Navigation überspringen
Potsdam, 10.03.2017

Wieder am Start: Frosch, Molch und Kröte

Jetzt ist es wieder soweit: Frösche, Molche und Kröten verlassen ihre frostfreien Winterverstecke in Wäldern und Parks und wandern zu ihren Laichgewässern. Insbesondere Autofahrer sollten auf die überwiegend nachts und in den Dämmerungsphasen aktiven Wanderer Rücksicht nehmen.

Die Amphibien, die in diesen Tagen vor allem in regnerischen Nächten und bei Temperaturen über 5 °C nach draußen streben, bewältigen nicht selten kilometerlange Entfernungen. Sie queren Straßen, Siedlungsgebiete oder bewirtschaftete Wiesen und Äcker. Dabei drohen ihnen vielfältige Gefahren, insbesondere durch den Straßenverkehr. Insbesondere vielbefahrene Straßen werden zu regelrechten Barrieren.

An rund 90 besonderen Gefährdungspunkten in Brandenburg wurden deshalb in den zurückliegenden Jahren „Krötentunnel“ installiert, die es Kleintieren – nicht nur Amphibien – ermöglichen, die Straße sicher zu unterqueren. Darüber hinaus haben ehrenamtliche Naturfreunde in den letzten Tagen an rund 80 weiteren Straßenabschnitten Folienzäune errichtet. Hier sammeln sie die Kröten, Frösche und Molche in Fangeimern, um sie anschließend sicher über die Straße zu befördern. Von dort setzen die Tiere nach einer kurzen Orientierungspause ihre Wanderung zum Laichgewässer fort.

Doch nicht nur an diesen Stellen gilt jetzt besondere Vorsicht. Generell sollte in den als Amphibienkorridore gekennzeichneten Straßenabschnitten bzw. auf Straßen mit Amphibienaktivitäten besonders rücksichtsvoll gefahren werden. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h sind Amphibien bereits durch die entstehende Druckwelle gefährdet. Besonders an regnerischen und milden Abenden mit Temperaturen von mehr als 5°C sind Amphibien und andere Kleintiere vor allem in gewässerreichen Regionen unterwegs - auch in den (Vorstadt-)Siedlungen. Ungeschützte Amphibienwechsel sollten zudem der zuständigen Naturschutzbehörde gemeldet werden.

Aber auch im Garten kann man jetzt Amphibien begegnen. Denn hin und wieder überdauern sie den Winter auch in einem Keller. Doch auch dort werden sie von ihrer inneren Uhr an die bevorstehende Paarungszeit erinnert. Sofern die Tiere aus ihrem Kellerversteck nicht wieder herausfinden, sollte man ihnen dabei helfen.

Amphibien zählen heute zu den weltweit am stärksten gefährdeten Tiergruppen. In Brandenburg stehen mehr als zwei Drittel der einheimischen Spezies in der Roten Liste der gefährdeten Arten und es werden große Anstrengungen unternommen, um die Bestände zu stabilisieren. Neben den Schutzmaßnahmen an Straßen sind der Schutz und die Pflege der Laichgewässer von besonderer Bedeutung. Geringe Niederschläge, wie sie bereits seit einigen Jahren die Witterung in der Region prägen, lassen die Tümpel und Weiher in großer Zahl versiegen. Umso mehr sind die Bewohner dieser Lebensräume sowohl auf effektive Schutzmaßnahmen als auch auf eine nachhaltige Bewirtschaftung des Oberflächen- und Grundwassers angewiesen.

Die Naturschutzstation Rhinluch im Landesamt für Umwelt organisiert in Brandenburg ein landesweites Erfassungsprogramm (www.agnatur.net) zum Vorkommen von Amphibien und Reptilien („Herpetofauna XXL“). Hierfür ist jede Einzelbeobachtung von großer Bedeutung. Das Artenkataster ist die Grundlage für landesweite und regionale Schutzprogramme für gefährdete Amphibienarten. Auch Freiwillige, die den praktischen Amphibienschutz, zum Beispiel an den Krötenzäunen unterstützen möchten, können sich in der Naturschutzstation melden.

Potsdam, 10.03.2017

Veröffentlicht von:
Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Info Potsdam Logo 2017-03-10 09:31:21 Vorherige Übersicht Nächste


1365

Das könnte Sie auch interessieren:

Verkehrsprognose für die Woche

Verkehrsprognose für die Woche

vom 19. bis 25. Oktober 19.10.26 - Am Kanal Für die Schacht- und Kanalsanierung muss die Straße Am Kanal zwischen Burgstraße und Französische Straße halbseitig gesperrt werden. Der Verkehr in Richtung L40 Nuthestraße wird an der ...
Netzgesellschaft Potsdam saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal

Netzgesellschaft Potsdam saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal

15.10.26 - Die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) saniert die Mischwasserkanäle in der Straße Am Kanal vom 20. Oktober bis zum 29. Oktober 2026. Die Sanierungsarbeiten dienen der langfristigen Sicherstellung einer ...
Warnung vor Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden

Warnung vor Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden

im Stadtgebiet Potsdam 15.10.26 - Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) und die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) warnen vor aktuellen Haustürgeschäften und falschen Mitarbeitenden im Stadtgebiet Potsdam. Besonders betroffen sind derzeit ältere ...
Wasserrohrbruch in der Berliner Straße: Trinkwasserversorgung gesichert.

Wasserrohrbruch in der Berliner Straße: Trinkwasserversorgung gesichert.

Straßenbahnverkehr fährt wieder an 06.10.26 - Nach dem Wasserrohrbruch in der Berliner Straße am gestrigen Abend hat die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) die Reparaturarbeiten an der Trinkwasserleitung erfolgreich abgeschlossen. Die Trinkwasserversorgung für die ...
Verkehrsprognose für die Zeit

Verkehrsprognose für die Zeit

vom 5. bis 11. Oktober 04.10.26 - Potsdamer Chaussee B2 Höhe Krampnitz Zur Anbindung des Stadtteils Krampnitz an das Straßennetz wird ein neuer Knotenpunkt auf der Potsdamer Chaussee (B2) zwischen Hannoversche Straße und Rotkehlchenweg gebaut. ...

 
Facebook twitter