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Potsdam, 22.08.2013

Handwerk: Konjunktur weiterhin auf stabilem Fundament

Die Handwerkskonjunktur in Berlin und Brandenburg steht trotz eines leichten Stimmungsabfalls weiterhin auf einem stabilen und soliden Fundament. Demnach bewerten 84 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse gut oder zumindest zufriedenstellend. Das ergab die gemeinsame Umfrage der Handwerkskammern Berlin, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam, die von den Hauptgeschäftsführern am heutigen Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Ein großes Problem brennt den Betrieben unter den Nägeln: die Ausbildung. Rund 64 Prozent der Handwerksbetriebe haben Schwierigkeiten, einen geeigneten Lehrling zu finden.

Zur Jahresmitte steht der Indikator „Geschäftsklimaindex Berlin-Brandenburg-Handwerk“ bei 104 Punkten auf der Werteskala von minus bis plus 200 Punkten. Starke Stützen sind das Bau- und Ausbaugewerbe (109) und das Handwerk für den gewerblichen Bedarf (108). Sorgenkind bleibt das Kraftfahrzeuggewerbe. Nach dem Absturz von 18 Zählern im letzten Jahr verliert der Index weitere zwei und liegt aktuell bei 88 Punkten.

Nach drei Jahren Hochkonjunktur haben sich die Erwartungen etwas eingetrübt. Von den Handwerksbetrieben aus der Region erwarten 78 Prozent in den kommenden Monaten befriedigende bis gute Geschäfte. 22 Prozent rechnen eher mit einer Verschlechterung der Geschäftsergebnisse.

Bei den Beschäftigungszahlen zeigt sich das Handwerk in der Region stabil. Die Betriebe halten an ihren Mitarbeitern fest. Gute Chancen für einen Arbeitsplatz bieten das Nahrungsmittel- und das Gesundheitsgewerbe. Lediglich im Kfz-Gewerbe werden den Erwartungen zufolge am Ende des Jahres weniger Menschen beschäftigt sein als zur Jahresmitte.

Die Umsätze in der Region hingegen haben sich im ersten Halbjahr schlechter entwickelt als von den Betrieben erwartet. In allen Branchen klagen mehr Unternehmen über Einbußen statt Steigerungen. Der Saldo liegt mit neun Punkten im Minus.

Beim Thema Ausbildung hat sich die Situation in den letzten Jahren verschärft. Rund zwei Drittel der Betriebe berichten gegenwärtig davon, dass sie Schwierigkeiten haben, einen geeigneten Lehrling zu finden. Vor drei Jahren lag die Quote bei knapp 57 Prozent. In der Region gibt es jedoch erhebliche Unterschiede: Während bei den Berliner und den westbrandenburgischen Handwerksbetrieben jeweils etwas mehr als die Hälfte der Betriebe Probleme haben, einen Lehrling zu finden, sind es im Zuständigkeitsbereich der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) bereits 76,4 Prozent und im Bereich der Kammer Cottbus sogar schon 80,2 Prozent.

Auf die Frage, welche Gründe für die Entwicklung der Ausbildungsleistung in diesem Jahr eine besondere Rolle spielen, rücken 46 Prozent der Betriebsinhaber die Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs in den Vordergrund. Die Unternehmer sind sich bewusst, wie wichtig das eigene Ausbildungsengagement für die Sicherung des zukünftigen Nachwuchses ist.

Nach wie vor nimmt im Handwerk die Weitergabe von Informationen über freie Lehrstellen durch das persönliche Gespräch auch in Zeiten der neuen Medien einen hohen Stellenwert ein. Fast zwei Drittel der Betriebe gaben an, ihre Auszubildenden durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu gewinnen.

„Das Handwerk stellt sich den Herausforderungen, die uns seit Monaten begleiten und immer mehr zu Belastungen werden: ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Verteuerungen bei Energie und Rohstoffen und der Mangel an Auszubildenden und Fachkräften“, sagt Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus. „Dennoch erweist sich das regionale Handwerk als Stütze der Wirtschaft.“

Uwe Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt(Oder)-Region Ostbrandenburg, erklärt: „Trotz des leichten Stimmungsabfalls kann das Handwerk in unserer Region auf gut gefüllte Auftragsbücher verweisen. Durchschnittlich beträgt die Auftragsreichweite 8 Wochen, im Bauhauptgewerbe sogar 10 Wochen. Hier sind 82 Prozent der Betriebe mit ihrer Auftragslage zufrieden. Hervorzuheben ist, dass die Auftragslage für den gewerblichen Bedarf für die nächsten 6 Monate deutlich positiver bewertet wird.“

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Jürgen Wittke, erläuterte: „Die regionalen Handwerksbetriebe leisten nach wie vor einen herausragenden Beitrag bei der Ausbildung junger Menschen: Allein im Kammerbezirk Berlin ist die Zahl der neu eingetragenen betrieblichen Ausbildungsverträge um rund sechs Prozent gestiegen. Auch in der Gesamtregion Berlin-Brandenburg lag die Zahl der neuen Verträge Ende Juli um 3,4 Prozent höher als im Vorjahr. Allerdings wird es immer schwieriger, geeignete Azubis zu finden. In den vier Kammerbezirken gibt es zurzeit noch knapp 2.000 freie Lehrstellen.“

Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, sagt: „Wo und wie finde ich einen Azubi? Diese Frage bewegt zunehmend die Firmenchefs. Die Mund-zu-Mund-Propaganda wird am häufigsten genannt wird, wenn es um Wege geht, auf denen Betriebe ihren Berufsnachwuchs werben. Mehr als jeder 2. Befragte nutzt Schülerpraktika, um Jugendliche für eine handwerkliche Berufsausbildung in seinem Unternehmen zu begeistern.“

Potsdam, 22.08.2013

Veröffentlicht von:
Handwerkskammer Potsdam

Info Potsdam Logo 2013-08-22 14:34:28 Vorherige Übersicht Nächste


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