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Potsdam, 09.07.2019

Buchpaten gesucht


Stadt- und Landesbibliothek möchte Buchraritäten erwerben und sucht Unterstützer

Die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Potsdam, Noosha Aubel, wirbt um neue Paten für das Buchpatenprojekt der Stadt- und Landesbibliothek (SLB). Die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam (SLB) sucht aktuell wieder Spenderinnen und Spender für den Ankauf zweier Buchraritäten, damit diese im landesgeschichtlichen Bestand der Bibliothek für die Nutzung zur Verfügung stehen.

„Das Buchpaten-Projekt zeigt seit vielen Jahren, wie bürgerschaftliches Engagement dazu beitragen kann, historisches Kulturgut zu bewahren, zu ergänzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir können stolz sein, dass diese Aktion schon seit 22 Jahren erfolgreich in der Stadt- und Landesbibliothek läuft.“

Erstmals wirbt die SLB neben einem historischen Buch aus dem 16. Jahrhundert auch für ein Unikat aus dem Jahr 2017. Das Werk der Potsdamer Buch-Künstlerin Tina Flau „Midgardzormr” (Midgardschlange) ist ein von der Papierherstellung über die Schriftgestaltung bis zur Bindung handgefertigtes Buch mit 38 Seiten, davon 17 Seiten mit Malereien und Zeichnungen. Das Werk greift ein sowohl menschlich-epochales sowie aktuelles Thema auf: So hat Tina Flau Forschungsergebnisse des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie Texte einer auf Island forschenden Meeresbiologin und von Autoren des PIK in ihr Werk einfließen lassen. „Uns liegt hier ein Künstlerbuch vor, welches die Aspekte der schleichenden und damit nur allmählich wahrnehmbaren Klimaänderungen mit den großen Mythen der Menschheit in Verbindung bringt“, sagt der Bereichsleiter Landesbibliothek, Dr. Frank Dirk Hoppe, der auch mit dem Buchpatenprojekt betraut ist.

Die Midgardschlange war in den Versen der Edda, zwei literarischen Werken aus dem 13. Jahrhundert über skandinavische Götter- und Heldensagen, das Untier im Meer, das in der Götterdämmerung Tod und Vernichtung brachte. Wenn die Midgardschlange heute lebt, hat sie mit einem verschmutzten, ausgeplünderten und sich erwärmenden Meer zu tun, voll Müll, lebensfeindlichen Chemikalien und Zonen ohne Leben. „Während ich dieses Buch 2017 plante, kündigte der US-Präsident Donald Trump an, das Pariser Klimaschutzabkommen zur Begrenzung der CO2-Emissionen aufkündigen zu wollen“, erklärt Buch-Künstlerin Tina Flau. „Und während wir jetzt die Buchpatenschaft 2019 vorbereiten, protestiert die Jugend für ihre Zukunft und zur Begrenzung der CO2-Emissionen, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten.“ Der Preis für dieses besondere Buch beträgt 3200 Euro, es werden für den Ankauf des „Midgardzormr“ noch 2700 Euro benötigt.

Das zweite historische Werk „Pison” des Naturkundlers Leonhard Thurneyssers, Hofarzt des brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg (1525-1598) wurde 1572 in der Druckerei Johann Eichborn in Frankfurt/Oder gedruckt. Thurneyssers (1530 – 1596), ein Anhänger von Paracelsus, ging es in diesem Buch um die mineralische Heilkraft, die kulturelle Bedeutung sowie um den wirtschaftlichen Nutzen der großen aber auch kleinen deutschen Flüsse wie eben auch die Havel und Spree. Für den Erwerb des Werkes in Höhe von 2500 Euro werden aktuell noch 1150 Euro benötigt.

Erst kürzlich hatte die Stadt- und Landesbibliothek ihren Buchpatinnen und Buchpaten des vergangenen Jahres für ihre Spenden zum antiquarischen Ankauf dreier wertvoller Bücher gedankt. Das erfolgreiche Fundraising-Projekt besteht seit 1997, als die Stadt- und Landesbibliothek zur Rettung ihres wertvollen historischen Altbestandes aufgerufen hatte. Daraus wurden 19 Jahre, in denen mit Hilfe von 167 100 Euro Spendenmitteln 555 Werke vor dem Verfall bewahrt wurden. Vor drei Jahren konnte die Restaurierung wichtiger Teile des Bestandes abgeschlossen und das Projekt mit dem gezielten Erwerb antiquarischer Werke als Ergänzung fortgeführt werden, die für die Sammlung Brandenburgica von Wert sind. Seit 2016 sind somit neun bedeutsame Bücher im Wert von 8238 Euro dank der Buchpatenspenden erworben worden.  

Wer spenden möchte, kann sich an Dr. Frank Dirk Hoppe (Leiter des Bereiches Landesbibliothek, telefonisch unter 289 65 00, per E-Mail unter hoppe@bibliothek.potsdam.de) oder an Sybille Weber (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, telefonisch unter 289 64 44; per E-Mail unter weber@bibliothek.potsdam.de) wenden.

Potsdam, 09.07.2019

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

Info Potsdam Logo 2019-07-09 15:55:37 Vorherige Übersicht Nächste


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