Navigation überspringen
Potsdam, 01.03.2013

Brandenburg für Gesetz gegen Abmahnmissbrauch

Brandenburg setzt sich im Bundesrat gegen die "Abzocke" der sogenannten Abmahnindustrie ein. „Seit längerem beobachten wir unseriöse Geschäftspraktiken im Bereich des Abmahnwesens“, sagte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Tack.  „Verbraucher werden tagtäglich von spezialisierten Anwaltskanzleien ohne Einzelfallprüfung mit Standardschreiben abgemahnt, weil sie im Internet Urheberrechtsverstöße begangen haben sollen.“  Dabei geht es oft nicht um eine Abmahnung als solche, sondern vielmehr um Profitinteressen einer regelrechten Abmahnindustrie. 

Viele Betroffene scheuen aus Angst vor dem für sie vielfach nicht abschätzbaren Kostenrisiko eine gerichtliche Auseinandersetzung und zahlen stattdessen die in der Abmahnung regelmäßig genannten, oftmals überhöhten Beträge. „Das Urheberrecht ist schützenswert – aber unter diesen Voraussetzungen verliert es unaufhaltsam an Akzeptanz. Derzeit bleibt Betroffenen nur, sich anwaltlichen oder den Rat der Verbraucherzentralen einzuholen und die Abmahnung kritisch zu prüfen“, so Ministerin Tack.

Hiergegen wendet sich das das Land Brandenburg gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen in einem Entschließungsantrag, mit dem die Bundesregierung aufgefordert wird, den Abmahnmissbrauch insbesondere im Bereich des Urheberrechts mit einem Gesetzentwurf zu beenden. Die Bundesregierung ist hier seit langem tatenlos geblieben und nimmt es sehenden Auges in Kauf, dass sich eine Abmahnindustrie entwickelt hat, die allein auf Gewinnmaximierung gerichtet ist. Die geltende Rechtslage sieht zwar für bestimmte Fallkonstellationen eine Deckelung der Anwaltskosten für eine Abmahnung vor, die Auslegung der gerichtlichen Praxis hat jedoch dazu geführt, dass auch bei verhältnismäßig geringen Urheberrechtsverletzungen ein „gewerbliches Ausmaß“ angenommen wird und keine Begrenzung der Kosten greift.

Gegenstand eines Gesetzes müsse insbesondere eine Begrenzung des Streitwerts bei einmaligen geringfügigen Urheberrechtsverstößen auf 500 Euro sein, um so die anfallenden Kosten auf ein verhältnismäßiges Maß zu beschränken. Außerdem muss der Gesetzestext so formuliert werden, dass auch tatsächlich ein besserer Schutz gewährleistet ist. Allgemeine und auslegungsbedürftige Formulierungen sollten vermieden werden. 

Potsdam, 01.03.2013

Veröffentlicht von:
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV)

Info Potsdam Logo 2013-03-01 13:00:07 Vorherige Übersicht Nächste


1789

Das könnte Sie auch interessieren:

Verkehrsprognose für die Woche

Verkehrsprognose für die Woche

vom 19. bis 25. Oktober 19.10.26 - Am Kanal Für die Schacht- und Kanalsanierung muss die Straße Am Kanal zwischen Burgstraße und Französische Straße halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr in Richtung L40 Nuthestraße wird an der ...
Netzgesellschaft Potsdam saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal

Netzgesellschaft Potsdam saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal

15.10.26 - Die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal vom 20. Oktober bis zum 29. Oktober 2026. Die Sanierungsarbeiten dienen der langfristigen Sicherstellung einer ...
Warnung vor Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden

Warnung vor Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden

im Stadtgebiet Potsdam 15.10.26 - Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) und die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) warnen vor aktuellen Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden im Stadtgebiet Potsdam. Besonders betroffen sind derzeit ältere ...
Wasserrohrbruch in der Berliner Straße: Trinkwasserversorgung gesichert.

Wasserrohrbruch in der Berliner Straße: Trinkwasserversorgung gesichert.

Straßenbahnverkehr fährt wieder an 06.10.26 - Nach dem Wasserrohrbruch in der Berliner Straße am gestrigen Abend hat die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) die Reparaturarbeiten an der Trinkwasserleitung erfolgreich abgeschlossen. Die Trinkwasserversorgung für die ...
Verkehrsprognose für die Zeit

Verkehrsprognose für die Zeit

vom 5. bis 11. Oktober 04.10.26 - Potsdamer Chaussee B2 Höhe Krampnitz Zur Anbindung des Stadtteils Krampnitz an das Straßennetz wird ein neuer Knotenpunkt auf der Potsdamer Chaussee (B2) zwischen Hannoversche Straße und Rotkehlchenweg gebaut. ...

 
Facebook twitter