Dort am Alten Markt, wo die Sankt Nikolai Kirche mit ihrer markanten Silhouette das Potsdamer Stadtbild prägt, befand sich bereits seit dem 13. Jahrhundert ein heiliger Ort. Das ursprüngliche Gotteshaus, die Marienkirche, war ein gotischer Bau, der über Jahrhunderte mehrfach vergrößert und umgebaut wurde. Um 1600 wurde aus der Marienkirche die Katharinenkirche, die 120 Jahre später endgültig abgerissen wurde. Nach Ideen von
Friedrich Wilhelm I. und der Planung des Baumeiters Philipp Gerlach, begannen 1724 die Baumaßnahmen für die barocke Stadtkirche Sankt Nikolai. Die neue Kirche hatte die Form eines griechischen Kreuzes, über das sich an der Nordseite ein mächtiger Turm erhob.
Friedrich II.’’italienisierte’’ die Kirche und ließ 1752/54 nach dem Vorbild der römischen St. Maria Maggior vor dem südlichen Kreuzarm eine Schaufassade vorsetzen. In Zusammenarbeit mit
Manger soll
Knobelsdorff die Entwürfe erarbeitet haben, während
Boumann und Hildebrant die Ausführung leiteten. Die Künstler Glume, Benckert und Heymüller schufen den reichen Relief- und Figurenschmuck, der Allegorien auf die christlichen Tugenden darstellte. Zusammen mit dem von van Loo geschaffenen Gemälde über dem Hauptportal symbolisierten sie den Glauben. Durch menschliches Versagen bei Reparaturarbeiten wurde die Sankt Nikolai Kirche am 3. September 1795 ein Raub der Flammen.
Der Wiederaufbau ließ dann 35 Jahre auf sich warten, bis Karl Friedrich
Schinkel’s Pläne für den Neubau im Jahre 1830 in die Tat umgesetzt wurden.
Schinkel sah die neue Kirche als klassizistischen Zentralbau mit einer hohen Tambourkuppel. Leider erlebte
Schinkel die Vollendung „seines Werkes“ nicht mehr. Zu seinen Lebzeiten kam es nur zur Fertigstellung des würfelförmigen Baukörpers mit Giebeldreieck. Nach dem Tode Friedrich Wilhelms III. im Jahre 1840 wurde es möglich,
Schinkels Pläne zu verwirklichen. Die Sankt Nikolai Kirche erhielt ihre charakteristische Kuppel. Um das gewaltige Gewicht der Kuppel abzufangen, konstruierte Ludwig
Persius zur Stabilisierung seitliche Ecktürme um die Kirche, die gleichzeitig die Glocken aufnahm. Aber auch
Persius erlebte nicht die Fertigstellung. Als er 1845 starb, übernahmen August Stüler und Emil Prüfer die Bauaufsicht und vollendeten das Bauwerk. Am 24. März 1850 war es endlich soweit, die Sankt Nikolai Kirche wurde in ihrem endgültigen Erscheinungsbild eingeweiht.