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Potsdam, 04.07.2017

Nachhaltiges Potsdam 2050 - die Weichen werden gestellt

Die Landeshauptstadt Potsdam wird bis Ende August 2017 den Masterplan 100% Klimaschutz 2050 erarbeiten. In einer Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung am 5. Juli 2017 werden die wesentlichen Ziele und Strategien für das klimaneutrale Potsdam genannt. Darüber informierte Oberbürgermeister Jann Jakobs mit den Gutachtern Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Gregor Weyer von der Gesellschaft Luftbild Umwelt Planung heute die Öffentlichkeit.

„Wir wollen mit dem Masterplan die Weichen stellen für wichtige Zukunftsthemen, wie zum Beispiel Gesunde und bedarfsorientierte Verkehrsentwicklung und sozialverträgliches Bauen und Sanieren“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs. Desweiteren gehören auch die Aufgaben fossilfreie Energieversorgung, kosten- und energiesparende Planung und Bauweise, Erhalt von Schutzgütern, Stärkung der regionalen Wirtschaftsentwicklung und Förderung des Umweltbewusstseins zu den Herausforderungen im Masterplan Klimaschutz. Die Erarbeitung des Gutachtens erfolgt durch ein Konsortium von Fachexperten unter Leitung der BLS Energieplan GmbH.

Die Federführung für das Projekt liegt in der Landeshauptstadt Potsdam bei der Koordinierungsstelle Klimaschutz. Diese steht seit Juni 2017 unter der Leitung der Diplom-Ingenieurin Cordine Lippert. Sie wird durch den Klimamanager der Landeshauptstadt, den Umweltgeographen Christian Rohrbacher, unterstützt. Bis 2020 ist für den Masterplanprozess eine umfangreiche finanzielle Förderung durch das Bundesumweltministerium gesichert.

Nach dem Willen der Verwaltung soll mit der Umsetzung sofort begonnen und diese langfristig etabliert werden, um die Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen. Diese sind ambitioniert: Das wesentliche Ziel ist ein Minus von 95 Prozent des Treibhausgasausstoßes zwischen 1990 und 2050. Bis zum Bilanzjahr 2014 wurden bereits ca. 40 Prozent Einsparung erreicht. Hauptursachen für den Rückgang sind die Umrüstung des Heizkraftwerks der EWP Mitte der 1990er-Jahre, die Gebäudesanierung der vergangenen 20 Jahre und – zum kleineren Teil – eine Reduktion im Kraftstoffverbrauch.

In der Zukunft liegen die größten Potenziale für weitere Reduktion in der weiteren Gebäudesanierung, dem Verkehrsbereich, der Einbindung von Erneuerbaren Energien in die Fernwärme, der integrierten Planung auf Quartiersebene und nicht zuletzt im Erhalt und der Renaturierung von Grün- und Moorflächen in Potsdam. Diese Maßnahmen haben jedoch einen Horizont bis ca. 2030 und genügen allein nicht, um die Ziele zu erreichen. Dafür sind zum einen ineinandergreifende Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene nötig, zum Beispiel Anpassungen im Sanierungsrecht und praktikable Förderung sozialen Wohnraums. Zum anderen müssen zwischen 2030 und 2050 Potenziale gefunden und gehoben werden, die heute noch nicht wirtschaftlich machbar sind. Dafür braucht es neue Technologien und Organisationsformen.

Potsdam, 04.07.2017

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

Info Potsdam Logo 2017-07-04 09:03:45 Vorherige Übersicht Nächste


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