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Potsdam, 15.12.2013

Fahndung nach Spinnern und Spannern: Winterbodensuche in Brandenburger Kiefernwäldern

 Im Landesbetrieb Forst Brandenburg starten in den Oberförstereien in jedem Jahr nach den ersten Frösten die als Winterbodensuche bezeichneten Kontrollen in ausgewählten Kiefernwäldern.

Kiefernspinner, Forleule, Kiefernspanner, Kiefernbuschhornblattwespen sowie Großer und Kleiner Waldgärtner gehören zu den Insekten, auf die die Forstmitarbeiter besonders achten müssen. Während die Raupen der Schmetterlinge und die Larven der Blattwespen durch Nadelfraß an der ganzen Baumkrone gefährlich werden können, verursachen Waldgärtnerarten in den Jung- und Altholzbeständen Zweig- und Triebschäden, „beschneiden“ also die Baumkronen – daher ihr Name. Forleule und Kiefernspinner zählen zu den gefürchtetsten Kiefernschädlingen, da sie zu Massenvermehrungen neigen und schon ein einmaliger Kahlfraß zum flächigen Absterben von Bäumen führen kann.

In der Streuschicht, im Humus und im oberen Mineralboden wird bei der Suche nach einer vorgegebenen Methode nach den Überwinterungsstadien gesucht. Das sind die Raupen, Puppen oder Kokons dieser Insekten. Bei den Waldgärtnerarten werden die am Boden liegenden frischen Triebabbrüche gezählt.

Das zuerst in Preußen und ab 1937 zeitweise für ganz Deutschland verbindliche Probesuchenverfahren hat sich bis heute bei der Vorhersage des Schädlingsauftretens bewährt. Geändert hat sich nicht das Prinzip der Suche, aber statistischen Untersuchungen folgend die Lage, Verteilung und Größe der Probeflächen. Heute sind es fünf Quadratmeter je Suchbestand, verteilt auf zehn Probeflächen. Im Land Brandenburg werden jährlich Puppensuchen in zirka 1.800 Suchbeständen durchgeführt. Bei stärkerem Befall wird das Suchraster verdichtet.

Mikroskopische Laboruntersuchungen im Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde geben anschließend Auskunft über den Vitalitätszustand der gefundenen Schadinsekten. So können realistische Gefährdungseinschätzungen getroffen und die ab dem Frühjahr intensiver zu überwachenden Waldbestände und die notwendigen Bekämpfungsstrategien festgelegt werden. Vor allem für den Südosten Brandenburgs wird nach Aussage des Landeskompetenzzentrums Forst der Nachweis kritischer Raupenzahlen des Kiefernspinners erwartet.

Potsdam, 15.12.2013

Veröffentlicht von:
Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Info Potsdam Logo 2013-12-15 17:32:15 Vorherige Übersicht Nächste


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