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Potsdam, 14.03.2013

NABU und Landesbauernverband im Gespräch

 

Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg und der Vorsitzende des Naturschutzbundes NABU Brandenburg, Udo Folgart und Friedhelm Schmitz-Jersch, trafen sich Anfang März zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern zu einem offenen Gedankenaustausch in der LBV-Geschäftsstelle in Teltow-Ruhlsdorf. 

In angenehm sachlicher und zielführender Atmosphäre wurden Themen wie die Gemeinsame Agrarpolitik, die Energiewende, Fragen der umweltschonenden Landbewirtschaftung oder auch zur Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erörtert und über Wege diskutiert, wie sich landwirtschaftliche Produktion und Naturschutzbelange besser vereinbaren lassen.

Deutlich wurden zwar auch unterschiedliche Sichtweisen und Auffassungen, jedoch standen Fragen im Vordergrund des Gedankenaustausches, bei denen Gemeinsamkeiten vorhanden sind. „Landwirtschaft ist auf Nachhaltigkeit angelegt und erbringt bereits heute in erheblichen Maße Leistungen für die Umwelt“, so Folgart.

Schmitz-Jersch betonte: „Der Naturschutz muss in der Landwirtschaft einen hohen Stellenwert haben. Ökologische Vorrangflächen und Extensivierung sind wichtige Elemente für den Artenerhalt.“

Übereinstimmend wurde die Notwendigkeit gesehen, bürokratische Hindernisse bei der Einführung von naturschutzwirksamen Agrarumweltmaßnahmen abzuschaffen, zum Beispiel den Landwirten die Möglichkeit zu eröffnen, Teile von Ackerschlägen – flexibel und ohne Gefahr von Sanktionen – für Biodiversitätsmaßnahmen nutzen zu können, zum Beispiel für die Anlage von Blühstreifen oder Schonflächen. Bislang müssen diese Flächen umständlich quadratmetergenau herausgemessen und gesondert aufgeführt werden. Schon bei geringfügigen Abweichungen drohen Sanktionen. Diese für Landwirte aufwändige Prozedur ist abschreckend und schafft keine Akzeptanz für Agrarnaturschutzmaßnahmen. NABU und LBV sprechen sich daher hier für eine deutliche Vereinfachung aus, die in anderen Bundesländern schon praktiziert wird. 

Auch bei der Notwendigkeit, den ökologischen Landbau weiter zu fördern, sind sich Bauernverband und NABU einig. Hier ist natürlich eine wichtige, von beiden Seiten betonte Grundvoraussetzung, dass das Land Brandenburg die Kofinanzierungsmittel für Maßnahmen der europäischen Agrarpolitik in der neuen Förderperiode bereitstellt.

Der Landtag hatte im Dezember 2012 die Landesregierung aufgefordert, die Leitlinien der ordnungsgemäßen Bodennutzung von 1997 zu überarbeiten. Der NABU hat die Landesregierung gebeten darzulegen, mit welchen Verfahren diese Aufgabe noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen werden kann. Der Bauernverband wird sich dann fachlich/politisch positionieren und einbringen.

Thematisiert wurde die Problematik der in bestimmten Gebieten (zum Beispiel Natura 2000) bestehenden Nutzungseinschränkungen. Bestimmte Tier- und Pflanzenarten sind hier auf eine besonders naturschutzangepasste Bewirtschaftung angewiesen. Für die Pflege von Natura 2000-Gebieten, und besonders sensiblen speziellen Flächen, so waren sich beide Seiten einig, besteht Handlungs- und vor allem Beratungsbedarf, der auch finanziert werden muss. 

Auch bei möglichen Pilotprojekten für eine besonders umweltschonende Bewirtschaftung, die bestimmte Arten fördern soll, will man künftig Schnittmengen ausloten und gemeinsame Wege gehen. Daher hat man sich auf ein weiteres Treffen und einen kontinuierlichen Gedankenaustausch verständigt.

 

Potsdam, 14.03.2013

Veröffentlicht von:
NABU Landesverband Brandenburg e.V.

Info Potsdam Logo 2013-03-14 12:26:53 Vorherige Übersicht Nächste


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