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Potsdam, 08.09.2014

Igel „on the road” - NABU bittet Autofahrer um Rücksichtnahme

Sie schnüffeln sich nachts durch Büsche und Sträucher, rascheln im Laub und sind auf ihren kurzen Beinchen unerwartet flink unterwegs. Igel sind beliebte Gäste in unseren heimischen Gärten. Leider fallen sie im beginnenden Herbst wieder häufiger dem Straßenverkehr zum Opfer.

In dieser Zeit sind die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere vermehrt auch am Tage zu beobachten. Um für den bevorstehenden Winter gut gewappnet zu sein, beginnen sie, sich Fettreserven anzufressen. Besonders säugende Igelmütter und Jungigel müssen einen erhöhten Nahrungsbedarf decken. Auf der Suche nach Würmern und Schnecken kreuzen die Tiere deshalb nun öfter unsere Straßen. 

Der NABU Brandenburg bittet alle Autofahrer, ein Auge auf die kleinen Vierbeiner zu haben und eine Kollision durch aufmerksames Fahren und, wenn möglich, rechtzeitiges Bremsen zu ver-hindern. Zum Teil können die Tiere durch Lichthupe oder Fahren mit Fernlicht gewarnt und von der Straße vertrieben werden.

Darüber hinaus können Gartenbesitzer Igeln einen geeigneten Lebensraum und damit auch eine gute Nahrungsgrundlage bieten. Eine naturnahe Gestaltung mit niedrigem Buschwerk sowie Laub- und Reisighaufen können ihnen als Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten dienen. Durch die ebenfalls für Würmer und Insekten günstigen Lebensbedingungen findet der Igel so außerdem ausreichend Futter in seiner Umgebung. 

Deshalb ist es sinnvoll, Gärten erst im späten Frühjahr aufzuräumen. Laub- und Holzhaufen sollten vor dem Abbrennen immer vorsichtig umgesetzt werden, um eventuell darin lebende Igel nicht zu gefährden. Eine weitere Möglichkeit, die Igel zu unterstützen, ist das Aufstellen von Igelhäuschen.

Die Hauptfortpflanzungszeit liegt bei Igeln zwischen Juni und August. Nach etwa 35 Tagen kommen vier bis fünf Jungigel zur Welt. Diese werden ungefähr 42 Tage gesäugt bevor sie sich selbst auf Nahrungssuche begeben. Zu dieser Zeit wiegen sie etwa 300 Gramm. Bis Mitte November müssen sie sich genügend Fettreserven anfressen, um den Winter sicher überstehen zu können. Igel, die zu diesem Zeitpunkt weniger als 500 Gramm wiegen, bedürfen unserer Hilfe.

Die Tiere, die über ausreichende Fettreserven verfügen, suchen im November ihr Quartier für die kalte Jahreszeit auf. Dort verschlafen sie fast den ganzen Winter. Bei schlechter Witterung wird der Unterschlupf sogar noch bis Mai genutzt. Danach beginnt der Igel- Kreislauf von vorn: Erst schnüffeln sie sich durch unsere Gärten, rascheln im Laub und sind auf der Suche nach Spinnen und Schnecken. Und besonders im Herbst werden sie wieder auf unsere Rücksichtnahme angewiesen sein.

Wer mehr über Igel erfahren möchte, kann die Broschüre „Der Igel. Pflegefall oder Outdoorprofi?“ inkl. Porto & Versand für drei Euro beim NABU Brandenburg bestellen: Tel. 0331-2015570

Potsdam, 08.09.2014

Veröffentlicht von:
NABU Landesverband Brandenburg e.V.

Info Potsdam Logo 2014-09-08 13:34:53 Vorherige Übersicht Nächste


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