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Potsdam, 20.02.2019

Neue Sonderausstellung im Potsdam Museum ab 23. Februar zu sehen


„Umkämpfte Wege der Moderne. Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914–1945“

Vom September 2018 bis Januar 2019 zeigte das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte die Sonderausstellung „Wilhelm Schmid und die Novembergruppe“ und präsentierte damit eine der prominentesten Künstlergemeinschaften der Weimarer Republik und ihren Hauptakteur Wilhelm Schmid (1892–1971). Die dort thematisierte Spannung zwischen den gesellschaftlichen Umbrüchen nach dem Ersten Weltkrieg und der vom Militarismus und Monarchismus geprägten Atmosphäre in der Stadt Potsdam wird der zweite Teil der Doppelausstellung, der am 23. Februar startet, nun kulturhistorisch beleuchten.

„Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914–1945“ widmet sich den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Schule, Stadtentwicklung und Militär in den beiden benachbarten und 1939 vereinigten Städten Potsdam und Babelsberg. „Mit mehr als 200 einzigartigen Objekten und annähernd 300 zum Teil unveröffentlichten Fotografien zeigt die Sonderausstellung, dass die Gegensätze zwischen der konservativen ehemaligen Residenz Potsdam und der Industriestadt Babelsberg als Sinnbild für die ‚gespaltene‘ Weimarer Republik gelten können“, sagt die Kuratorin der Ausstellung Dr. Wenke Nitz. Diese wurde sowohl von der politisch radikalen Rechten wie der radikalen Linken infrage gestellt, während Bürger aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten die Chancen ergriffen, die ihnen die Demokratie bot.

Die an ein breites Publikum gerichtete, multimedial aufbereitete Ausstellung erlaubt Einblicke in bisher kaum thematisierte Bereiche der Stadtgeschichte, wie den Kasernenbau, das Garnisonmuseum und die Vereinslandschaft, arbeitet aber auch einzelne Ereignisse auf wie den sogenannten Potsdamer Flaggenstreit oder den nationalsozialistischen Reichsjugendtag von 1932 im Luftschiffhafen. Sie bezieht den Ersten Weltkrieg als Vorgeschichte ebenso mit ein wie das Ende der demokratischen Phase durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten, die in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs mündete. In einem eigenen Raum zeigt sie, wie zeitgenössische bildende Künstlerinnen und Künstler Potsdam sahen und gestalteten. Die Bandbreite der Werke reicht von eher konventionell gehaltenen Einblicken in den städtischen Alltag bis zu veritablen Inseln der künstlerischen Moderne.

Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam Museums und Projektleiterin, betont: „Mit der Doppelausstellung ‚Umkämpfte Wege der Moderne‘“, werden die namensgebenden Disziplinen Kunst und Geschichte, für die das Potsdam Museum ein Forum ist, erstmals sehr eng aufeinander bezogen.“

Das zweiteilige Ausstellungsprojekt steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Institutionelle und private Förderinnen und Förderer ermöglichten die Umsetzung der Ausstellung und ihres Katalogs. Neben dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg dankt das Potsdam Museum der Ernst von Siemens Kunststiftung, den Potsdamer Bahnhofspassagen sowie dem Förderverein des Potsdam-Museums e.V.. Zahlreiche private Spenderinnen und Spender finanzierten die Restaurierung von Kunstwerken.

Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog, der mit kulturhistorischen Aufsätzen die „Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914–1945“ begleitet. 

 

Begleitprogramm

  • 7. März,18 Uhr: Lesung „Welch ein Glück, in dieser Zeit zu leben!“  Lesung aus den Lebenserinnerungen des Potsdamer Kunst- und Buchhändlers Karl Heidkamp mit Markus Wicke, dem Vorsitzenden des Fördervereins des Potsdam-Museums e.V., eingeleitet von Dr. Jan Kostka, Potsdam Museum
  • 13. März, 14 Uhr: Silver Salon „Wie entstand die aktuelle Sonderausstellung?“ mit der Kuratorin Dr. Wenke Nitz, Potsdam Museum
  • 25. April, 18 Uhr: Vortrag „Umkämpfte Zukunft. Potsdam als Spiegel der gespaltenen Republik“ mit der Kuratorin Dr. Wenke Nitz, Potsdam Museum
  • 27. April, 14 Uhr: „Vom Roten Kreuz zum Hakenkreuz“ - Führung über das Gelände des ehemaligen Präsidiums des DRK in Potsdam-Babelsberg 1937 bis 1945 mit Markus Wicke, dem Vorsitzenden des Fördervereins des Potsdam-Museum e.V. Treffpunkt: Südlicher Regionalbahnsteig Bahnhof Griebnitzsee
  • 3. Mai, 18 Uhr: Lesung „Das Mädchen Krümel“ von Martha Ludwig - Ulrike Beerbaum, Ensemblemitglied Hans Otto Theaters, liest aus den Lebenserinnerungen einer Babelsbergerin, in Kooperation mit dem Hans Otto Theater Potsdam
  • 16. Mai, 18 Uhr: Themenführung „Klohß, Heinrich, Kretschmann. Potsdamer Kunst der Zwischenkriegszeit“ mit Dr. Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam Museums
  • 23. Mai, 18 Uhr: Vortrag „Heimatschutz oder Neues Bauen?“ Wohnungsbau in Potsdam und Babelsberg 1918-1933 mit dem Potsdamer Architekturhistoriker Thomas Sander
  • 12. Juni, 14 Uhr: Silver Salon „Wohin steuerten die Potsdamer Verlage in den 1920er Jahren?“ mit Dr. Jan Kostka, Potsdam Museum
  • 7. Juni, 18 Uhr: Vortrag & Diskussion „Verfolgte Potsdamer Lehrkräfte im Nationalsozialismus“ mit Dr. Simone Ladwig-Winters, Berlin, und Dr. Jan Kostka, Potsdam Museum

Führungen

Kuratorenführungen

  • 28. Februar, 18 Uhr
  • 24. März, 14 Uhr
  • 23. Juni, 14 Uhr

Öffentliche Führungen

  • 14. April, 14 Uhr
  • 19. Mai, 14 und 16 Uhr
  • 13. Juni, 18 Uhr

Begleitprogramm im Filmmuseum Potsdam

  • 9. März, 19.30 Uhr: „Metropolis“ (R: Fritz Lang, 1924)
  • 13. April, 19.30 Uhr: „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ (R: Phil Jutzi, 1929)
  • 18. Mai, 19.30 Uhr: „Westfront 1918“ (R: G.W. Pabst, 1930)
  • 22. Juni, 19.30 Uhr: „Flötenkonzert von Sanssouci“ (R: Gustav Ucicky, 1930)

Zusätzlich bietet das Potsdam Museum Workshops und Führungen für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 an. Kontakt unter: museumspaedagogik-pm@rathaus.potsdam.de

Potsdam, 20.02.2019

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

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