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Potsdam, 30.06.2022

Erster Zwischenstand Smart City Modellkommune vorgestellt


Landeshauptstadt Potsdam

Knapp ein Jahr nach der Zusage durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), dass Potsdam zur Modellkommune im Projekt Smart City wird, hat die Arbeitsgruppe Smart City den Stadtverordneten im Hauptausschuss einen Zwischenstand des Projektes vorgestellt. So sollen beispielsweise in den kommenden Monaten ein digitales Tool zur Bürger*innenbeteiligung erstellt und eine öffentliche Infrastruktur LoRaWAN zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen ein partizipatives Stadtteilmodell und eine offene urbane Datenplattform geschaffen werden. Aktuell befindet sich die Landeshauptstadt in der Strategieerstellung, die bis Mai 2023 durch die Stadtverordneten beschlossen werden soll.

„Wir wollen die Digitalisierung beschleunigen und innovative Projekte in Gang bringen, die ohne Förderung sonst nur auf lange Zeit gestreckt realisiert werden könnten. Innerhalb der vergangenen Monate haben wir einen Verwaltungsbereich Smart City mit neuen Mitarbeitenden aufgebaut, die Strategieerstellung vorangebracht und erste Projekte modellhaft erprobt. Wir verbinden dabei die drei zentralen Zukunftsthemen Digitalisierung, Bekämpfung des Klimawandels und Bürger:innenbeteiligung miteinander“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert.

Im Detail vorgestellt wurde das Projekt LoRaWAN (für Long Range Wide Area Network) durch Monty Balisch, Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam. Dieses digitale Funknetzwerk ermöglicht im Rahmen von Smart City die energieeffiziente Übertragung kleinerer Datenmengen über eine große Reichweite. Derzeit hat der Stadtwerke-Verbund fünf so genannte Gateways im Stadtgebiet errichtet und unterschiedliche Sensorarten für diverse Anwendungsfälle ins Netz eingebunden, welche stetig erweitert werden. Beispielsweise sind zu Testzwecken Sensoren in Konferenzräumen zur Messung des Raumklimas angebracht, zur Prüfung der Belegung von Parkplätzen an E-Ladesäulen, zur Kontrolle von Serverräumen sowie zur Messung der Bodenfeuchtigkeit im Umfeld von Bäumen. Hierbei sendet der Sensor regelmäßig die aktuelle Luft- und Bodentemperatur, die Luftfeuchtigkeit sowie die Bodenfeuchte. In einer nachgelagerten Plattform wird die Bewertung vorgenommen und dargestellt, ob die Bodenfeuchte für den Baum ausreichend ist. SWP-Geschäftsführer Balisch: „Das ist eine Anwendung, die wir derzeit mit der Landeshauptstadt besprechen und gemeinsam weiterentwickeln wollen. Darüber kann man erkennen, in welchen Bereichen beispielsweise die Straßenbäume gewässert werden müssen. Zudem sind wir im Austausch mit anderen Stadtwerken in Deutschland, solche smarten Systeme weiterzuentwickeln und künftig in der Praxis einzusetzen.“ Der Anwendungsfall der Raumklimaüberwachung könnte beispielsweise in öffentlichen Gebäuden (unter anderem Potsdamer Schulen und Kitas) eingesetzt werden.

Potsdam hatte sich mit dem Motto „Smart City Potsdam – Innovativ. Grün. Gerecht. Zusammen schaffen wir eine nachhaltige Stadt für morgen!“ im Förderprogramm Modellprojekte Smart Cities in enger Abstimmung mit den Stadtwerken Potsdam und weiteren kommunalen Unternehmen beworben. Das Vorhaben wird von zahlreichen Akteuren der Potsdamer Wissenschafts- und Wirtschaftslandschaft, der Wohnungswirtschaft im Potsdamer Arbeitskreis StadtSpuren sowie von Institutionen der Metropolregion Berlin-Brandenburg unterstützt.

Nach der Förderbewilligung wurde zur Steuerung ein Projektteam eingesetzt, das am Erfolg der Antragstellung anknüpft und die Umsetzung der ausgewählten Ideen vorbereitet. Gemeinsam mit den Potsdamerinnen und Potsdamern, Expertinnen und Experten sowie Stadtverordneten sollen die Prinzipien der digitalen Stadt diskutiert und ein gemeinsames Verständnis für die Rolle der Kommune in der digitalen Daseinsvorsorge gefunden werden. Oberbürgermeister Mike Schubert hatte im vergangenen Herbst zudem einen Digitalisierungsrat einberufen, der Impulse für die Umsetzung der Maßnahmen und Projekte geben und die Erarbeitung der Smart City Strategie begleiten soll. „Wir haben in Potsdam so viele kreative Köpfe, die uns bei der Digitalisierung mit ihrem Wissen unterstützen können. Ich freue mich auf die Ideen und die Dynamik, die für unsere Stadt daraus entstehen“, so Schubert.


Hintergrund
Im Herbst 2018 hatte Oberbürgermeister Mike Schubert angekündigt, dass Potsdam zukünftig stärker von der Innovationskraft der Potsdamer Wissenschaftslandschaft profitieren soll. Potsdam soll sich nach seinen Worten von der „Stadt der Wissenschaft zur Stadt des Wissenstransfers“ weiterentwickeln. Vor allem bei der Modernisierung der Daseinsvorsorge und beim Klimaschutz will die Stadt vom Know-how der Forschung in Potsdam profitieren. Im Mai 2019 wurde Oberbürgermeister Mike Schubert durch die Stadtverordnetenversammlung beauftragt, die Entwicklung eines Smart-City-Konzepts und die Möglichkeit einer Bewerbung in dem Förderprogramm des BMI zu prüfen. Im Ergebnis wurde den Stadtverordneten eine Teilnahme am Programm empfohlen. Im März 2021 beschloss die Stadtverordnetenversammlung eine Bewerbung der Landeshauptstadt Potsdam für die 3. Förderstaffel des BMI „Modellprojekte Smart Cities“. Die Bewerbung wurde gemeinsam mit den Stadtwerken und anderen kommunalen Unternehmen sowie vielen Potsdamer Wissenschaftseinrichtungen erarbeitet. Mit dem Beschluss wurden die notwendigen Eigenmittel für die Kofinanzierung der beantragten Bundesförderung sichergestellt. Im März 2021 hatte die Landeshauptstadt Potsdam ihre Bewerbung als Smart City Modellkommune beim BMI eingereicht. Am 15. Juli 2021 erfolgte die Förderbewilligung durch den Bund.

Mehr Informationen unter www.potsdam.de/smartcity

 

Potsdam, 30.06.2022

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

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