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Potsdam, 23.03.2020

In Potsdamer Geburtskliniken hat Sicherheit oberste Priorität


Prof. Dr. Dorothea Fischer: Lieber eine Geburt ohne Partner, als eine Geburt ohne Hebamme und Arzt

Die Kreißsäle in Potsdamer Geburtskliniken bleiben für werdende Väter/Partner weiter geschlossen. Frischgebackene Väter/Partner ohne jegliche Krankheitssymptome dürfen täglich für eine Stunde zu Mutter und Kind auf die Wochenbettstation. So die aktuelle Regelung für die Geburtskliniken in der Landeshauptstadt Potsdam, dem St. Josef Krankenhaus und dem Klinikum Ernst von Bergmann. „Ich möchte betonen, wie schwer uns diese Maßnahmen – nicht nur als Geburtshelfer, sondern auch als Eltern selbst – fallen. Aber um weiterhin für alle Frauen eine individuelle und sichere Geburt mit der unersetzlichen Unterstützung einer Hebamme und/oder eines Geburtsmediziners gewährleisten zu können, müssen diese weiterhin arbeitsfähig bleiben. Daher gilt: Lieber eine Geburt ohne Partner als eine Geburt ohne Hebamme und Arzt,“ sagt Prof. Dr. Dorothea Fischer, Medizinische Geschäftsführerin des Klinikum Ernst von Bergmann und Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Auch im St. Josefs-Krankenhaus wurde diese Maßnahme lange diskutiert und sorgfältig abgewogen. Hebammen, Ärztinnen und Ärzte setzen auch weiterhin alles daran, werdende Mütter liebevoll durch die Geburt zu begleiten. „Wir müssen jedoch beachten, dass Hebammen und Geburtsmediziner in sehr engem körperlichem Kontakt mit den gebärenden Frauen stehen und sind somit auch einer Tröpfchenübertragung ausgesetzt,“ sagt Dr. Gesine Dörr, Ärztliche Direktorin und Chefärztin am St. Josefs und betont: „Diesen Infektionsweg können wir nicht unterbinden – die Frau muss zur Geburt kommen. Der Vater als zweiter potentieller Überträger ist jedoch ein vermeidbares Risiko. Hier trägt jeder einzelne auch eine gesellschaftliche Verantwortung – vor allem für die nach ihnen entbindenden Frauen“, so Dr. Dörr.

Die knappe vorhandene Schutzausrüstung benötigen wir ausschließlich für Medizin und Pflege. Somit können wir dieses knappe Gut nicht den werdenden Vätern zur Verfügung stellen, da hier keine medizinische Notwendigkeit der Begleitung besteht.

„Beide Potsdamer Geburtskliniken haben fachlich einhellig entschieden, derzeit keine werdenden Väter oder Partner im Kreißsaal zuzulassen. Ich respektiere diese Entscheidung in unserer Verfügung, die durch die Kliniken nicht leichtfertig getroffen wurde. Gerade derzeit sollten wir bei medizinischen Entscheidungen derer vertrauen, die über die fachliche Expertise verfügen. Auch in dieser emotional besonderen Situation für die werdenden Eltern geht die Sicherheit und Gesundheit sowohl der Hebammen als auch der werdenden Mütter und Neugeborenen vor. Mir ist bewusst wie schwierig diese Entscheidung ist. Wichtig war, das noch einmal klargestellt wird, dass der Besuch der Mutter-Kind-Station mit Regeln erlaubt ist“, sagt Mike Schubert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt.

Eine mit dem Coronavirus infizierte Hebamme oder ein infizierter Geburtsmediziner bedeutet ein hohes Risiko, die Infektion in hohem Maße weiterzutragen: Sie arbeiten direkt an den gebärenden Frauen, sie können nicht unter Vollschutzausrüstung arbeiten, sie betreuen teilweise mehrere Frauen gleichzeitig und sie müssen im Notfall sehr schnell reagieren.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe, unsere Mitarbeiter und insbesondere auch Frauen mit Frühgeburten sowie gefährdete Schwangere mit schweren Vorerkrankungen weitestgehend vor dem Coronavirus zu schützen.“ erinnert Prof. Dr. Fischer an unsere gesellschaftliche Verantwortung. In den Kliniken sind die Corona-Tests unseren stationären Patienten und den Klinikmitarbeitern vorbehalten. Ähnlich verhält es sich mit den vorhandenen Schutzausrüstungen, die unseren Ärzten, Pflegekräften und Hebammen in versorgungskritischen Bereichen vorbehalten sind. Diese Ausrüstung ist nur in begrenzter Zahl vorhanden und kann daher nicht an werdende Väter weitergegeben werden.

Potsdam, 23.03.2020

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

Info Potsdam Logo 2020-03-23 17:00:52 Vorherige Übersicht Nächste


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