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Potsdam, 20.03.2018

Totholz lebt – Landesforst schließt Pilotprojekt zu Totholz im Wald mit vier Kurzfilmen ab

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) und die Design Akademie Berlin (DAB) haben ein gemeinsames Pilot-Projekt erfolgreich beendet. Daraus resultieren vier kurze Filmspots zum Thema Totholz im Wald, mit denen der LFB neue Wege in seiner Öffentlichkeitsarbeit beschreitet. Diese Spots sollen dazu beitragen, einen Teil dessen, was die Arbeit der Landesforstverwaltung ausmacht, in modernen Medien wie z. B. dem Internet zu platzieren. Alle Spots unter: http://forst.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.235498.de.

Totholz wird insbesondere im Biotop- und Artenschutz als Sammelbegriff für abgestorbene Bäume oder deren Teile verwendet. Grob unterteilt wird dabei zwischen stehendem Totholz, Trockenholz (noch nicht umgefallenen abgestorbenen Bäume  oder deren Teile) und liegendem Totholz oder Moderholz, das bereits auf dem Erdboden liegt. Aber: Totes Holz ist nicht wirklich tot. Zumindest der ideelle Wert von abgestorbenen Bäumen oder Baumteilen ist oft höher einzuschätzen als der geringe Restwert des Holzes selbst.

Totholz wird durch eine Vielzahl von Organismen genutzt, die sich im Laufe der Zeit  an diesen Lebensraum angepasst haben. Je nach Holzart und Stand des Verfallsprozesses sind etwa 600 Großpilzarten und rund 1.350 Käferarten an der vollständigen Zersetzung – der Fachmann spricht von der Remineralisierung - eines Holzkörpers beteiligt. Zwischen Pilzen und Insekten bestehen unterschiedliche Abhängigkeiten. Insekten übertragen Pilzsporen auf den Holzkörper, die Pilze können wiederum Nahrungsquelle und Teillebensraum für Insekten sein.

So ist jeder Totholztyp, ob liegend oder stehend, mit seiner eigenen Flora und Fauna eng verbunden. Es entstehen Lebensgemeinschaften in der Rinde, im Holz, in Baumhöhlen und in Sonderstrukturen wie Saftflüssen, Ameisennestern oder Brandstellen.

Pilze, Flechten, Moose, Farne und viele Insektenarten wie etwa Ameisen, Hautflügler und Schmetterlinge finden dort ihren Lebensraum. Der überwiegende Teil der heimischen rund 1.000 Wespen- und Bienenarten etwa ist auf Alt- und Totholz angewiesen. 

Mit dem sogenannten Methusalemprojekt des LFB wurden in den letzten 15 Jahren bereits mehr als 200.000 alte Bäume dauerhaft geschützt. Das Projekt tritt nun durch die zusätzliche Ausweisung von Biotopbaum-Arealen in seine zweite Phase. Mit Methusalem 2.0 soll die Förderung der Biotopbäume und des Totholzes im Landeswald in den nächsten zehn Jahren durch die Einbeziehung von Baumgruppen und Arealen alter, absterbender und toter Bäume erweitert werden. Der LFB strebt damit eine verstärkte Integration der Naturschutzbelange in die Waldbewirtschaftung an. 

Begleitend zur Biotop- und Totholzstrategie des LFB entstanden in den vergangenen knapp fünf Monaten vier Imagespots. Mit der DAB konnte ein innovativer Kooperationspartner gefunden werden, mit dem diese Imagespots als ein zeitgemäßes Kommunikationsinstrument erprobt wurden. Weitere Informationen unter: www.forst.brandenburg.de

Potsdam, 20.03.2018

Veröffentlicht von:
MLUL

Info Potsdam Logo 2018-03-20 10:21:50 Vorherige Übersicht Nächste


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