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Potsdam, 22.10.2014

APPLAUS 2014: Viel Beifall für die Absolventinnen und Absolventen sowie eine gelungene Veranstaltung

Zum neunten Mal ist die Veranstaltung APPLAUS am Samstagabend erfolgreich zu Ende gegangen. Die Ausstellung der besten Abschlussarbeiten im Fachbereich Design zeigte am 17. und 18. Oktober insgesamt 48 Arbeiten von Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Interface-, Kommunikations- und Produktdesign sowie der Europäischen Medienwissenschaft (EMW), dem Kooperationsstudiengang der Fachhochschule und der Universität Potsdam. Zwei Neuerungen gab es in diesem Jahr: Die Exponate wurden von einer Jury kuratiert; außerdem fand die Veranstaltung im kürzlich eröffneten Designgebäude auf dem Campus der Fachhochschule Potsdam statt. 

Staatssekretärin Daniela Trochowski, Prodekan Prof. Dr. Johannes Haag von der Universität Potsdam und Peter Wouda vom Volkswagen Design Center Potsdam lobten in ihren Gastreden die gelungene, sehr gut besuchte Veranstaltung.

Begleitet wurde die Ausstellung vom Symposium „Netzwerkeln – Verstrickt in die Net-Work-Life-Balance“, dem Festakt für die Designstudiengänge sowie der Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen der Europäischen Medienwissenschaft. Im Rahmen der Abschlussfeierlichkeiten wurden auch in diesem Jahr wieder Preise an herausragende Abschlussarbeiten verliehen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2014

Designstudiengänge

Von der Fachhochschule Potsdam wurden Christian Groß (BA) und Verena Kiesel (MA) beim Festakt der Designstudiengänge am Samstagvormittag für die besten Abschlussarbeiten 2014 im Bachelor- bzw. Masterstudium Design ausgezeichnet. Betreuer Prof. Marian Dörk sagte in seiner Laudatio auf Groß’ Arbeit „INTERFACEDESIGN IN DER STAATLICHEN ÜBERWACHUNG – Zwischen Fiktion und Realität“: „Christian Groß knüpft in seiner Bachelorarbeit an die Debatte zur weitreichenden Internetüberwachung an und stellt die Frage ‚Wie sehen uns die Überwacher?’ Er nutzt die Methoden des Interfacedesigns und der Datenvisualisierung, um sich mittels fiktiver Anwendungen der Geheimdienste, die Ausmaße und Implikationen der Überwachung vorzustellen. In Zeiten einer unabwendbaren Politisierung von Daten und ihrer Analyse und Visualisierung ist die Arbeit ein exzellentes Beispiel für Interfacedesign mit gesellschaftlicher Verantwortung.“

Verena Kiesels Masterarbeit trägt den Namen „BEWUSSTSEINSBILDUNG FÜR SCHRIFT IM KINDESALTER“ und beinhaltet eine Sammlung typografischer Lernmaterialien für Kinder unter dem Namen „Form Forscher: Buchstaben neu entdecken". Laudatorin Prof. Betina Müller sagte dazu: „Alle Kinder, die heute zur Schule gehen, werden später typografisch arbeiten. Nicht, weil sie alle Designer werden, sondern weil immer mehr typografische Arbeiten wie Emails, Dokumente, Aushänge, Faltblätter und Handouts am Computer erstellt werden. Das Ergebnis sind meist Medien, deren Gestaltung den Inhalt nicht transportiert, wodurch das eigentliche Kommunikationsziel verfehlt wird.“ Müller zitierte aus Kiesels Vorwort und appellierte gleichzeitig an Schulen und Lehrer: „‚Das Besondere an dieser Arbeit ist, dass sie gestalterische Kenntnisse im Rahmen des Lesen- und Schreibenlernens durch einen spielerischen Zugang zur Schrift vermittelt und so in den Schulalltag integriert.’ Weil gestalterische Kompetenzen in der Schule normalerweise wenig gefragt sind – man denke nur an die Diskussion um die Einführung der ‚Vereinfachten Ausgangsschrift’ – ist es umso wichtiger, dass dieses für Lehrer und Grundschulkinder entwickelte Arbeitsmaterial im Unterricht angewendet wird.“

Mit dem Genderpreis der Fachhochschule Potsdam ging eine weitere Auszeichnung an eine Masterabsolventin aus dem Design, Anneke Goertz. Sie war für ihre Arbeit „A WIE ALZHEIMER, ANGEHÖRIGE UND ALLTAG – Eine designtheoretische Betrachtung der Alzheimer-Krankheit“ bereits im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 6. Oktober gewürdigt worden. Die Laudatio hielt Betreuerin Prof. Alexandra Martini. Bei beiden prämierten Masterarbeiten zeichnete sich Prof. Marion Godau für die Zweitbetreuung verantwortlich.

