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Potsdam, 21.08.2018


Landeshauptstadt Potsdam

Der Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018 ist ein Höhepunkt des diesjährigen Europäischen Kulturerbejahres 2018 und steht unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“. Unter den Denkmalen, die in diesem Jahr geöffnet sind, sind Kirchen, Villen, Museen, Wohnhäuser und andere historisch bedeutende Orte, die in vielen Fällen für die Öffentlichkeit sonst verschlossen bleiben. Denkmalbesitzer, Architekten und Restauratoren laden wieder zu Führungen, Vorträgen und interessanten Gesprächen ein. Der „Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V.“ beteiligt sich ebenfalls am Tag des offenen Denkmals. Er wurde 1992 mit dem Anliegen gegründet, sich für den Erhalt der baulichen Substanz des Stadtteils einzusetzen und die böhmische Tradition zu pflegen und weiterzutragen.

Den Befehl, eine Kolonie für böhmische, aufgrund ihres evangelischen Glaubens verfolgte Weber und Spinner zu bauen, gab Friedrich II. im Jahr 1750. Nach 17 Jahren hatte „Nowawes“ – direkt neben der Ortschaft „Neuendorf“ gelegen – 205 Häuser und etwa 1100 Einwohner, davon 228 Böhmen. Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert blühten Nowawes und Neuendorf zum größten Industriestandort im Landkreis Teltow auf. 1862 erhielten sie sogar eine gemeinsame Bahnstation. 1907 vereinigten sich die beiden Orte unter dem Namen „Nowawes“. 1924 erhielt Nowawes Stadtrecht. 1938 kam es zur Vereinigung von Neubabelsberg mit Nowawes unter dem Namen „Babelsberg“ und 1939 wurde Babelsberg schließlich in die Stadt Potsdam eingemeindet.

In den 1980er-Jahren drohten die alten Gebäude immer mehr zu verfallen und das historische Erbe in Vergessenheit zu geraten. Dies nahmen die engagierten Bürger zum Anlass, den „Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V.“  zu gründen. Im Herzen von Babelsberg befindet sich das Stadtteilmuseum „Nowaweser Weberstube“, das 1999 auf Initiative des Förderkreises, der Evangelischen Kirchengemeinde und des Sanierungsträgers Stadtkontor mit Hilfe von ABM-Kräften eingerichtet wurde. Es ist eines der insgesamt drei Stadtteilmuseen, zu denen noch das Jan-Bouman-Haus im Holländischen Viertel sowie das Museumshaus „Im Güldenen Arm“ zählen, die in dieser Zeit aufgebaut wurden, um die Geschichte der Stadtteile aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In dem liebevoll restaurierten barocken Kolonistenhaus wird über das Leben der ersten Bewohner berichtet. Ausgestellt werden Arbeitsgeräte der Weber: ein großer Webstuhl, Spinn- und Spulrad sowie Schiffchen und Spulen. Außerdem finden Sie Interessantes zur späteren Industrialisierung des Stadtteils und zur Sportgeschichte. Einmal im Monat stellt der Verein im Rahmen der „Babelsberger Köpfe“ bekannte Persönlichkeiten oder Institutionen aus Babelsberg vor. Hinzu kommen Stadtteilführungen und Erkundungen durch das alte Nowawes für Erwachsene und Kinder an. Schulklassen können darüber hinaus im Rahmen einer Stadtteilrallye etwas über das frühere Leben der Babelsberger lernen. Derzeit hat der Verein 54 Mitglieder.

Die Nowaweser Weberstube ist am Tag des offenen Denkmals von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Um 14 Uhr startet von dort aus eine Führung durch das Zentrum des alten Nowawes.

Kontakt zum Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V. per E-Mail unter fk-boehmisches-dorf@t-online.de oder über die Website http://www.boehmisches-dorf-nowawes.de.

 

Potsdam, 21.08.2018

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