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Potsdam, 08.02.2012

Baaske: Bundesfreiwilligendienst in Brandenburg gut gestartet

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) kann „ein starker Teil unseres Bürgerengagements werden“. Davon zeigte sich heute Sozialminister Günter Baaske bei Gesprächen in zwei BFD-Einsatzstellen überzeugt. In Wildau (LDS) besuchte er das AWO-Seniorenheim, in Kleinmachnow (PM) die Freie Waldorfschule. Baaske: „Der neue Dienst  wird gut angenommen. Natürlich gibt es bei der Umsetzung des BFD noch einige Anfangsschwierigkeiten. Bei jungen Freiwilligen kann es eine Konkurrenz mit dem Freiwilligen Sozialen und dem Ökologischen Jahr geben. Zahlenmäßig konnte der Verlust an Zivildienstplätzen bisher nicht ausgeglichen werden. Aber es kam dadurch zu keinem ´Notstand` in den Einrichtungen.“ Insgesamt sieht er die Entwicklung des BFD in Brandenburg positiv.

In der Waldorfschule arbeitet Lion Alexander Schulze (22), in Wildau engagieren sich Pauline Paetel (19) und Yannis Lassal (19). Sie gehören zu den 1.060 Männern (519) und Frauen (541), die mit Stand vom 07. Februar 2012 in Brandenburg im BFD tätig sind. 697 davon sind älter als 26. Das entspricht einem Anteil von 65 Prozent; der Bundesdurchschnitt liegt bei nur 26 Prozent. Zum Vergleich: Im März 2009 waren in Brandenburg noch etwa 1.800 Zivildienstleistende im Einsatz, im März 2011 aber nur noch etwa 1.000.

Der BFD ist ein reines Bundesprogramm, in dessen Verantwortung die Umsetzung liegt. Das Brandenburger Sozialministerium begleitet das Programm politisch und strategisch. Baaske: „Wir wollen, dass es funktioniert, denn es ist im Interesse der Teilnehmenden, der Träger und der vielen Tausend Menschen, die davon tagtäglich profitieren. Dabei ist es mir völlig egal, welcher parteipolitische Stempel auf dem Programm steht.“

Der BFD wird seit 01. Juli 2011 angeboten. Die Einsatzdauer beträgt in der Regel 12 Monate (mindestens 6, höchstens 24) bei wöchentlich mindestens 20 Stunden Einsatz z. B. im Sozialbereich oder Umweltschutz (weitere Fakten im Anhang).

Günter Baaske: „Der Zivildienst war ein Pflichtdienst. Viele junge Männer haben sich dabei herausragend engagiert und auch gute Weichen für ihr späteres Leben gestellt. Der BFD ist dafür kein Ersatz, sondern eine Neuentwicklung. Er bietet den Beteiligten mehr Freiheit und Auswahlmöglichkeiten. Er ist offen für Frauen und Männer, für junge Menschen ebenso wie für Seniorinnen und Senioren.“

Viele Sozialträger hatten mit Abschaffung des Zivildienstes befürchtet, es werde ein Notstand z. B. in Pflegeeinrichtungen entstehen. Baaske: „Diese Position hatte ich nie geteilt, denn das Sozialsystem durfte nie von den Zivis abhängen. Es kam nicht zum Notstand. Das ist sicherlich auch den Trägern zu verdanken, die sich – zwangsweise - schnell auf die neue Situation eingestellt haben. Insgesamt läuft der Aufbau des BFD deutlich besser als erwartet.“

Bundesweit sind derzeit 30.330 BFD-Freiwillige im Einsatz. Die Zielzahl von 35.000 wird bald erreicht sein. Dafür stehen rd. 250 Mio. Euro im Bundeshaushalt zur Verfügung. Bereits jetzt fordern Träger eine Aufstockung. Baaske: „Wer mitmachen will, soll es können. Notfalls muss mehr Geld eingestellt werden. Insbesondere für junge Menschen geht es hierbei auch um Berufsorientierung.“

Trotz der guten BFD-Entwicklung blieben die Zahlen für FÖJ und FSJ in Brandenburg stabil. Baaske: „Um Doppelstrukturen zu vermeiden ist es jedoch sinnvoll, eine Zusammenführung der verschiedenen Dienste zu diskutieren.  Zugleich darf der BFD nicht das traditionelle Ehrenamt, das bewusst auf Bezahlung verzichtet, verdrängen. Immerhin sind 33 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger darin aktiv. Damit belegt Brandenburg bei der Engagementquote den Spitzenplatz unter den neuen Bundesländern.“

Potsdam, 08.02.2012

Veröffentlicht von:
Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie

Info Potsdam Logo 2012-02-08 13:15:35 Vorherige Übersicht Nächste


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