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Potsdam, 01.04.2022

Alter Heizhauskomplex im Industriegelände wird abgerissen


EWP: "Wir schaffen Baufreiheit für die Zukunft"

Neben dem Heizkraftwerk Potsdam-Süd im Industriegelände wird ab sofort ein alter Heizhauskomplex abgerissen. Die Straße „Zum Heizwerk“ ist seit Jahrzehnten ein zentraler Standort der Energie und Wasser Potsdam (EWP), der in den nächsten zehn Jahren weiterentwickelt werden soll. „Wir schaffen Baufreiheit für die Zukunft, denn mittelfristig steht wieder ein Brennstoffwechsel im Dienste des Klimaschutzes an.“, sagt die EWP-Bereichsleiterin für Erzeugung und Entsorgung, Cordula Schmaler. 

Zu DDR-Zeiten standen an dieser Stelle zwei mit Kohle betriebene Fernwärme-Heizwerke. In den 1990er Jahren gab es den ersten Brennstoffwechsel - von Kohle zu Erdgas mit Kraft-Wärme-Kopplung - mit dem Bau des Heizkraftwerkes (HKW) Potsdam-Süd 1995. Seitdem gibt es wieder lokale Stromerzeugung in Potsdam. 

Nachdem die Sprengung des alten Schornsteins 1997 weithin sichtbar das Ende der Kohle-Ära symbolisierte, wird nun das Gelände der alten Heizwerke umgestaltet. In den nächsten Jahren wird die Energiezukunft im künftigen Erzeugungspark Potsdam-Süd gestaltet. Damit will die EWP die Ziele des Masterplans „100% Klimaschutz“ erfüllen und die Versorgung für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen. 

Ein erster Schritt wurde mit der großen Solarthermie-Anlage 2019 gemacht, weitere Energieerzeugungsanlagen und der Ersatzneubau für das Heizkraftwerk Potsdam-Süd sollen hier in den nächsten zehn Jahren entstehen. Die Planungen und deren Umsetzung werden Aufgabe der nächsten Jahre sein. Die räumlichen Voraussetzungen werden nun geschaffen. 

Neben dem HKW Potsdam-Süd stehen noch die alten Gebäude, die teilweise zwischengenutzt wurden. EWP-Projektleiter René Elgert erläutert: „Diese 13 Einzelgebäude sowie 6 große Kohle-Heizkessel werden bis Jahresende 2022 durch einen Abrissbagger abgetragen. Neben dem kontrollierten, selektiven Rückbau und fachgerechter Entsorgung der Schadstoffe und Abfälle wird es auf dem Gelände eine Bodensanierung und Tiefenenttrümmerung geben. Dies sind wichtige Voraussetzungen für den Bau der Fundamente künftiger Anlagen.“ Der 56 Meter lange Ausleger des Baggers ist weithin in der Landschaft sichtbar. 70.000 Kubikmeter umbauter Raum werden zurückgebaut. Zwei Gebäude, die teilweise auch gewerblich vermietet sind, bleiben erhalten.

Langfristig geplant und vorbereitet wurde der Abriss durch die EWP bereits seit 2020. Unter anderem wurden in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde eine Reihe von Ausgleichsmaßnahmen entwickelt. Neben Ausgleichspflanzungen für Bäume wurden Nisthilfen (Nistkästen) für mehrere Tierarten (Turmfalke, Haus- u. Feldsperling, Hausrotschwanz, Blaumeise, Bachstelze, Zwergfledermäuse sowie Stare) errichtet. Es erfolgt eine ökologische Baubegleitung vor und während des Abriss durch Artenschutzgutachter.

Die Abrissarbeiten durch regionale Spezialfirmen kosten insgesamt rund drei Millionen Euro.

Die eingezäunte Abrissbaustelle wird umfangreich überwacht, um unbefugten Zutritt verhindern, denn es handelt sich um gefährliche Bauarbeiten. Außerdem werden die Abrissarbeiten fotografisch dokumentiert. 

Die Erdgastankstelle am Heizkraftwerk ist während Abrissarbeiten weiter in Betrieb.

Potsdam, 01.04.2022

Veröffentlicht von:
Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP)

Info Potsdam Logo 2022-04-01 11:05:30 Vorherige Übersicht Nächste


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