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Potsdam, 26.08.2014

FH Potsdam schult Nachwuchsjournalistinnen und Nachwuchsjournalisten im Umgang mit Big Data und digitaler Überwachung

Vom 8. bis 12. September beschäftigen sich ausgewählte Nachwuchsjournalistinnen und Nachwuchsjournalisten mit dem Thema Datenjournalismus. In Kooperation mit dem Hasso Plattner Institut vermittelt die FH Potsdam den 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern grundlegende Anwendungen und Techniken des journalistischen Arbeitens mit Daten. In dem Workshop mit dem Titel "Data and Journalism. Between Big Stories and Dirty Surveillance" sollen Chancen und Risiken von Big Data diskutiert und ein verantwortungsvoller Umgang damit gelehrt werden. Zum Programm gehört außerdem der Besuch der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium, bei dem sich die Nachwuchstalente direkt mit etablierten Vertretern aus Medien, Politik, NGOs und Internetunternehmen austauschen und vernetzen können.

Die „digitale Revolution" hat individuelle Mediennutzung und Kommunikationsroutinen nachhaltig verändert. Dabei birgt Big Data neue Möglichkeiten, aber auch Risiken. In den Redaktionen hat der Umgang mit und die adäquate Anwendung von Daten in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen, ebenso die Beschäftigung mit OpenData und OpenGovernment. 

"Datenjournalismus geht über die Wiedergabe von Statistiken und Datenaufbereitung in Form von Diagrammen und Karten weit hinaus", erläutert Frank Heidmann, Professor für Interfacedesign an der Fachhochschule Potsdam. "Bei interaktiven Grafiken zum Beispiel kann man selbst bestimmen, wie tief man in ein Thema einsteigen will und so hat man als Nutzer immer die Möglichkeit, eigene Interpretationen von Daten vorzunehmen. Wenn man sich als Journalist ernsthaft mit dieser Thematik auseinandersetzen will, sollte man entsprechende Werkzeuge des Datenjournalismus kennen und beherrschen."

Der Studiengang Interfacedesign befasst sich mit der interaktiven Visualisierung großer Datenmengen. Kooperationspartner sind Geo- und Umweltforschungseinrichtungen am Standort Potsdam, aber auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Bertelsmann Stiftung, die Deutsche Digitale Bibliothek sowie der Bayerische Rundfunk.

Der Workshop "Data and Journalism. Between Big Stories and Dirty Surveillance" hat das Ziel, alle wichtigen Phasen der Konzeption und Realisierung von interaktiven Informationsvisualisierungen für journalistische Formate anhand konkreter Daten zu durchlaufen: Von der Datensammlung und Datenanalyse über das visuelle Storytelling bis hin zur Erstellung diverser Visualisierungsformate wie Karten, Diagramme und Infografiken. Einen besonderen Stellenwert hat dabei die Analyse der Qualität von Daten. Fragen nach der Herkunft, Vertrauenswürdigkeit und Vollständigkeit von Daten sind entscheidend für eine seriöse Informationsvisualisierung. Wichtig ist außerdem die Berücksichtigung von Kriterien für eine benutzerfreundliche Umsetzung der verschiedenen Visualisierungsformate.  

In dem Workshop sollen außerdem Fragen nach der Zukunft von Journalismus, von Medienfreiheit und der Verteidigung demokratischer Werte im Zeitalter von Big Data thematisiert und erläutert werden: Inwiefern gefährden datensaugende Geheimdienste und Internetfirmen die Demokratie? Wie stellt sich zum Beispiel die NSA-Affäre in anderen europäischen Ländern dar? Welche Rolle spielen die Verteidigung von Pressefreiheit, Schutz von Quellen und Privatsphäre, der Umgang und die Arbeit mit Daten in den unterschiedlichen Staaten?

Hintergrund: Fachhochschule Potsdam (FHP)

Die Fachhochschule Potsdam thematisiert Fragen der zielgruppengerechten Visualisierung und interaktiven Nutzung großer Datenmengen in diversen Studiengängen. Neben dem Studiengang Infacedesign beschäftigt sich auch der ebenfalls im Fachbereich Design angesiedelte Studiengang Europäische Medienwissenschaft mit dem Thema Big Data sowie der Konzeption und Nutzung interaktiver Infografiken. Auch die Entwicklung neuer Medienformate sowie innovativer Ansätze des „Visual Storytelling“ sind Bestandteil von Lehre und Forschung an der FHP. 

Fragen der Dokumentation und Archivierung von journalistischen Inhalten werden außerdem im Fachbereich Informationswissenschaften in den Studiengängen Information und Dokumentation sowie Archivwissenschaft und im Institut für Dokumentation und Information (IID) behandelt. 

Darüberhinaus reagiert die FHP mit der 2013 erstmals besetzten Professur „Information Visualization“ durch Prof. Dr. Marian Dörk auf die weiter steigende Nachfrage nach neuen Formen der Sichtbarmachung und Analyse großer Datenmengen. Damit baut sie ihren interdisziplinären Schwerpunkt der Informationsvisualisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen aus und widmet sich dabei insbesondere der Entwicklung neuartiger Visualisierungen, die einen explorativen Zugang zu komplexen Daten im Bereich kultureller Sammlungen, sozialer Medien und wissenschaftlicher Beobachtungen ermöglichen. Weitere Infos: www.fh-potsdam.de

Hintergrund: "M100 Young European Journalists"

Der Workshop  wurde 2005 als Teil der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium ins Leben gerufen und wird unter anderem vom Auswärtigen Amt gefördert. In diesem Jahr beschäftigen sich 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 18 und 26 Jahren vom 8. bis 12. September mit dem Thema "Big Data".

In Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam und dem Hasso Plattner Institut Potsdam werden die Nachwuchsjournalistinnen und Nachwuchsjournalisten beide Seiten des Umgangs mit Daten diskutieren und erarbeiten: sowohl technische Grundlagen als auch einen professionellen, verantwortungsbewussten Umgang mit Daten, ihren Nutzen, aber auch Risiken im journalistischen Tagesgeschäft. 

Außerdem besuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Berliner Google-Büro, den Axel-Springer-Verlag und die Redaktion von Zeit Online. Zum Abschluss nehmen sie am 12. September am M100 Sanssouci Colloquium mit dem Thema "Media Freedom in the Age of Big Data" teil. Das ermöglicht vertiefende Einblicke und Erkenntnisse zum Thema, sowie einen direkten Austausch mit etablierten Vertretern aus Medien, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. 

Hintergrund:  "M100 Sanssouci Colloquium"

Die internationale Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium wurde im Jahr 2005 im Rahmen der Bewerbung Potsdams als Kulturhauptstadt Europas 2010 von einer Gruppe führender Persönlichkeiten aus Medien und Politik initiiert. Seitdem findet die Konferenz einmal im Jahr innerhalb der Medienwoche im Park Sanssouci statt. Ziel des internationalen Forums ist es, Europas tonangebende Redakteure, Kommentatoren und Medienbesitzer (Print, TV und Internet) sowie öffentliche Schlüsselfiguren zusammenzubringen, um die Rolle und den Einfluss der Medien in internationalen Angelegenheiten zu untersuchen und sich für Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit einzusetzen. Weitere Infos: www.m100potsdam.de

Potsdam, 26.08.2014

Veröffentlicht von:
Fachhochschule Potsdam

Info Potsdam Logo 2014-08-26 13:12:49 Vorherige Übersicht Nächste


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