
Kleinere und ältere Haushalte verändern die Wohnraumnachfrage
Zahl der Potsdamer Haushalte wächst bis 2040 schneller als die Bevölkerung
Potsdams Haushalte werden künftig im Schnitt kleiner und älter – das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Haushaltsprognose der Landeshauptstadt Potsdam. Demnach steigt die Zahl der Wohnhaushalte bis 2040 von gegenwärtig rund 105.200 auf etwa 115.900. Das entspricht einem Zuwachs von rund 10.700 Haushalten beziehungsweise etwa zehn Prozent. Die Zahl der Haushalte wächst also schneller als die Bevölkerung, da die durchschnittliche Haushaltsgröße deutlich sinkt: von 1,8 auf 1,7 Personen je Haushalt. Für die Wohnungspolitik ist die Prognose eine zentrale Wissensgrundlage, um geeignete wohnungspolitische Maßnahmen daraus abzuleiten.
„Aus der Prognose folgt ein klarer Auftrag: Wir müssen die demografische Entwicklung unserer Stadt aktiv gestalten! Potsdam braucht ausreichend altersgerechten und barrierefreien Wohnraum. Zugleich muss unsere Stadt für Familien und junge Menschen lebenswert und bezahlbar sein – gerade beim Wohnen. Nur so sichern wir die Lebensqualität für alle Generationen unserer Stadt und erhalten sie als starken Wirtschafts-, Wissenschafts-, Kultur- und Tourismusstandort“, sagt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.
Besonders deutlich wächst laut Prognose die Zahl kleiner Haushalte. Mehr als 90 Prozent des gesamten Haushaltszuwachses entfallen bis 2040 auf Ein- und Zweipersonenhaushalte. Die Zahl der Einpersonenhaushalte steigt um rund 5.600 auf etwa 60.900, die Zahl der Zweipersonenhaushalte um rund 4.200 auf etwa 33.000. Größere Haushalte wachsen dagegen nur in deutlich geringerem Umfang. Einpersonenhaushalte bleiben damit die prägende Haushaltsform in Potsdam.
Auch die Altersstruktur der Haushalte verschiebt sich. Den größten Wachstumsbeitrag leisten Seniorinnen- und Seniorenhaushalte. Die Zahl der Haushalte von Menschen im Alter von 65 bis unter 80 Jahren steigt von 15.500 auf 19.800. Auch hochaltrige Haushalte nehmen langfristig zu – von 9.300 auf 10.400. Gleichzeitig bleiben Einpersonenhaushalte im Alter von 25 bis 64 Jahren die größte einzelne Nachfragegruppe auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt. Die Zahl der Haushalte mit Kindern wächst nur moderat.
Der Bedarf an kleineren Wohnungen wird tendenziell steigen. Altersgerechte und barrierearme Wohnangebote gewinnen an Bedeutung. Bezahlbare Starterwohnungen bleiben wichtig, ebenso Familienwohnungen– auch wenn ihre Wachstumsdynamik begrenzt ist.
Die Haushaltsprognose ist als Status-quo-Prognose angelegt. Sie beschreibt wahrscheinliche Entwicklungspfade auf Basis aktueller Daten und eines etablierten methodischen Ansatzes. Damit liefert sie keine exakten Vorhersagen, aber eine belastbare Grundlage, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und wohnungspolitische Entscheidungen fundiert vorzubereiten und Maßnahmen abzuleiten, die die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen: etwa für Neubau und Umbau, für eine bessere Nutzbarmachung von ungenutztem Wohnraum sowie für einen wirksamen Wohnraumschutz, wie ihn die Landeshauptstadt zum Beispiel mit ihren sozialen Erhaltungssatzungen und Zweckentfremdungsverbotssatzungen durchsetzt.
Potsdam, 23.04.2026Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam
2026-04-23
2026-04-23 20:31:23
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