Navigation überspringen
Potsdam, 02.03.2023

Oberbürgermeister unterzeichnet Brandbrief zur Krankenhausfinanzierung


Brandbrief von Bürgermeistern: „Kommunen nicht die Lückenbüßer für verfehlte Krankenhausfinanzierung!“

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert gehört zu den Unterzeichnern eines gemeinsamen Schreibens von Bürgermeistern aus 19 Städten, die Trägerin eines kommunalen Klinikums der Maximalversorgung sind. Der Brief ist an Verantwortliche in Bund und Ländern adressiert und mahnt dringliche Reform- und Finanzierungsbedarfe an. Die verfehlte Finanzierung der Krankenhäuser drohe die Städte aufgrund der aktuellen und strukturellen Rahmenbedingungen zu überfordern. Diese erfordern derzeit häufig jährliche Defizitausgleiche in zweistelliger Millionenhöhe.

Die Landeshauptstadt Potsdam hat im aktuellen Entwurf des Haushalts für 2023 bis 2025 eine Summe von insgesamt 58,5 Millionen Euro für die anteilige Finanzierung des Klinikums Ernst von Bergmann eingeplant, um dieses finanziell zu stabilisieren.

Oberbürgermeister Schubert: „Kommunale Krankenhäuser der Maximalversorgung sind unverzichtbarer Bestandteil der stationären Gesundheitsversorgung und übernehmen zentrale Verantwortung in der Daseinsvorsorge. Sie haben insoweit eine Sonderrolle, als sie im Gegensatz zu vielen anderen Krankenhäusern weit über die Stadtgrenzen hinaus die Versorgung einer ganzen Region sicherstellen - ohne dabei staatlich finanziert zu sein. Kommunen wie auch Potsdam müssen - bei wegbrechenden Steuereinnahmen - häufig kurzfristig große Millionenbeträge in ihren Haushalten bereitstellen, damit die gesundheitliche Versorgung der Menschen weiter gewährleistet ist. Die Städte sind aber nicht auf Dauer die Lückenbüßer für eine strukturell verfehlte Klinikfinanzierung in Deutschland!“

Eines der grundlegenden Probleme sei unter anderem das Fallpauschalen-System, das offensichtlich nicht mehr trage und längst an seine Grenzen gestoßen sei. „Bund und Länder müssen hinsichtlich der kommunalen Krankenhäuser der Maximalversorgung endlich ihre Hausaufgaben machen und offenkundig bestehende Finanzlücken schnell und wirksam schließen. Die anstehende Krankenhausreform muss die Wende hin zu einer substantiellen Entlastung für Städte und Kommunen bringen, sonst springen die Verantwortlichen zu kurz – für das Personal und die Patienten der Krankenhauslandschaft wäre das ein fatales Signal.“

Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Ernst von Bergmann: „Es kann nicht Aufgabe einer kreisfreien Stadt sein, die Gesundheitsversorgung der gesamten Region aufzufangen, weil geltende Rahmenbedingungen seit Jahren dies wirtschaftlich nicht zulassen. Die Investitionen zum Beispiel in medizinische Infrastrukturen dienen einer ganzen Region und nicht nur dem Potsdamer Bürger. Damit diese Krankenhausreform gelingt, müssen die Kliniken auskömmlich finanziert werden - und müssen auch die zu erwartenden immensen Transformationskosten in das Reformkonzept gleich mit eingepreist werden. Hier sind Bund und Länder gefordert.

Am Ende geht es immer um die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung von Gesundheitsleitungen, die bürgernah erbracht werden müssen. Wir als Maximalversorger übernehmen dabei eine besondere Aufgabe. In jedem Flächenland stehen Kliniken unserer Aufgabenstellung in der Verantwortung, auch die sie umgebende Region mit zu versorgen. Mit dieser Aufgabe dürfen die kommunalen Träger nicht alleine gelassen werden.“

Aus Sicht der Trägerstädte kommunaler Krankenhäuser der Maximalversorgung bestehen in der aktuellen Krisensituation und bei den anstehenden Reformen folgende Zentralforderungen:

  • kurzfristig: Sicherstellung der Refinanzierung erheblicher Erlösausfälle sowie massiv gestiegener Energie- und Sachkosten, auch zur Sicherstellung der erforderlichen Liquidität,
  • künftig Einteilung der Krankenhäuser in klar abgegrenzte Versorgungstufen und -rollen mit korrespondierenden Abrechnungsmöglichkeiten und zugeordneten Leistungsgruppen,
  • keine Sonderregelungen oder -stufen für Universitätskliniken gegenüber kommunalen Maximalversorgern, einschließlich einheitlicher Versorgungs- und Abrechnungsmöglichkeiten für Krankenhausambulanzen als Ergänzung zum niedergelassenen Bereich,
  • auskömmliche Betriebskostenfinanzierung durch die Ergänzung adäquater Fallpauschalen um Vorhaltepauschalen, insbesondere zur Abdeckung der Kosten jederzeit vorgehaltener Versorgungsinfrastruktur in nicht planbaren Leistungsbereichen wie den Notaufnahmen,
  • Auflösung des milliardenschweren Sanierungsstaus in der Investitionsförderung durch erhöhte Mittelbereitstellung der Länder unter Beteiligung des Bundes,
  • reformierte Krankenhausplanung, die die regional vorzuhaltenden Kapazitäten der jeweiligen Versorgungsstufen und deren laufende und investive Finanzierung aufeinander abstimmt.
Potsdam, 02.03.2023

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

Info Potsdam Logo 2023-03-02 15:19:17 Vorherige Übersicht Nächste


492

Das könnte Sie auch interessieren:

Young Republic am 19. Juni live im Stern-Center Potsdam

Young Republic am 19. Juni live im Stern-Center Potsdam

Die bekannte Kinder-Pop-Band aus Österreich 16.06.26 - Am 19. Juni ist die österreichische Kinder-Pop-Band Young Republic im Stern-Center Potsdam zu Gast und bringt ein Live-Programm mit, das Musik, Tanz und Familien¬unterhaltung verbindet.Mit Young Republic kommt eine in ...
Verkehrsprognose für die Woche

Verkehrsprognose für die Woche

vom 15. bis 21. Juni 14.06.26 - Karl-Liebknecht-Straße Zur Sanierung der Bahnbrücke in der Karl-Liebknecht-Straße zwischen Schulstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße muss die Fahrbahn halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr wird in ...
Weltkriegsbombe an der Leipziger Straße in Potsdam gefunden

Weltkriegsbombe an der Leipziger Straße in Potsdam gefunden

Entschärfung ist am Dienstag, 16. Juni geplant. 11.06.26 - Eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe US-amerikanischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg ist auf einer Baustelle der Landeshauptstadt Potsdam an der Leipziger Straße gefunden worden. Um die Weltkriegsmunition ...
Tag der Müllabfuhr

Tag der Müllabfuhr

Potsdam sagt Danke 11.06.26 - Zum Tag der Müllabfuhr am 17. Juni 2026 bedankt sich die Landeshauptstadt Potsdam bei den Mitarbeitenden der Stadtentsorgung Potsdam GmbH (STEP) für die Abfallentsorgung in Potsdam. Mit ihrem täglichen Einsatz ...
Verkehrsprognose für die Woche

Verkehrsprognose für die Woche

vom 8. bis 14. Juni 2026 06.06.26 - Schlösserlauf Für den Schlösserlauf am 7. Juni 2026 sind temporäre Sperrungen in der Zeit von 8 Uhr bis  13 Uhr entlang der Laufstrecke in der Potsdamer Innenstadt notwendig. Betroffen sind folgende ...

 
Facebook twitter