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Potsdam, 21.03.2013

Steigende Nachfrage nach Gewerbeflächen in Potsdam

Die Landeshauptstadt Potsdam verzeichnet als wachsende Stadt weiter ein ungebrochenes Beschäftigungswachstum. Die vorliegenden Zahlen bestätigen die Beschäftigungsprognose 2008 bis 2020 des Deutschen Instituts für Urbanistik, die zur Berechnung des Gewerbeflächenbedarfes herangezogen wurde. Unverändert ist auch die positive Entwicklung in der Potsdamer Gewerbestatistik. Der Gewerbegründersaldo liegt weiterhin im Plus. Am Ende des 4. Quartals 2012 waren 12.813 Gewerbebetriebe in Potsdam angemeldet.

„Potsdam hat gute Chancen, das hohe Niveau und die erfreuliche Dynamik der Beschäftigung zu halten", sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs und verweist bei seiner Einschätzung auf die vorliegenden Ergebnisse aus der aktuellen Befragung von 200 Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten. Jeweils die Hälfte der befragten Unternehmen beabsichtigen, neues Personal einzustellen bzw. ihre Belegschaft halten zu wollen. Ähnlich sieht es bei den Investitionsabsichten aus. 46 Prozent der Unternehmen signalisieren eine Erhöhung ihrer Investitionen. 48 Prozent wollen das Investitionsniveau halten. Für den Oberbürgermeister sind das: „Positive Signale und gute Aussichten, dass sich die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiter entspannt und die Wirtschaftskraft wächst."

Diese erfreuliche Entwicklung hat aber auch ganz offensichtlich ihren Preis und macht die Ambivalenz der Situation deutlich. Der Druck auf dem Immobilienmarkt wächst. Das überschaubare Angebot nutzbarer Flächen in der wachsenden Stadt kann die Konkurrenz zwischen Gewerbe- und Wohnnutzungen nur schwer auflösen. Viele Unternehmen sehen die Kehrseite der positiven Entwicklung und beurteilen den Stand bei den Immobilienpreisen und die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen kritisch.

Die Landeshauptstadt reagierte im vergangenen Jahr entsprechend. Am 4. April 2012 hat die Stadtverordnetenversammlung das Gewerbeflächensicherungskonzept beschlossen, um auf diese Weise 40 Standorte mit einem Gesamtvolumen von 82,8 ha als „gewerbliche Potenzialflächen 2020 (P 20-Flächen)" zu sichern. Diese Flächen sind mit ihrem besonders hohen Nutzungspotenzial für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Potsdam unverzichtbar. Auf Grund ihrer Nutzungseigenschaften, ihres Zustandes, der preislichen Situation und planungsrechtlicher Aspekte sind die P 20-Flächen besonders geeignet, in wichtigen Nutzungssegmenten den prognostizierten Gewerbeflächenzusatzbedarf in der Landeshauptstadt Potsdam bis 2020 bedienen zu können.

Im zurückliegenden Jahr ist eine deutliche Steigerung der Nachfrage von Unternehmen nach Gewerbeflächen in Form von Baugrundstücken zu verzeichnen. Die größte Nachfrage besteht weiterhin nach Gewerbeflächen für höherwertiges Gewerbe, einschließlich Dienstleistungen (Standorttyp „Höherwertiges Gewerbegebiet/Gewerbepark").

Der Verkauf bzw. die Inanspruchnahme von P 20-Flächen für gewerbliche Nutzungen bestätigen das. Im Bilanzzeitraum 02/2012-02/2013 wurden 6,3 ha P 20-Flächen für Gewerbe aktiviert. Damit wurden in den vergangenen zwölf Monaten zahlenmäßig weitaus mehr Gewerbeflächen bereitgestellt als im gesamten Zeitraum von 2009 bis 2011. Räumlich konzentriert sich diese Entwicklung insbesondere auf das Bornstedter Feld, das Gewerbegebiet Babelsberg und das ehemalige Areal des RAW.

