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Potsdam, 20.06.2013

Tack: Alle Krankenhausstandorte gesichert und dem veränderten Bedarf angepasst

Alle 52 Krankenhäuser an ihren 62 Standorten im Land Brandenburg werden erhalten. Die Profile der Brandenburger Krankenhäuser werden der demografischen Entwicklung angepasst. Tageskliniken werden verstärkt aufgebaut, um das Angebot von Krankenhausleistungen in der Fläche zu verstärken. „Mit der gestrigen Entscheidung der Landesregierung zur Fortschreibung des Dritten Krankenhausplanes wird die künftige flächendeckende gesundheitliche Versorgung der Brandenburgerinnen und Brandenburger insgesamt verbessert“, so Gesundheitsministerin Anita Tack. „Gemeinsam mit Krankenkassen und Krankenhausträgern werden wir bis 2018 Konzepte entwickeln, wie auch darüber hinaus in ländlichen Regionen die medizinisch notwendigen Leistungen in der gebotenen Qualität angeboten werden können.“ 

Tack würdigte noch einmal das transparente und konstruktive Verfahren zur Erarbeitung des Planes unter Beteiligung der Krankenhausträger, Krankenkassen, der Landeskrankenhausgesellschaft, des Landkreistages und des Städte- und Gemeindebundes. „Auch wenn es im Detail manchmal unterschiedliche Auffassungen gab und nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten, so haben wir gemeinsam einen bedarfsgerechten Plan entwickelt, der die Angebote im Versorgungsgebiet neu strukturiert“, so Tack. Insgesamt wurde jedes fünfte Bett „bewegt“. Insgesamt werden 1.255 Betten abgebaut und 1.325 Betten andernorts oder in anderen Fachdisziplinen aufgebaut.

Für die beplanten 296 Fachabteilungen und 84 Tageskliniken wurden fast alle Planvorgaben im Konsens mit den Krankenhausträgern vereinbart. Die Ausweisung orthopädischer Standorte folgt der Berücksichtigung gewachsener Strukturen mit relevantem Beitrag zur Versorgung. Sie folgt aber auch dem Ziel der Beibehaltung und Steigerung hoher medizinischer Qualität und der Nutzung konservativer Behandlungsmöglichkeiten.

Zwei Drittel aller Krankenhausleistungen werden von Menschen im höheren Lebensalter benötigt. Die Lebenserwartung der Bevölkerung im Land ist deutlich gestiegen. Frauen werden im Durchschnitt 82 Jahre und Männer 76 Jahre alt. „Wir wollen alle auch im Alter so lange wie möglich gesund und selbständig sein und am sozialen Leben teilhaben“, so Tack. Deshalb wurde das Angebot vor allem in der Geriatrie, in der Inneren Medizin und in der Neurologie im Planungszeitraum 2014 bis 2018 deutlich erhöht. Angepasst wurden auch die Kapazitäten in der Geburtshilfe, der Kinderheilkunde und der Chirurgie. Insgesamt konnte das Angebot an vollstationären Betten nahezu konstant gehalten werden (Planbetten 2012: 15.059, künftig 15.129). Deutlich erhöht wurde die Zahl der Tagesklinikplätze (2012: 1.068, künftig 1.345). 

Die Fortschreibung des Krankenhausplanes schafft stationäre Kerne und Tageskliniken vor allem für das Fachgebiet Geriatrie. „Wir wollen im Planungszeitraum regionale sektorübergreifende Versorgungsketten für  ältere Menschen aufbauen von der teil- und vollstationären Geriatrie über Vor- und Nachsorge sowie Reha-Angeboten bis hin zur häuslichen Betreuung“, sagte die Ministerin. 

Aber auch für Kinder und Jugendliche ist eine stärkere Vernetzung der relevanten Fachgebiete zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor notwendig. „Um eine stärkere Verzahnung und einen differenzierten Übergang zwischen ambulanter und stationärer Versorgung künftig zu erreichen, wurde bei der Planung von stationären Leistungen auch auf das ambulante Umfeld geachtet“, so Tack. Hier werde das Gemeinsame Landesgremium nach § 90a des SGB V künftig eine wichtige Rolle spielen. 

„Auf der Basis einer stabilen stationären Versorgung wollen wir in den nächsten fünf Jahren gemeinsam mit unseren Partnern der  Selbstverwaltung neue Wege suchen. Die strukturell notwendigen Veränderungen ab 2018 können wir nur gemeinsam mit dem Engagement aller im Gesundheitsbereich Tätigen und Verantwortlichen bewältigen. Hier sind innovative Ideen und Lösungen gefragt“, so Tack. 

Die Ministerin hob noch einmal die Bedeutung der gemeinsamen Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg hervor: „Wir setzen weiterhin auf abgestimmte Leistungsangebote, länderübergreifende Gesundheitsprojekte und kooperative Medizinerausbildung.“ Als Beispiele nannte sie die Transplantationsmedizin und die herzchirurgische Versorgung.

Der Inhalt des Krankenhausplanes wird  durch Feststellungsbescheide im letzten Quartal 2013 umgesetzt. Die Feststellungsbescheide wirken ab 1.1.2014.

Hintergrund:

Gegenwärtig gibt es im Land Brandenburg 52 Krankenhäuser mit 62 Standorten. Das sind 17 Krankenhäuser der Grundversorgung, 11 Krankenhäuser der Regelversorgung, davon 3 Krankenhäuser der qualifizierten Regelversorgung, 5 Krankenhäuser der Schwerpunktversorgung und 19 Fachkrankenhäuser. Insgesamt erfolgt die stationäre Versorgung mit 14.985 Betten und 1.023 Tagesklinikplätzen. 19 Krankenhäuser sind in öffentlicher, 18 in privater und 15 in freigemeinnütziger Trägerschaft.

Potsdam, 20.06.2013

Veröffentlicht von:
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV)

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