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Potsdam, 13.07.2026
Foto: Offizieller Bohrstart für Tiefengeothermie am HKW Süd

Offizieller Bohrstart für Tiefengeothermie am HKW Süd


EWP erschließt weitere Wärmequelle für Potsdam

Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) hat die Bohrungen zur Tiefengeothermie am Heizkraftwerk Süd offiziell gestartet. Ziel ist es, Erdwärme am Standort für die künftige Fernwärmeversorgung in Potsdam nutzbar zu machen.

Bohrungen zur Erschließung neuer Wärmequellen für Potsdam

Seit Ende Juni wurde auf dem Gelände zunächst die Bohranlage errichtet und für den Bohrbetrieb vorbereitet. Die Bohrarbeiten, die im Juli angelaufen sind, werden im 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen in der Woche durchgeführt. Sie sind zunächst bis Ende 2026 vorgesehen.

Die Bohrungen dienen dazu, Erdwärme am Standort Süd für die Potsdamer Fernwärme nutzbar zu machen. Im Zuge der ersten Bohrung werden zudem die geologische Schichtenfolge sowie die Bewertung des vorhandenen Erdwärme- und Solepotenzials vorgenommen. Belastbare Aussagen zur Wärmeleistung und Fördertemperatur können erst nach Auswertung der Daten der ersten Bohrung getroffen werden. Die Ergebnisse werden voraussichtlich noch vor Ende des Jahres vorliegen.

Brandenburgs Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa, Martina Klement, verfolgte selbst den Bohrstart in Drewitz: Für die Wirtschaftsministerin sind konkrete erneuerbare Wärmeprojekte wie die Potsdamer Tiefengeothermie ein wichtiger Hebel für die Transformation der Energieversorgung: „Die Wärmewende braucht verlässliche und bezahlbare Lösungen. Die Tiefengeothermie kann dabei eine Schlüsselrolle übernehmen, weil sie dauerhaft Wärme liefert und fossile Energieträger ersetzt. Potsdam macht vor, wie eine moderne und klimafreundliche Fernwärmeversorgung der Zukunft aussehen kann – und setzt damit Maßstäbe für ganz Brandenburg.“

HKW Süd wird Schlüsselstandort für die Wärmewende

„Unser Wissen und unsere Erfahrung aus unserem ersten Projekt an der Heinrich-Mann-Allee ist die Grundlage für unsere Tiefengeothermie am Standort Süd. Hier wollen wir neben dem Aalen-Sandstein auch den darunterliegenden Domer-Sandstein nutzen. Dafür werden Bohrungen bis auf eine Tiefe von bis zu 2.000 Metern niedergebracht. Das ist geologisch anspruchsvoll, bietet aber den Vorteil, dass Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Wärmegewinnung verbessert werden. Wir hoffen mit der Anlage am Heizkraftwerk deutlich mehr als 12 Megawatt thermische Leistung erzeugen zu können“, erklärte Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP.

„Die Wärmewende ist eine große, bedeutende Investition in die Zukunft Potsdams. Unser Anspruch ist, sie so umzusetzen, dass sie langfristig ein Gewinn für die Landeshauptstadt Potsdam wird und möglichst viele Menschen und Unternehmen davon profitieren. Dafür arbeiten wir auf mehreren Ebenen: Wir sichern gute Finanzierungskonditionen, erschließen neue Wärmequellen, bauen die Fernwärme weiter aus und verbessern die Anschlussbedingungen. Dass wir dafür zusätzliche Kreditzusagen der Europäischen Investitionsbank erhalten haben, ist ein starkes Signal. Es bestätigt, dass wir mit unserem Weg fachlich und wirtschaftlich überzeugen“, freut sich Monty Balisch, kaufmännischer Geschäftsführer der EWP, im Rahmen der Veranstaltung.

Die EWP arbeitet in dem Tiefengeothermieprojekt eng mit Unternehmen und Institutionen zusammen, die ihre Fachexpertise in das Projekt einbringen. So wird das Projekt durch das GFZ wissenschaftlich begleitet. Die Unternehmen UGS GmbH und Envi Con Engineering GmbH sind an der Realisierung ebenfalls maßgeblich beteiligt.

Fernwärme soll für viele Gebäude zur besten Lösung werden

Die Kommunale Wärmeplanung der Landeshauptstadt Potsdam setzt auf Fernwärme als wichtigen Baustein der künftigen Wärmeversorgung. „Mit der Kommunalen Wärmeplanung schafft Potsdam Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Wohnungswirtschaft. Sie zeigt, wo Fernwärme künftig eine besonders wichtige Rolle spielen kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Dass die EWP am HKW Süd in neue Wärmequellen investiert, ist dafür ein wichtiger Schritt. Denn die Wärmewende gelingt nur, wenn Planung, Erzeugung, Netze und Anschlüsse zusammengedacht werden“, sagt Lars Schmäh, Fachbereichsleiter Klima, Umwelt und Grünflächen der Landeshauptstadt Potsdam, bei der offiziellen Einweihung.

Für die EWP ist die Kommunale Wärmeplanung ein starkes Signal und ein klarer Auftrag. Das Unternehmen investiert deshalb in neue Wärmequellen wie Tiefengeothermie am HKW Süd, treibt den Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes voran und senkt die Anschlusskosten für Kundinnen und Kunden deutlich. Ziel der EWP ist es, Fernwärme für möglichst viele Potsdamer Immobilien zur besten Lösung zu machen: wirtschaftlich attraktiv, technisch sicher und einfach im Betrieb.

Potsdam, 13.07.2026

Veröffentlicht von:
Im Namen der Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP)

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