Es ist aber auch zu konstatieren, dass drei P 20-Flächen mit insgesamt 3,8 ha im Bilanzzeitraum verloren wurden. Gegen eine gewerbliche Nutzung wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Familien- und Sportbades am Brauhausberg, der Verlagerung der Tennisanlage an den Standort H.-Mann-Allee/Wetzlarer Bahn und der Ausschreibung für eine Tierbetreuungseinrichtung auf dem SAGO-Gelände entschieden. Problematisch sind diese Entscheidungen vor allem auch deshalb, weil sich im Flächensegment „höherwertiges Gewerbegebiet/Gewerbepark", der für Potsdam sehr wichtig ist, die Angebotssituation dadurch weiter verschlechtert hat.

Offen ist noch die Entscheidung zur P 20- Fläche „Gewerbegebiet Kirchsteigfeld" mit 7,6 ha. Aktuell befasst sich die SVV mit einem Antrag zur Änderung des Nutzungskonzepts und des Bebauungsplans. Hier handelt es sich um eine Fläche, die erst 2011 per Beschluss der SVV zum „Schwerpunkt der städtischen Wirtschaftsförderung" erklärt wurde und für die gerade der Bebauungsplan geändert wird, um Voraussetzungen für eine kleinteilige gewerbliche Entwicklung zu schaffen. Ungeachtet dieser Grundsatzentscheidungen soll der Standort dem Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden. Nach Einschätzung der Verwaltung wird die gewerbliche Nutzung der Fläche vor allem durch die Ablehnung einer schrittweisen, kleinteiligeren Entwicklung durch den größten Eigentümer verhindert, der nachdem die Entwicklung von großflächigem Einzelhandel nicht durchsetzbar war, nun Wohnnutzungen präferiert. Der vorliegende Antrag unterstützt diese Hoffnung und ist deshalb nach Auffassung der Verwaltung im Interesse der Sicherung der gewerblichen Entwicklung zurückzuweisen. Die Diskussion dazu ist noch nicht abgeschlossen. Ein Beschluss zur Umwandlung der Kirchsteigfeldfläche würde zu einer weiteren deutlichen und mit Blick auf die Bedarfsprognose und die aktuelle Nachfrage nicht vertretbaren Reduzierung der P 20-Flächen des Typs „höherwertiges Gewerbegebiet/Gewerbepark" führen.

Der Leiter der Wirtschaftsförderung Stefan Frerichs sagte: „Ich kann nur hoffen, dass die Stadtverordneten beim beschlossenen Ziel der Gewerbeentwicklung auch im Kirchsteigfeld bleiben. Denn nur so kann Potsdam langfristig wettbewerbsfähig bleiben und eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung sichern."

Diese Entwicklungen sind Gegenstand der Jahresbilanz 2012/2013 zum Gewerbeflächensicherungskonzept, die am 3. April 2013 auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung steht. Insgesamt ist ein ausreichendes Flächenangebot zu resümieren, ausgehend vom prognostizierten zusätzlichen Flächenbedarf bis 2020. Deutlich geworden ist aber auch, dass sich die schon 2012 bestehende Engpasssituation beim Standorttyp „Höherwertiges Gewerbegebiet/Gewerbepark" weiter verschärft hat. Langfristig wird das P 20-Flächenangebot dieses Standorttyps nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Dem Flächenbedarf von 45,2 ha stehen lediglich nur noch 31,7 ha an P 20-Flächen gegenüber.

Deshalb müssen die vorhandenen P 20-Flächen dieses Standorttyps konsequent gesichert werden. Neuerliche Nutzungsänderungen sind auszuschließen. Denn auch außerhalb der P 20-Flächen ist das Flächenpotenzial dieses Typs nur sehr begrenzt und wenn, nur mit hohem Aufwand aktivierbar.

Potsdam, 21.03.2013

Veröffentlicht von:
Stadtverwaltung Potsdam

Info Potsdam Logo 2013-03-21 13:00:48 Vorherige Übersicht Nächste


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