Navigation überspringen
Potsdam, 10.04.2013

Frühlingswetterprognose: Mit Krötenregen ist zu rechnen!

Sobald es in den nächsten Tagen regnet, gibt es gewiss auch Krötenregen. So bezeichnete man einst das plötzliche Massenaufkommen von Amphibien. Angesichts des dramatischen Schwundes dieser Tiere ist dieses Phänomen nahezu vergessen. Der außergewöhnlich lange Winter hat dafür gesorgt, dass es aktuell wieder einmal auftritt. Sitzen doch inzwischen alle Amphibien gleichzeitig in den Startlöchern, um zur Frühjahrswanderung aufzubrechen. Bei Regen und Temperaturanstieg werden sie in Massen ihre Winterquartiere verlassen und zu den Laichgewässern streben. 

Normalerweise machen sich die "Frühaufsteher" unter den Amphibien, frühlaichende Arten wie Erdkröte, Grasfrosch und Teichmolch, schon Ende Februar oder Anfang März auf den Weg. Weil das in diesem Jahr witterungsbedingt nicht möglich war, kommen sie in diesen Tagen gemeinsam mit den "Langschläfern" aus den Winterquartieren. Denn die „innere Uhr“ der Tiere wird durch äußere Zeitgeber wie Temperatur und Feuchtigkeit synchronisiert. Und das heißt: Vor allem bei regnerischem Wetter und in den Abendstunden sind demnächst massenhaft Tiere unterwegs. Hohe Tagestemperaturen locken sie allerdings auch zu anderen Tages- und Nachtzeiten an die Oberfläche.

Angesichts dieser außergewöhnlichen Verhältnisse sollten sich alle Verkehrsteilnehmer an den Krötenzäunen und an den - in der Regel mit Warnschildern ausgewiesenen - Amphibienkorridoren an ungeschützten Straßen- und Wegabschnitten in den kommenden Tagen auf den Amphibienandrang einstellen. Rücksichtnahme heißt hier in erster Linie, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Auch erhöhte Aufmerksamkeit auf Radwegen kann vielen Tieren das Leben retten. Eidechsen überwintern bevorzugt in den Böschungen der Wege und suchen mit den ersten Sonnenstrahlen gerne warme Plätze auf. Blindschleichen kommen auf glattem Untergrund kaum vom Fleck und werden sehr häufig auf den Asphaltpisten überrollt.

In gewässerreichen Regionen können schon 10 bis 15 Kraftfahrzeuge pro Stunde mehrere tausend Amphibien das Leben kosten. Mit mehr als 30.000 Kleingewässern besaß Brandburg lange Zeit eine üppige Amphibienfauna, was sich unter anderem auch an bedeutenden Populationen der Weißstörche, Fischotter oder Ringelnattern widerspiegelte. Heute finden sich die meisten heimischen Lurche und Kriechtiere auf den oberen Rängen der Roten Liste. Der Straßenverkehr und die zunehmende Landschaftszerschneidung zählen zu den Hauptgefährdungsfaktoren. 

Doch auch den Aktivisten der Amphibienschützer machte der lange Winter zu schaffen. Noch werden Krötenzäune aufgebaut. Ehrenamtliche Unterstützung hierbei und bei der späteren Betreuung der Zäune ist jederzeit willkommen. Ansprechpartner vermitteln die Verwaltungen der Großschutzgebiete, die Naturschutzbehörden der Landkreise, die Brandenburger Naturwacht und die Naturschutzstation Rhinluch des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Potsdam, 10.04.2013

Veröffentlicht von:
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV)

Info Potsdam Logo 2013-04-10 11:07:34 Vorherige Übersicht Nächste


1808

Das könnte Sie auch interessieren:

Anglerprüfungen am 27. August und 22. Oktober:

Anglerprüfungen am 27. August und 22. Oktober:

Anmeldungen möglich 27.07.26 - Die Untere Fischereibehörde der Landeshauptstadt Potsdam bietet am 27. August und 22. Oktober dieses Jahres jeweils um 16.30 Uhr eine Anglerprüfung an. Da die Plätze begrenzt sind, empfiehlt sich eine ...
Verkehrsprognose für die Woche

Verkehrsprognose für die Woche

vom 27. bis zum 2. August 27.07.26 - Potsdamer Chaussee Höhe Krampnitz Für die Anbindung des Stadtteils Krampnitz an das Straßennetz wird ein neuer Knotenpunkt auf der Potsdamer Chaussee (B2) zwischen Hannoversche Straße und Rotkehlchenweg ...
Verkehrsprognose für die Woche

Verkehrsprognose für die Woche

vom 20. bis zum 26. Juli 17.07.26 - Potsdamer Chaussee Höhe Krampnitz Für die Anbindung des Stadtteils Krampnitz an das Straßennetz wird ein neuer Knotenpunkt auf der Potsdamer Chaussee (B2) zwischen Hannoversche Straße und Rotkehlchenweg ...
Landeshauptstadt Potsdam untersagt Wasserentnahme

Landeshauptstadt Potsdam untersagt Wasserentnahme

Aus Seen, Flüssen und Gräben 17.07.26 - Die Landeshauptstadt Potsdam hat als Untere Wasserbehörde die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern mit Pumpvorrichtungen zu Bewässerungszwecken per Allgemeinverfügung untersagt. Die Verfügung ...
EWP empfiehlt sorgsamen Umgang mit Trinkwasser in Hitzeperioden

EWP empfiehlt sorgsamen Umgang mit Trinkwasser in Hitzeperioden

Trinkwasser-Tacho zeigt den Potsdamer Wasserverbrauch online 16.07.26 - Wenn die Temperaturen steigen, steigt meist auch der Trinkwasserverbrauch. Mit einem bewussten Umgang mit Trinkwasser können alle Potsdamerinnen und Potsdamer dazu beitragen, die Versorgung zu entlasten und unsere wertvolle ...

 
Facebook twitter