Europäische Medienwissenschaft

Die Absolventinnen und Absolventen der Europäischen Medienwissenschaft (EMW), des Kooperationsstudiengangs von Fachhochschule und Universität Potsdam, wurden ebenfalls am Samstagabend feierlich verabschiedet.

Hier wurden vier hervorragende Abschlussarbeiten ausgezeichnet. Der Preis für die beste Bachelorarbeit des Jahrgangs 2014 wurde geteilt und ging gleichermaßen an Sabeth Kerkhoff für „ETHIK • SPRACHE • ALTERITÄT...in der Philosophie von Emmanuel Lévinas“, einem  „Versuch über das Bedeuten“, wie auch an Josef Ulbig für sein Werk „AUGEN ZU. FILM AB. Aktuelle Tendenzen im deutschen Hörspiel • Eine Neuausrichtung“. Laudator Dr. Michael Mayer bezeichnete Sabeth Kerkhoffs Beschäftigung mit dem Philosophen Lévinas als „äußerst gelungen“. So habe ihn insbesondere beeindruckt, wie Kerkhoff es verstehe, gleichermaßen Fragen wie „Wie schreibe ich, wie diskutiere ich über dieses Thema?“ bis hin „zur medialen Darstellung der Arbeit, bis hinein ins Layout“ derart spannend und stimmig zu beantworten. Auch Prof. Dr. Heiko Christians zeigte sich begeistert von der Arbeit seines Absolventen Josef Ulbig. Er betonte vor allem die Dringlichkeit von Ulbigs Forschung zum in der Medienwissenschaft vernachlässigten Medium Hörspiel.

Der Preis des Studiengangs für die beste Masterarbeit ging an Christoph Krenzer für seine Studie zu Handyvideos aus Krisengebieten. „DIE WAHRHEIT, 1000 KBIT/S“, ein laut Betreuer Prof. Dr. Jan Distelmeyer „höchst aktuelles und schwieriges Thema, das Christoph Krenzer sehr unaufgeregt, genau und schlau“ angegangen ist. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, was Handyvideos aus Krisenregionen wie Syrien so vermeintlich authentisch wirken lässt.

Zum Abschluss der Feierlichkeiten verlieh die Vorsitzende des Studienausschusses der EMW, Prof. Anne Quirynen den Preis der Fachhochschule Potsdam für die beste Arbeit an das Gemeinschaftwerk von Luis Krummenacher und Christopher Albrodt: Den 23-minütigen Kurzfilm „Die Klangsammler“ und die daran angeschlossene theoretische Betrachtung der Darstellung von Ton und Stille im Film. Studiengangsleiter Prof. Dr. Jan Distelmeyer nannte das Werk ein hervorragendes Beispiel dafür, um was es im Studiengang Europäische Medienwissenschaft gehe: „Das Reflektieren und Erforschen von Medien durch Medien.“

Auch Dekan und Mitorganisator Prof. Boris Müller zeigte sich sehr zufrieden: „Eine große Veranstaltung wie APPLAUS erfordert von allen beteiligten Organisatorinnen und Organisatoren,  Ausstellerinnen und Ausstellern sowie Kolleginnen und Kollegen großen Einsatz. Mein Applaus gilt daher natürlich den Absolventinnen und Absolventen, aber vor allem auch allen, die APPLAUS 2014 möglich gemacht haben, von den studentischen APPLAUS-Helfern bis hin zu unseren Sponsoren.“ 

APPLAUS findet jedes Jahr zu Semesterbeginn statt und feiert 2015 sein zehnjähriges Jubiläum.

Potsdam, 22.10.2014

Veröffentlicht von:
Fachhochschule Potsdam

Info Potsdam Logo 2014-10-22 16:02:40 Vorherige Übersicht Nächste


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