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Potsdam, 07.09.2012

Die Andere kritisiert Verdrängung der WagenHausburg

Die Fraktion Die Andere kritisiert den Umgang der Stadtverwaltung mit der auf Hermannswerder ansässigen WagenHausburg. Der geplante Verkauf des Grundstückes zum möglichen Höchstpreis stellt einen Wortbruch der Stadtverwaltung gegenüber dem alternativen Wohnprojekt dar.

Der Stadtamtsplanungsleiter Andreas Götzmann hatte im Hauptausschuss am 20.06.2012 auf Nachfrage ausdrücklich zugesagt, mit den Bewohnenden der WagenHausburg über alle Verbleibalternativen im Gespräch zu bleiben. Der aktuelle Vorschlag der Verwaltung schließt jedoch einen mittel- oder längerfristigen Verbleib der WagenHausburg aus. Die Stadtverwaltung hat dem Projekt nicht einmal mögliche Konditionen für einen Erbbaupachtvertrag unterbreitet. Auch der Auftrag der Stadtverordnetenversammlung, einerseits die Verwertungsabsichten zu spezifizieren aber auch langfristige Möglichkeiten des Verbleibs der WHB am jetzigen Standort ernsthaft zu prüfen, wurde nicht erfüllt. Offenbar will die Verwaltung mit ihrem aktuellen Antrag ihren eigenen politischen Willen durchsetzen. Bereits der heutige Standort auf Hermannswerder wurde dem WagenHausburg-Projekt als Ersatzobjekt für die dauerhafte Umsetzung eines alternativen Wohnprojektes angeboten. Der aktuelle Mietvertrag enthält eine Klausel, dass nach seinem Ablauf über den Abschluss eines Erbbaupachtvertrages verhandelt werden soll. An diese vertragliche Passage kann oder will sich der Oberbürgermeister offenbar nicht mehr erinnern.

Das nunmehr angebotene Grundstück in Golm (Kuhforter Damm) entspricht nicht den Bedürfnissen des Projekts. Der hohe zeitliche Aufwand für die Bauarbeiten und die dezentrale Lage würde die soziokulturellen Angebote des Projektes und damit seinen Charakter langfristig in Frage stellen. Die Fraktion Die Andere kritisiert die Verdrängungspolitik und Verwertungslogik der Rathauskooperation, die Potsdam zum Wohnort für Besserverdienende entwickeln will. Mit der WagenHausburg soll eine weitere Enklave bezahlbaren Wohnens in der Landeshauptstadt zugunsten exklusiven Wohnens für Besserverdienenden verdrängt werden.

Augenscheinlich ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bei der Potsdamer Stadtverwaltung noch immer nicht ins Bewusstsein gerückt. Auf Hermannswerder wird die geplante Grundstücksverwertung nicht nur die WagenHausburg betreffen, sondern mittelfristig auch benachbarte Sozialprojekte und Kleingärten gefährden. Der Wortbruch der Stadtverwaltung gegenüber der WagenHausburg wird das angespannte Verhältnis zwischen alternativen Wohnprojekten und der Stadtspitze weiter belasten.

Arndt Sändig
Stadtverordneter

Potsdam, 07.09.2012

Veröffentlicht von:
Die Andere

Info Potsdam Logo 2012-09-07 12:13:19 Vorherige Übersicht Nächste


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