsdam Stiftung Garnisonkirche in Kooperation mit dem Potsdam Museum und dem Filmmuseum Buchbar nach Absprache ab März
Ort: Nagelkreuzkapelle und Potsdam Museum

Weitere Informationen unter: www.potsdam.de/tag-von-potsdamhttp://www.potsdam.de/tag-von-potsdam>

Potsdam, 17.03.2023

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

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