Fabelwesen - Ausstellung über Monster & Mythen
Bahnhofspassagen Potsdam
Bahnhofspassagen Potsdam Bahnhofspassagen PotsdamDie Veranstaltung ist bereits zu Ende.
Vom 14.07. bis 12.08.2010 zeigen die Bahnhofspassagen in 13 Szenarien Fabelwesen aus der griechischen Mythologie sowie 6 weitere Fabelwesen, welche nicht den Griechen zugeordnet werden können. Bei den Fabelwesen handelt es sich um aufwändige Großskulpturen der Sagen und Mythen. Inmitten von fantastischen Landschaften aus Tempeln, Steinsäulen und mediterranen Pflanzen finden sich Halbwesen wie der Zentaurus – halb Mensch halb Pferd oder der Greif - halb Löwe halb Greifvogel. Aber auch die Medusa – eine abscheuliche Frauengestalt mit Schlangenhaaren – darf in dieser Runde nicht fehlen. Sie alle „zieren“ die Mall unseres Hauses.
Highlight der Ausstellung „Monster & Mythen“ ist der Zyklop am Westeingang der Bahnhofspassagen, der mit seiner Größe von vier Metern ein beeindruckendes Bild liefert. Am Nordeingang wacht der Minotaurus, ein Sohn des Zeus.
Schautafeln stellen den Überlieferungszusammenhang her und erklären auf welche Art und Weise die Fabelwesen Teil der griechischen Mythologie waren und welche Geschichte die weiteren Fabelwesen, wie der Werwolf, der Vampir oder auch Nessi und die Meerjungfrau in sich tragen.
Die Firma Bernd Wolter Design aus Rehburg nahe Hannover hat in den vergangenen Jahren mehr als 200 verschiedene prähistorische mit, Kunstharz verstärkte, Glasfasermodelle in Originalgröße gefertigt und ist somit der weltweit größte Hersteller prähistorischer Rekonstruktionen. Die detailgetreuen Modelle entstehen unter der Leitung von Fachwissenschaftlern.
Nun wurde die Frage aufgeworfen, wie man denn auf Fabelwesen kommt. Auf der Suche nach neuen Motiven kam der Vorschlag dazu von einem Designer aus dem Wolter Design Team. In Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Hannover ist diese Ausstellung erarbeitet worden.
Am Beispiel des Zyklopen wurde versucht, eine Ästhetik zu finden, die sowohl unserem heutigen Geschmack angepasst ist als auch die historischen Darstellungen der Fabelwesen berücksichtigt. Der Designer baute dann eine Form aus Styropor, die später mit Glasfaser verstärktem Polyester überzogen wurde. Bis ein vier Meter hoher Zyklop fertig ist vergehen schnell vier Wochen. Die einzelnen Arbeitsschritte werden zwischendurch immer von den Mitarbeitern des Museums begutachtet.
Die Diplom-Geologin/Paläontologin Annina Böhme vom Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover hat die Entstehung der Fabelwesen wissenschaftlich betreut und erläuterte uns, wie der Blick der Naturwissenschaft auf die griechische Antike ist:
„Die griechische Antike liefert uns, ebenso wie viele andere Kulturen, eine Vielzahl an Mythen und Darstellungen von Göttern und fabelhaften Wesen. Obwohl die reale Existenz von Fabelwesen nicht belegt werden konnte, lässt sich jedoch oft ein der realen Welt entsprungener, wahrer Kern vermuten. So, wie wir heute die Überbleibsel früheren Lebens deuten, haben die Menschen das auch schon früher getan. Wir wissen, dass Fossilien oft als Relikte von Fabelwesen wie Drachen und Einhörnern gedeutet wurden (hier in Europa weit bis in das 19. Jahrhundert hinein), obwohl es sich dabei meist um versteinerte Knochen eiszeitlicher Tiere wie dem Wollhaarnashorn und dem Höhlenbär gehandelt hat.
In der traditionellen chinesischen Medizin sind sogar heute noch „Drachenknochen“ zu finden. Bemerkenswert ist, dass sich sowohl unser "heutiges" Einhorn als auch unser "heutiger" europäische Drache aus den Vorstellungen der griechischen Antike entwickelt haben.“
Auch Die Frage, ob die Fabelwesen aus der puren Phantasie entsprungen sind, oder es doch Belege für die Realität in der Antike gibt, wurde durch Frau Böhme beantwortet:
„Belege ist vielleicht zu viel gesagt, aber es deutet vieles darauf hin, dass die Fabelwesen mit wenigstens einem wahren Kern in der Realität verankert sind. Der Zyklop bietet eine Vielzahl von denkbar möglichen Erklärungen für seine Entstehung. Es ist anzunehmen, dass die zentrale große Nasenöffnung, wie sie bei Elefantenschädeln zu finden ist, als eine einzige Augenöffnung gedeutet
wurde. Bei den Zentauren nimmt man hingegen an, dass die Beobachtung von Reitern die Inspiration für diese Mischwesen war. Auch die Azteken sahen in den berittenen Spaniern, die Mittelamerika eroberten, zunächst eine Art Mischwesen.“
In organisierten Führungen können Kindergruppen erfahren, warum diese Geschöpfe so sind wie sie sind, sich gezielt mit der griechischen Mythologie vertraut machen und viel Wissenswertes – auch über die weiteren ausgestellten Fabelwesen erfahren.
Folgende zur Ausstellung begleitende Aktionen finden statt:
Donnerstags und freitags von 10 – 12 Uhr
nach Voranmeldung für Gruppen unter Telefon 0331 - 2 33 79-0
* Erlebnisführung durch die Ausstellung
* Basteln eines Drachens für den eigenen Garten
* Lauschen einer interessanten Drachengeschichte
Donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr
Samstags von 10 bis 18 Uhr für Jedermann
* Erlebnisführung durch die Ausstellung
* Basteln eines Drachens für den eigenen Garten, Kostenbeitrag für Material: 2,– €
* Lauschen von interessanten Drachengeschichten
* Basteln von Steckdrachen als Spielzeug-Steckenpferd mit Drachenkopf
ca. 1-1,5m. Die handgefertigten Holzspielzeuge können fertig oder als Rohling käuflich erworben und vor Ort gestaltet werden, Preis: VB
Die Ausstellung ist im Zeitraum vom 14.07. bis 12.08.2010 täglich zwischen 9:30 und 20 Uhr geöffnet und kann von Jedermann kostenfrei besichtigt werden.