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Potsdam, 11.07.2012

Eichenprozessionsspinner im Brandenburger Wald mit Erfolg bekämpft

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger kann gute Erfolge der Pflanzenschutzmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner in den Wäldern feststellen. Das Problem bleiben die Ausschlussflächen und die weiterhin anhaltende Zunahme des wärmeliebenden Schmetterlings. Seit heute liegt auch eine Broschüre zum Eichenprozessionsspinner in Brandenburg vor.

Im Zeitraum vom 3. bis 11. Mai wurden Forstflächen mit dem Bakterienpräparat Dipel ES behandelt. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erfolgte aus der Luft über von wiederholtem Kahlfraß bedrohten Eichenwäldern des Landes in den Regionen Zootzen, Dechtow, Fehrbellin, Raben, Niemegk und Dahlen. Eine fachlich vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde erarbeitete Prognose, entsprechend den Vorgaben der guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz, war Grundlage des Hubschraubereinsatzes auf insgesamt 770 Hektar Waldfläche. Ziel der Bekämpfung war die Verhinderung von Schäden in betroffenen Eichenwäldern und der Erhalt der Waldfunktionen - das heißt auch der Erholungsfunktion. Der Belaubungszustand behandelter Waldflächen ist im Vergleich zu Waldflächen, die auf Grund von Abstandsauflagen von der Bekämpfung ausgespart werden mussten, deutlich besser, so ein erstes Fazit der Landesforstverwaltung. Dies wird sich auf die Vitalität dieser Wälder intensiv auswirken.

Selektiv wirkendes Mittel eingesetzt – Gegenspieler nicht ausreichend 

Dipel ES ist für Menschen nicht giftig, gilt aber als hautreizend bei unmittelbarem Kontakt. Während der Behandlung und zur Sicherheit bis zu zwei Wochen danach waren die mit dem Präparat behandelten Waldgebiete deshalb gesperrt. 

Die Forstverwaltung des Landes hat ganz bewusst auf das zwar teuere, aber selektiv wirkende Bakterienpräparat Dipel ES gesetzt. Dieses Mittel trifft nur Schmetterlingsraupen, die im Zeitraum von bis zu zehn Tagen nach Ausbringung die benetzten Blätter fressen. Die Alternative zur Behandlung sind von Ende Mai bis zum Einsetzen des Johannistriebs Mitte Juni kahl gefressene Eichen und damit über diesen gesamten Zeitraum das Fehlen der Nahrung für alle blattfressenden Insekten. 

Erfahrungen aus den vorangegangenen Jahren zeigen, dass in den behandelten Waldgebieten die natürlichen Gegenspieler wie Raupenfliegen, Schlupfwespen und Ameisen nicht beeinflusst werden. Raupenfliegen und Schlupfwespen fliegen auf der Suche nach einem Wirt - den Raupen und Puppen des Spinners - auch in die Nachbarbestände.

Ohnehin sind die natürlichen Gegenspieler des Eichenprozessionsspinners, die das Ende der Massenvermehrung einleiten können, bisher nicht in ausreichender Zahl vorhanden. In welchem Zeitraum sich das Ökosystem anpassen kann, ist derzeit nicht absehbar.

Klimawandel begünstigt die Verbreitung

Das Schadgeschehen beim Eichenprozessionsspinner zeigt deutlich, wie sich mit dem Klimawandel einhergehende Witterungsextreme auf Ökosysteme auswirken können. Hier sind es mit großer Wahrscheinlichkeit die seit Jahren zumeist deutlich über dem langjährigen Mittel liegenden Temperaturen im April. Dann schlüpfen die winzigen Räupchen aus dem Ei und finden so ideale Bedingungen, um die Wartezeit bis zum Austrieb der Eichenblätter zu überstehen. Der in jüngster Zeit früher einsetzende Laubaustrieb der Eiche kommt den Raupen zusätzlich zugute.

Prognose für 2013 - Arbeitsgruppe erweitert

In den Forstrevieren haben mit der Kartierung von Fraßschäden sowie von Vorkommen schon jetzt die Vorbereitungen für die Prognose und damit die Vorbereitung von Gegenmaßnahmen im Frühjahr 2013 begonnen. Für die landesweite Bekämpfung, auch außerhalb von Forstflächen, wird die bereits bestehende Arbeitsgruppe aus Vertretern verschiedener Landesministerien unter Federführung der Landesforstverwaltung, die derzeit über die am weitesten gehenden Erfahrungen bei der Bekämpfung verfügt, neu aufgestellt und erweitert.

Informationsbroschüre zum Eichenprozessionsspinner 

Auf der Grundlage der verfügbaren Informationen hat die Arbeitsgruppe eine Broschüre zum Thema vorgelegt. Sie soll Bürger, Waldbesitzer, kommunale Verwaltungen, Gesundheitsämter über Verbreitung und Schadwirkungen informieren und Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und mögliche Bekämpfungsmaßnahmen zeigen. Das etwa 20 Seiten starke Heft wird Kreisverwaltungen und Gesundheitsämtern kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie ist außerdem in den Oberförstereien des Landesbetriebs Forst Brandenburg, beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung und beim Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft erhältlich.

Potsdam, 11.07.2012

Veröffentlicht von:
Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg

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