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Potsdam, 09.01.2012

Ökofilmtour 2012 – 7. Brandenburger Festival des Umwelt- und Naturfilms

Bereits zum 7. Male startet am 12. Januar im Filmmuseum Potsdam die Ökofilmtour, das „längste Filmfestival Deutschlands“, das bis Mitte April durch rund 70 Festivalorte im Land Brandenburg touren wird. Wie in den Jahren zuvor ist der Aufruf an die Filmemacher, Fernsehstationen und Verleihfirmen auch diesmal auf eine große Resonanz gestoßen – 120 Einreichungen, aus denen 41 Filme und 8 Kurzfilme für den Wettbewerb und ein alle Altersstufen erreichendes Programm zusammengestellt wurden. Wieder konnten viele Filmemacher, Wissenschaftler, Experten im Umwelt- und Naturschutz und Politiker für begleitende Zuschauergespräche gewonnen werden.

Themen wie globaler Klimawandel, Atomausstieg, Mobilität, Gesundheit, Konsum, Frieden oder menschenwürdige und umweltverträgliche Globalisierung, Artenschutz, Biodiversität oder Gefahren der Gentechnik stoßen auf das Nachdenken über soziale Probleme, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt. Sensibilisierung für Natur und Umwelt schließt eben das Zusammenleben der Menschen in ihrer Verbindung zur Umwelt mit ein. Dort, wo kein sozialer Friede herrscht, wird auch die Natur bedrängt und andererseits legt Umweltzerstörung die Grundlage für soziale Konflikte. Der Film schafft es wie kaum ein anderes Medium, diese Wechselwirkungen hervortreten zu lassen. Die Organisatoren – der Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz e. V. in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk Brandenburger Umwelt- und Naturschutzvereine und ehrenamtlicher Initiativen – freuen sich auf die Begegnung mit den Filmen und einem diskussionsfreudigen Publikum.

Das Programm:

12.1. 18:00   
Auftakt mit Anita Tack (Umweltministerin), Dr. Reinhard Schmook (Oderlandmuseum Bad Freienwalde) Anschließend: Bilderbuch – entlang der Oder zur Neiße (Ausschnitt)
R: Marina Farschid, D 2009, 20‘ und Szene aus dem Theaterstück "Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer" (Theater am Rand, Zollbrücke)

20:00    Energieland R: Johanna Ickert, D 2011, Dok., 85‘ Anschließend: Diskussion mit Anita Tack (Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz), Johanna Ickert (Regisseurin), Monika Griefahn (Umwelt- und Kulturpolitikerin), Dr. Wolfgang Rolland (Geschäftsführer der Vattenfall Europe Carbon Storage GmbH), Ulf-Michael Stumpe (Bürgerinitiative CO²ntra aus dem Oderbruch) Moderation: Cornelia Klauß (Bundesverband kommunale Filmarbeit) Eintritt: 3 €

13.1. 18:00   
Generation Kunduz – Der Krieg der Anderen
R: Martin Gerner, D 2011
Dok., 80‘ Anschließend: Diskussion mit Martin Gerner (Regisseur) und Dr. Almut Wieland-Karimi (Zentrum für Internationale Friedenseinsätze) Moderation: Ernst-Alfred Müller (FÖN e.V.) Eintritt: 3 €

21:00   
Schlafkrankheit
R: Ulrich Köhler, D: Pierre Bokma, Jean-Christophe Folly, Jenny Schily, D/F/NL 2011, 90‘ Eintritt: 3 €


Die Filme:
Energieland R: Johanna Ickert, D 2011
In welchem Verhältnis stehen Demokratie und Wirtschaft? Der Film zeigt die Lausitz und Ostbrandenburg am Beispiel der CO²-Speicherung als zerrissene Region: Bürgerinitiativen, die sich wütend in den Kampf David gegen Goliath werfen, weil sie ihre Heimat gefährdet sehen und Vertreter des Energieriesen Vattenfall, ebenfalls um die Zukunft der Region bemüht – nur mit ganz anderen Vorstellungen. Der Film entstand in einer Kooperation des Konzerns mit der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. Der jungen Regisseurin wurde freie Arbeit zugesagt.

Generation Kunduz – Der Krieg der Anderen
R: Martin Gerner, D 2011
Fünf junge Afghanen am Ort des verheerenden deutschen Luftangriffs von 2009: Mirwais (10) redet über Krieg und Frieden fast wie ein Erwachsener. Lokalreporterin Nazanin kämpft für Gleichberechtigung, obwohl sie eine Burka tragen muss. Student Hasib träumt von freien Wahlen. Ghulam und Khatera drehen mitten im bewaffneten Konflikt einen Spielfilm. Die Seelenlage einer jungen Generation, die zwischen Taliban und ausländischem Militär aufwächst und sich nach Neuanfang sehnt. Ständig ist dieser Aufbruch gefährdet.

Schlafkrankheit
R: Ulrich Köhler, D/F/NL 2011
Seit fast 20 Jahren lebt das Paar Ebbo und Vera Velten in Afrika. Als Arzt erfolgreich im Kampf gegen die Schlafkrankheit, soll er sein Leben in Kamerun aufgeben. Denn Vera leidet unter der Trennung von Tochter Helen, die in Deutschland im Internat lebt. Aber ihm ist dieses Land fremd geworden. Drei Jahre später: Alex Nzila, ein schwarzer Arzt aus Paris, soll im Auftrag der WHO das Schlafkrankheitsprojekt überprüfen. Afrika erlebt er als Fremder. In Kamerun trifft er auf Ebbo, der die Rückkehr nicht geschafft hat, und sich verleugnen lässt. Für Ebbos neue, afrikanische Familie ist er aber auch nur Gast und Geldgeber. Ein dramatisches Ende scheint vorprogrammiert in diesem Film, der über europäische Hilfe für Afrika neu nachdenken lässt. In Zeiten der Globalisierung ist bloßer Geldtransfer oft Ursache für Staatsverschuldung und soziale Armut, während er reiche Eliten im Land korrumpiert.

Potsdam, 09.01.2012

Veröffentlicht von:
Filmmuseum Potsdam

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