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Potsdam, 15.12.2016

1.000 neue Arbeitsplätze im Wissenschaftspark Potsdam-Golm

Zur Überwindung der bestehenden Engpässe bei Büro- und Laborflächen unternimmt die Landeshauptstadt Potsdam einen wichtigen Schritt. Über die kommunale Technologie- und Gewerbezentren Potsdam GmbH (TGZP) soll bis 2018 ein neues Büro- und Laborgebäude im Wissenschaftspark Golm geplant und errichtet werden. Hierfür wurden im März 2016 die notwendigen Planungsleistungen ausgeschrieben und vergeben. Der Bauantrag soll Anfang 2017 gestellt werden, der Baubeginn ist für Mitte 2017 geplant.

Der Neubau wird eine Nutzfläche von etwa 3.100 m² haben. Nach ersten Kostenschätzungen belaufen sich die Baukosten auf etwa 11 Mio. Euro, die Finanzierung soll überwiegend über eine Kreditaufnahme der TGZP GmbH erfolgen. Wichtige Unterstützungsbeiträge für dieses Projekt gab es durch das Land durch die kostenfreie Übertragung des entsprechenden Baugrundstückes an die TGZP GmbH.

Oberbürgermeister Jann Jakobs sagte zur Entwicklung des Standortes: „Der Neubau ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung unserer konkreten Ziele für die Entwicklung des Wissenschaftspark in den nächsten 10 Jahren. Zu diesen Zielen zählt zum einen die Schaffung von 1.000 neuen und hochqualifizierten Arbeitsplätzen. Zum zweiten möchten wir mindestens ein großes Ankerunternehmen sowie 100 kleine und mittlere Unternehmen ansiedeln. Und schließlich planen wir die Realisierung von gewerblichen Immobilien-Investitionen in Höhe von mindestens 100 Mio. Euro.“

„Immobilieninvestitionen sind notwendig, um benötigte Büro- und Laborflächenangebote speziell für kleinere und mittlere Hightech-Unternehmen zu schaffen und so das Wachstum und die Leuchtturmfunktion des Wissenschaftsparks zu stärken.“, ergänzte der Leiter der Potsdamer Wirtschaftsförderung, Stefan Frerichs.

In gemeinsamen Bemühungen von Landesregierung und Landeshauptstadt Potsdam konnten zwei Immobilieninvestoren und ein Unternehmen für Investitionsvorhaben auf den Flächen des Bebauungsplans 100-1 gewonnen werden. Durch einen inländischen Investor soll, direkt angrenzend an das GO:IN 1 und 2 ein weiteres Büro- und Laborgebäude errichtet werden. Ein internationaler Investor plant ebenfalls die Bebauung eines ca. 14.000 m² großen Grundstückes mit gewerblichen Nutzungsmöglichkeiten. Bei dem Unternehmen handelt es sich um ein Life Science Unternehmen, das seine bisher drei verteilten Standorte in Berlin und Brandenburg in einem eigenen Neubau in Golm konsolidieren möchte.

Um eine zielgerichtete Entwicklung auf den Flächen des Bebauungsplans Nr. 129 zu sichern, beabsichtigt die Landeshauptstadt Potsdam über die kommunale ProPotsdam GmbH die gewerblichen Flächen innerhalb des Bebauungsplanes Nr. 129 von den privaten Eigentümern zu erwerben, zu erschließen und zu vermarkten. Die Erschließung und Vermarktung der Flächen soll mit Hilfe des Förderprogramms GRW-Infrastruktur kofinanziert werden.

Standortmanagement hat Schlüsselrolle für Entwicklung

Im Rahmen des Road Map Prozesses hatten sich die Landeshauptstadt Potsdam und die Universität darauf verständigt, unter dem Dach einer gemeinsamen Gesellschaft zukünftig das Standortmanagement für den Wissenschaftspark zu betreiben. Angestrebt wird keine Neugründung, sondern eine Übernahme von zwei bestehenden Gesellschaften durch Stadt und Universität. Mit der angestrebten neuen Gesellschafterstruktur soll die Verantwortlichkeit für die Aufgabe der Standortentwicklung und das Standortmanagement sichtbar werden. Parallel zum Förderantrag wird deshalb aktuell auch an der Schaffung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen gearbeitet. Die Projekte bzw. Maßnahmenfelder werden durch aktive Beiträge und unterstützenden Maßnahmen des Landes Brandenburg ermöglicht.

