Eine deutsche Revolution
Hans-Otto-Theater
Hans-Otto-Theater Hans-Otto-TheaterDie Veranstaltung ist bereits zu Ende.
"Wenn in unserer Zeit etwas helfen soll, so ist es Gewalt." Georg Büchner,1833
Im Januar 1834 begegnen sich im hessischen Butzbach der Medizinstudent und geniale Feuerkopf Georg Büchner und der um zwanzig Jahre ältere Pfarrer und Schulrektor Friedrich Ludwig Weidig, zwei Persönlichkeiten mit konträren politischen Strategien und Taktiken. Resultat dieses konspirativen Treffens ist der berühmte „Hessische Landbote“, eine Flugschrift, deren revolutionäre Losung „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ die Staatsgewalt sehr schnell das Fürchten lehrt. Entsprechend sind die Reaktionen der Ermittlungsbehörden: Büchner – der eigentliche Verfasser – wird steckbrieflich gesucht und kann über die französische Grenze nach Straßburg fliehen. Weidig, Kopf und Organisator der hessischen Verschwörung, wird durch Spitzel verraten, mit vielen seiner Mitstreiter in Darmstadt inhaftiert und von dem berüchtigten Untersuchungsrichter Georgi gefoltert. Unter nie ganz geklärten Umständen kommt er dort ums Leben, vier Tage nach Büchners Tod, der im Schweizer Exil mit dreiundzwanzig Jahren an Typhus stirbt.So weit die Fakten dieses überaus spannend erzählten Geschehens, das nicht nur ein großes zeitloses Gleichnis auf das Scheitern deutscher Revolutionen ist; es ist auch ein Fanal für den Widerstand gegen jegliche staatliche Willkür und Repression, die ein Leben in Freiheit und Würde verwehrt.
Die Uraufführung „Eine deutsche Revolution“ ist als Doppelprojekt mit Büchners Revolutionsstück „Dantons Tod“ im Spielplan des Hans Otto Theaters.
"′Eine deutsche Revolution′ von Kasimir Edschmid (1890-1966) ist einer der großen historischen Romane Deutschlands, „der die politische Tragik, die ewig gescheiterten Kämpfe um die Wiederherstellung der Freiheit und der Menschenwürde des armen, ewig geschlagenen deutschen Volkes beschreibt, das durch die Jahrhunderte so töricht der tumbe Michel war, seine dümmsten Tyrannen auf den Thron zu heben und seine klügsten Volksfreunde in den Staub zu treten oder ins Exil zu schicken." Hermann Kesten
Dauer ca. 90 Minuten
keine Pause