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Potsdam, 09.07.2013

Potsdam zeigt Flagge: Fahne gegen Atomwaffen gehisst

Die Landeshauptstadt Potsdam zeigt Flagge für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Am gestrigen Montag hat die Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung Elona Müller-Preinesberger gemeinsam mit Gästen die Flagge "Bürgermeister für den Frieden" (Mayors for Peace) vor dem Rathaus gehisst. Damit beteiligt sich Potsdam an der bundesweiten Aktion für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen, die eingebettet in die globale Aktionswoche für Atomwaffenfreiheit (Nuclear Abolition Week vom 6. bis 13. Juli) stattfindet. Potsdam ist seit August 2005 Mitglied des Netzwerkes "Bürgermeister für den Frieden". Elona Müller-Preinesberger: "Atomwaffen sind unbenutzbar, unmoralisch und illegal. Dies gerade auch und vor allem wegen der weitreichenden Folgen eines Atomwaffeneinsatzes für Mensch und Umwelt."

Die Bürgermeister für den Frieden erinnern mit dem Hissen der Flagge an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 8. Juli 1996 - zustande gekommen im Auftrag der Generalversammlung der Vereinten Nationen -, wonach der Einsatz von Atomwaffen, ja bereits die Androhung des Einsatzes gegen internationales Recht und gegen Vorschriften und Prinzipien des humanitären Völkerrechts verstößt. In der weltweiten Staatenpraxis ist dies jedoch nicht angekommen, der Atomwaffensperrvertrag (NPT) ist bisher kraftlos geblieben und die Zahl derjenigen Länder, die Atomwaffen besitzen, nimmt zu.

Angesichts der langfristigen Strahlungswirkung, die zu der massiven Zerstörungskraft hinzukommen würde, scheint es undenkbar, auch nur den Einsatz einer einzigen Bombe in Betracht zu ziehen. Aus diesem Grund rücken derzeit 77 Staaten das humanitäre Argument deutlich mehr ins Zentrum in einem im Rahmen der Verhandlungen zum Atomwaffensperrvertrag in Genf eingebrachten Papier heißt es: "Auf die katastrophalen Folgen einer Atomwaffenexplosion - egal ob unabsichtlich, aus Kalkül oder weil der Eskalationspfad einen Einsatz vorsieht - ist keine angemessene Reaktion möglich. Es müssen sämtliche Anstrengungen unternommen werden, um diese Gefahr zu beseitigen. Es gibt nur einen Weg, um sicherzustellen, dass Atomwaffen niemals wieder eingesetzt werden: sie vollständig abzuschaffen", sagte Elona Müller-Preinesberger in Vertretung des Oberbürgermeisters.

Der Einsatz von Atomwaffen trifft immer Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Gemeinden. Er nimmt keine Rücksicht auf Grenzen oder Nationen. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 mahnen uns und zeigen uns die schrecklichen Folgen noch heute. In Potsdam-Babelsberg gibt es seit Juli 2010 einen Hiroshima-Platz, an dessen Gedenkort an den Juli 1945 erinnert wird. Damals, während der Potsdamer Konferenz, wurde der Befehl zum Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki gegeben.

Die Gestaltung des Gedenkortes wurde mit dem japanischen Steinbildhauer Prof. Fujiware Makoto erarbeitet. Prof. Fujiwara lehrte an der Hochschule der Künste Berlin (heute Universität der Künste) und der Fachhochschule Hannover und lebt jetzt in Hannover und in Norwegen. Am Gedenkort erinnert eine Steinplatte aus norwegischem Syenit, in der durch Atombomben verstrahlte Steine aus Hiroshima und Nagasaki eingebettet wurden, an den ersten Einsatz von Atombomben. Der Stein aus Hiroshima war damals im Straßenbahngleis verlegt, der Stein aus Nagasaki lag im Shinto-Schrein Sanno, der vom Hypozentrum circa 800 Meter entfernt war.

Der Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden wird von der Kampagne atomwaffenfrei.jetzt unterstützt.

 

Hintergrund

Das internationale Städtenetzwerk "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) wurde im Jahr 1982 gegründet und geht auf die Initiative der Städte Hiroshima und Nagasaki zurück. Heute gehören dem Netzwerk 5.645 Städte in 156 Ländern an. In Deutschland unterstützen 400 Bürgermeister und Landräte mit Ihren Städten, Gemeinden und Landkreisen das Ziel einer atomwaffenfreien Welt durch ihre Mitgliedschaft in Mayors for Peace. Damit vertritt Mayors for Peace gegenüber den Vereinten Nationen und den Regierungen der Welt mehr als eine Milliarde Menschen, wenn es um die Umsetzung der Vision einer atomwaffenfreien und friedlichen Welt geht. Bereits 1991 wurde die Konferenz beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation registriert.

Potsdam, 09.07.2013

Veröffentlicht von:
Stadtverwaltung Potsdam

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