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Potsdam, 24.01.2019

740 Druckgrafiken, Zeichnungen und Stadtpläne digital aufbereitet Dritter Teil des Digitalisierungsprojekts ?Brandenburg im Bild? abgeschlossen


Landeshauptstadt Potsdam

Das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte hat mit der Digitalisierung von historischen Potsdamer Stadtplänen und Architekturzeichnungen sowie Veduten von Frankfurt (Oder) in diesen Tagen den dritten Teil des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) geförderten Digitalisierungsprojekts „Brandenburg im Bild. Historische Ortsansichten aus dem Land Brandenburg“ beendet. Das kooperativ angelegte Projekt entstand 2015–2018 nach einer Idee von Dr. Iris Berndt, die 2007 das Standardwerk „Märkische Ansichten“ vorgelegt hat.

Ziel des Digitalisierungsprojekts ist es, einen nutzerfreundlichen Zugang zum regionalen Ansichtenbestand in der Museumsdatenbank www.museum-digital.de zu schaffen und damit die Qualität und Vielfalt der Bestände brandenburgischer Museen vorzustellen. An der Pilotphase des Projektes waren das Potsdam Museum als koordinierende Institution, das Stadtmuseum im Frey-Haus in Brandenburg an der Havel und das Museum in der Adler-Apotheke Eberswalde beteiligt. 2016 kam als neuer Partner das Museum Neuruppin hinzu, 2018 das Museum Viadrina Frankfurt (Oder). Partner für die Umsetzung des Projektes war die Koordinierungsstelle Brandenburg-digital an der Fachhochschule Potsdam.

Insgesamt konnten 740 Druckgrafiken, Zeichnungen und Stadtpläne digitalisiert und wissenschaftlich aufbereitet werden. Das Digitalisierungslabor der FH Potsdam und die Fotografen Michael Lüder (Potsdam), kienzle|Oberhammer (Berlin) und Tobias Tanzyna (Leipzig) erstellten die Aufnahmen der Blätter. Konservatorisch erschlossen wurden sie von dem Diplom-Restaurator Oliver Max Wenske. Die Koordinierung und wissenschaftliche Betreuung lag bei Dr. Uta Kaiser vom Potsdam Museum. 2017 entwickelte das Potsdam Museum aus dem Projekt heraus die Ausstellung „Faszinierender Blick. Potsdamer Veduten des 17.–19. Jahrhunderts“.

Der Entstehungszeitraum der in museum-digital eingestellten Stadtpläne, Architekturzeichnungen und Veduten reicht bis ins 20. Jahrhundert hinein, der Schwerpunkt liegt auf dem 19. Jahrhundert. Das Projekt schloss eine intensive Forschung im Sammlungsbereich Grafik an den beteiligten Institutionen ein, die den Kontext der Entstehung jedes Blattes mit in den Blick nahm. Wer war der Auftraggeber? König, bürgerlicher Verleger oder Eigeninitiative? Welche Themen wurden als bildwürdig erachtet? Arbeitete der Künstler in der Natur oder nach bereits vorhandenen Vorlagen? In welchem Zeitraum entstand ein Blatt? Wie haben sich Perspektiven, Drucktechnik und Verbreitungsmöglichkeiten im Laufe der Jahrzehnte gewandelt?

Im vergangenen Jahr konnten vor allem im Bereich der Architekturzeichnung für Potsdam einige spannende Entdeckungen gemacht werden. So konnte der Dipl.-Ingenieur und Architekturhistoriker Thomas Sander, der seit Projektbeginn mit der Erschließung mehrerer hundert Blätter beauftragt war, eine ganze Reihe von nicht detailliert bezeichneten Aufrissen und Lageplänen von Grundstücken, Bürgerhäusern und öffentlichen Einrichtungen in der Potsdamer Innenstadt verorten, unter anderem Am Kanal, in der Burgstraße und der Breiten Straße, letzterer aus dem Umkreis von Ludwig Persius (1803–1845).

Aus den vielen reizvollen Ansichten des Kooperationspartners Museum Viadrina Frankfurt (Oder) sei auf die Stadtbilder von Max Heilmann hingewiesen (1869–1956), dessen 150. Geburtstag das Museum Viadrina ab dem 7. April 2019 – dem Geburtstag des Künstlers – eine Sonderausstellung widmet. 1869 als Sohn eines Gastwirts im schlesischen Schmiedeberg geboren, studierte Heilmann an den Kunstakademien in Breslau und Weimar. Zunächst arbeitete er freischaffend, um später an das Frankfurter Friedrichsgymnasium als Zeichenlehrer berufen zu werden. Bis 1945 blieb er seiner Wahlheimat Frankfurt (Oder) treu. Er gilt als Chronist einer Stadt, die durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges fast völlig zerstört wurde. In den Ansichten Heilmanns und seiner Vorgänger wird das Bild der Stadt wieder lebendig.

Das Themenportal „Brandenburg im Bild“ ist abrufbar unter https://bit.ly/2zjaz8V .   

 

Potsdam, 24.01.2019

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

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