Navigation überspringen
Potsdam, 01.05.2015

Wort gehalten: Vogelsänger setzt Biberverordnung für das Land Brandenburg in Kraft

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger setzt mit Wirkung vom 1. Mai 2015 die Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen für den Biber (Castor fiber) in Kraft. Der Minister hatte Ende Februar bei der Vorstellung seines Sieben-Punkte-Plans zum landesweiten Bibermanagement die Erarbeitung einer Brandenburgischen Biberverordnung (BbgBoberV) angekündigt.

Vogelsänger: „Die Landesverordnung allein löst nicht alle Probleme, sie ist aber ein wesentlicher Baustein, um ein einheitliches Vorgehen der Behörden in den Landkreisen bei der Abwehr von Biberschäden zu gewährleisten. Einschränkungen wird es in naturschutzrechtlich geschützten Gebieten geben. Aber im Zusammenwirken mit den sechs weiteren von uns vorgeschlagenen Maßnahmen, die vor allem auf Prävention abzielen, erwarten wir eine Entschärfung der Probleme, gerade auch für die Menschen im Oderbruch. Wir haben uns aber bereits darauf verständigt, in zwei Jahren eine erste Bilanz zu ziehen und gegebenenfalls das Bibermanagement weiter zu entwickeln.“

Auf Initiative von Vogelsänger wurde vor diesem Hintergrund im Landkreis Märkisch-Oderland bereits eine regionale Arbeitsgruppe aus Landwirten, Naturschützern, Verwaltungen und weiteren Interessengruppen gebildet, die bereits erste Verabredungen getroffen hat, um in der Region, die besonders hohen Belastungen durch die Ausbreitung der Biberpopulation ausgesetzt ist, zu Lösungen zu kommen.

Der noch zu Wendezeiten in Brandenburg fast ausgerottete Biber hat sich im Land inzwischen – insbesondere im Oderbruch – wieder zahlreich vermehrt. Was zum einen ein Beleg für erfolgreiche Naturschutzarbeit ist, das mit der Rückgewinnung naturnaher Lebensräume am Wasser einhergeht, ist aus der Sicht vieler Anwohner und Landeigentümer zunehmend ein Problem. So nehmen nicht nur die Schäden auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen zu, gefährdet werden auch Stau- und Hochwasserschutzanlagen wie Deiche und Dämme, Straßen, Kläranlagen und Fischteichen sowie naturschutzfachlich bedeutsame Flächen wie Orchideenwiesen oder Anpflanzungen im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Die Verordnung setzt darauf an, dass bei Gefahr für Leib und Leben, beispielsweise durch die Schädigung von Hochwasserschutzanlagen und  Straßen, und bei erheblichen wirtschaftlichen Schäden gehandelt werden muss. In letzter Konsequenz ist auch das Fangen und die Tötung einzelner Biber vorgesehen.

Sieben Punkte zum Bibermanagement in Brandenburg

  • Erlass einer  Biberverordnung.Ziel: Zulassung von Ausnahmen zur Gefahrenabwehr unter konkreten Rahmenbedingungen.Geltungsbereiche: Deiche und sonstige Hochwasserschutzanlagen, Dämme von Kläranlagen und erwerbswirtschaftlich genutzten Fischteichanlagen
  • Erstattung des Mehraufwands für  die Gewässerunterhaltungsverbände für Prävention und Vermeidung von Biberschäden. Geltungsbereich: Gewässer 2. Ordnung, Erstattung: 50 Prozent des Mehraufwands, Bagatellgrenze: 20.000 Euro, Beginn: 3. Quartal 2015 (in Abhängigkeit von der Verabschiedung des Landeshaushalts),jährliches Volumen: 300.000 Euro
  • Förderung von Präventionsmaßnahmen aus der ELER-Richtlinie „Natürliches Erbe“ mit  bis zu 700.000 Euro in der EU-Förderperiode bis 2020 Sicherung von Dämmen in Teichgütern, Material zur Sicherung von Gehölzen, Deichanlagen und Dämmen, Anlage von Drainagen
  • Maßnahmen im Lebensraum des Bibers. Greening-Maßnahmen im Rahmen der Agrarförderung; gezielt für die Anlage von Gewässerschutzstreifen, Vertragsnaturschutz für die Anlage von Ackerrandstreifen an Gewässern 
  • Einstellung von zwei Bibermanagern. Finanzierung durch das Agrar- und Umweltministerium. Aufgaben: Aufbau eines Netzes ehrenamtlicher Biberbetreuer in den Landkreisen beziehungsweise Kommunen für Monitoring, Beratung, Unterstützung des Vollzugs bei Maßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, Konfliktberatung, Schulung und Beratung bei Prävention und Maßnahmen, Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden
  • Verbesserung des Vollzugs in den Kreisen. Arbeitsgremien auf Kreisebene mit Gewässerunterhaltungs- und Naturschutzverbänden unter Einbeziehung der Landesverbände und des Agrar- und Umweltministeriums zur Entschärfung von Konflikten, Diskussion von Lösungsmöglichkeiten, Prioritäten der Vollzugsarbeit; hierzu überarbeitet das Ministerium seine Hinweise für den Vollzug in den Kreisen

Potsdam, 01.05.2015

Veröffentlicht von:
MLUL

Info Potsdam Logo 2015-05-01 14:47:24 Vorherige Übersicht Nächste


1550

Das könnte Sie auch interessieren:

Verkehrsprognose für die Woche

Verkehrsprognose für die Woche

vom 19. bis 25. Oktober 19.10.26 - Am Kanal Für die Schacht- und Kanalsanierung muss die Straße Am Kanal zwischen Burgstraße und Französische Straße halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr in Richtung L40 Nuthestraße wird an der ...
Netzgesellschaft Potsdam saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal

Netzgesellschaft Potsdam saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal

15.10.26 - Die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal vom 20. Oktober bis zum 29. Oktober 2026. Die Sanierungsarbeiten dienen der langfristigen Sicherstellung einer ...
Warnung vor Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden

Warnung vor Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden

im Stadtgebiet Potsdam 15.10.26 - Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) und die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) warnen vor aktuellen Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden im Stadtgebiet Potsdam. Besonders betroffen sind derzeit ältere ...
Wasserrohrbruch in der Berliner Straße: Trinkwasserversorgung gesichert.

Wasserrohrbruch in der Berliner Straße: Trinkwasserversorgung gesichert.

Straßenbahnverkehr fährt wieder an 06.10.26 - Nach dem Wasserrohrbruch in der Berliner Straße am gestrigen Abend hat die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) die Reparaturarbeiten an der Trinkwasserleitung erfolgreich abgeschlossen. Die Trinkwasserversorgung für die ...
Verkehrsprognose für die Zeit

Verkehrsprognose für die Zeit

vom 5. bis 11. Oktober 04.10.26 - Potsdamer Chaussee B2 Höhe Krampnitz Zur Anbindung des Stadtteils Krampnitz an das Straßennetz wird ein neuer Knotenpunkt auf der Potsdamer Chaussee (B2) zwischen Hannoversche Straße und Rotkehlchenweg gebaut. ...

 
Facebook twitter