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Potsdam, 06.02.2009

"Cocoon Child" in der Generation Kplus der 59. Berlinale

06.02.2009 - Am kommenden Dienstag feiert Sonja Rohleders Trickfilm Cocoon Child, der im vergangenen Jahr an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ entstand, im Rahmen der diesjährigen Berlinale seine Welturaufführung. Der Film läuft in der Sektion „Generation Kplus“ im Wettbewerb.

Cocoon Child ist ein ebenso zauberhafter wie sinnlicher Film über die Welt von Emma, einem autistischen kleinen Mädchen. In poetischen Bildern gelingt es Sonja Rohleder einen der seltenen Momente einzufangen, in denen sich Emmas fantastische Welt einen Augenblick mit der unsrigen verbindet.

Die Idee zum Film entstand während eines Workshops bei Prof. Gil Alkabetz. Die Animationsklasse sollte sich filmisch einem Gegenstand nähern, der sich - einer inneren Logik folgend – aus sich selbst heraus erklärt und entwickelt.

Sonja Rohleder erinnert sich an ein Buch - „Nobody Nowhere“ von Donna Williams. Eindrucksvoll beschreibt hier die Autorin ihre autistische Kindheit. Es ist die starke optische Komponente des Gelesenen, das die Filmemacherin fasziniert. Autisten sind Menschen mit einer sehr komplexen und zerbrechlichen inneren Welt. Ihre Wahrnehmung folgt eigenen Gesetzen, was es Nicht-Autisten so schwierig macht, mit ihnen zu kommunizieren. Raum und Zeit, Sehen, Hören, Fühlen, etablieren einen für Nicht-Autisten verschlossenen mehrdimensionalen Kosmos. Alles und nichts wird möglich.
Sonja Rohleder sprach mit Fachleuten wie Betroffenen und ihre Recherchen flossen in die Bilder und Klänge (Musik: Stefan Maria Schneider und Nils Frahm) mit ein, die in Cocoon Child so nachhaltig wirken und beeindrucken.

Prof. Frank Geßner: „Cocooning – Verpuppung - beschreibt heutzutage ein Lebensgefühl, abgekapselt von Gesellschaft und Öffentlichkeit. In diesem Kontext verstehe ich den Film als einen Gegenentwurf, als die poetische ENT-Puppung dieses Zeitgeist-Phänomens". „Ein kleines Gesamtkunstwerk.“, lobt Prof. Christina Schindler. „Wie Mutter und Kind im Film letztlich über die Phantasie und die Kraft ihrer Imagination einen Weg finden, sich zu begegnen, das ist für mich eine wunderbare Aussicht, die der Film jungen Zuschauern eröffnet.“

Sonja Rohleder wurde 1982 in Zwickau geboren. Seit frühester Kindheit liebt sie Trickfilme. Schon als Schulkind hat sie gerne und viel gezeichnet. Nach dem Abitur arbeitete sie unter anderem als Illustratorin bei Comic-Verlagen. Zeitgleich entstanden erste Animationen, Zeichen- und Puppentrickfilme. 2003 begann sie ihr Animations-Studium an der HFF. Hier entstand 2006 nach kleineren Übungen ihr Vordiplomfilm „Inbetween“, eine Medieninstallation für das Berliner Bertelsmann-Gebäude. Während der CUC-HFF Sommerakademie entstand 2008 in Peking der Trickfilm "ni chi le ma", den sie gemeinsam mit einer Kommilitonin animierte. In wenigen Wochen wird Sonja Rohleder ihr Studium beenden. Eine Idee für ihr nächstes Projekt hat sie schon.

Potsdam, 06.02.2009

Veröffentlicht von:
HFF Hochschule für Film und Fernsehen

Info Potsdam Logo 2009-02-06 11:17:47 Vorherige Übersicht Nächste


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