Um aber auch die definierten langfristigen Ziele der Standortentwicklung zu erreichen, sollen und müssen sich daran zahlreiche weitere gemeinsame Maßnahmen anschließen. Die Entwicklung des Wissenschaftsparks Potsdam-Golm zu einem Innovationsstandort mit internationaler Ausstrahlung ist ein langfristiger Prozess. Die angestrebte Wettbewerbsposition im internationalen Ranking zu halten und zu verteidigen ist dann eine permanente Aufgabe und Herausforderung. Sie erfordert stets eine fortgesetzte aktiven Begleitung, Steuerung und Unterstützung durch Stadt und Land. Einsicht und Bereitschaft dazu sind zwingende Voraussetzungen für den Erfolg. Eine folgerichtige Konsequenz ist die kontinuierliche Fortführung des begonnenen Road Map Prozesses.

Hintergrund

Seit seiner Gründung in den 1990er Jahren hat sich der Wissenschaftspark Potsdam-Golm zum größten Wissenschafts- und Forschungsstandort im Land Brandenburg entwickelt. Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Entwicklung und Profilierung des Standortes sind die vorhandenen Potentiale als Wirtschafts- und Innovationsstandort bisher zu weiten Teilen aber unterentwickelt und ungenutzt. Gemeinsame Verantwortung und Ziel von Land und Stadt ist es, diese Defizite zu überwinden und den Standort innerhalb der nächsten 10 Jahre zu einem international wettbewerbsfähigen Innovationsstandort auszubauen.

Mit diesem Anspruch wurden in einem ersten Schritt im Jahr 2015 eine internationale Vergleichsuntersuchung mit skandinavischen Innovationsstandorten erarbeitet und im Ergebnis zentrale Handlungsfelder und prioritäre Maßnahmen identifiziert. Im zweiten Schritt konstituierte sich eine Arbeitsgruppe (Task Force)  und es erfolgte der Start zur Erarbeitung eines konkreten Maßnahmen- und Umsetzungsplans (Road Map).

Wichtigstes Ergebnis des bisherigen Prozesses ist der erzielte Konsens: Es ist eine gemeinsame Aufgabe, Verantwortung und Ziel von Landesregierung und Stadt, die bestehenden Defizite zu überwinden und den Standort in den nächsten 10 Jahren zu einem international wettbewerbsfähigen Innovationsstandort auszubauen. Dies kann aber nur in gemeinsamer Anstrengung und Zusammenarbeit gelingen. Alle Beteiligten müssen dafür aktive Beiträge erbringen. Aufgrund seiner solitären Stellung und Funktion im und für das Land Brandenburg, bedarf und rechtfertigt der Standort einer besonderen Unterstützung und Förderung.

Erste konkrete Maßnahmen- und Umsetzungsvorschläge für die weitere Standortentwicklung wurden durch die Task Force im Mai 2016 präsentiert und vorgestellt. Im Ergebnis wurden für die erste Umsetzungsphase prioritäre Maßnahmen in drei Handlungsfelder definiert und deren Umsetzung verabredet. Zielstellung dieser prioritären Maßnahmen ist es:

  • die „kritische Masse“ an Mietflächen und Nutzern zu erhöhen
  • die Entwicklung und Vermarktung von gewerblichen Ansiedlungsflächen zu optimieren
  • durch ein deutlich erweitertes Standortmanagement die Attraktivität und Anziehungskraft des Wissenschaftsparks zu stärken.

Potsdam, 15.12.2016

Veröffentlicht von:
Stadtverwaltung Potsdam / Wissenschaftspark Golm

Info Potsdam Logo 2016-12-15 11:37:47 Vorherige Übersicht Nächste


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