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Potsdam, 20.11.2017

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Anlässlich des am 25. November stattfindenden Internationalen Tages „Gegen Gewalt an Frauen“ hisst die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam, Martina Trauth-Koschnick heute gemeinsam mit den Mitgliedern des städtischen Arbeitskreises Opferschutz die TERRES DES FEMMES-Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ vor dem Potsdamer Rathaus unter der musikalischen Begleitung von Kindern der Inselschule Töplitz.

In diesem Jahr lautet das Schwerpunktthema: „Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden“. Angaben von UNICEF (2016) zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Auch in Deutschland sind Mädchen dem Risiko ausgesetzt, heimlich hierzulande oder im Ausland an ihren Genitalien verstümmelt zu werden. Nach den Zahlen der Frauenrechtsorganisation TERRES DES FEMMES sind in Deutschland mehr als 58.000 Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen und mindestens 13.000 Mädchen gefährdet. „Genitalverstümmelung bei Mädchen ist Kindesmisshandlung und eine schwere Menschenrechtsverletzung“, sagt Martina Trauth-Koschnick. „Wir brauchen dringend mehr Aufklärungs- und Bildungsprojekte. Fachpersonal wie zum Beispiel Ärzte, Hebammen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugend- und Sozialamtes sowie der Polizei sollten entsprechend fortgebildet werden.“

Eine weitere wichtige Aktion rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ist die vom 20. bis 26. November stattfindende Brottütenaktion. Mehr als 150 Bäckereien im ganzen Land Brandenburg verpacken ihre Ware in extra angefertigten Brottüten, die über Hilfsangebote nach einer Vergewaltigung informieren. Auch in Potsdam beteiligen sich viele Bäckereien an dieser Aktion. Iniitiert wurde die Brottütenaktion vom Frauenpolitischen Rat Brandenburg in Kooperation mit dem Landesverband der Bäckereien und Konditoreien Berlin-Brandenburg, der Opferhilfe Land Brandenburg e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landes Brandenburg und dem Netzwerk der Brandenburgischen Frauenhäuser. Die Mitglieder des Arbeitskreises Opferschutz der Stadt hoffen, dass durch die Brottütenaktion die vertrauliche Spurensicherung nach einer Vergewaltigung bekannter wird und möglichst viele Menschen über dieses Angebot Bescheid wissen.

Laut einer Studie der Europäischen Union von 2014 meldet nur jedes dritte Opfer von Gewalt in der Partnerschaft und jedes vierte Opfer von Gewalt außerhalb von Partnerschaften der Polizei oder einer anderen Einrichtung den jüngsten schwerwiegendsten Vorfall. „Aus diesem Grund ist die Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung und die vertrauliche Spurensicherung von enormer Wichtigkeit, um mehr Vergewaltigungen aufklären zu können“, sagt die Geschäftsführerin des Potsdamer Frauenzentrums, Heiderose Gerber.

Laut Polizeistatistik belief sich 2015 der Anteil von Vergehen und Verbrechen aus strafbaren Handlungen durch sexuelle Nötigung und Vergewaltigung auf vier angezeigte Straftaten, 2016 waren es sieben Delikte (Quelle: Polizeistatistik der PI – Potsdam zu Gewalt gegen Frauen im Vergleich von 2015 zu 2016).

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zur Podiumsdiskussion „Hilfe nach Vergewaltigung – medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung“ am Freitag, den 24. November von 10 bis 12 Uhr ins Bildungsforum zu kommen. Organisiert wird diese Veranstaltung vom Arbeitskreis Opferschutz der Stadt und der Gleichstellungsbeauftragten Martina Trauth-Koschnick.

Potsdam, 20.11.2017

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

Info Potsdam Logo 2017-11-20 21:25:00 Vorherige Übersicht Nächste


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