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Hans-Otto-Theater

Die Satanischen Verse

Mit der Maus drüber fahren!

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Der moderne Mensch im Spannungsfeld verschiedener Kulturkreise: Salman Rushdie hat in seinem Roman „Die Satanischen Verse“ über den Kampf zwischen Moderne und Antimoderne geschrieben.Am Beispiel von zwei in London lebenden Exil-Indern, Gibril und Saladin, die beide als Verwandlungskünstler tätig sind, ersterer als Filmschauspieler, letzterer als Stimmenimitator, dekliniert Rushdie die Bedeutung von Religion und Mystik, von Macht und Geld, von Realismus und Utopie, von Liebe und Tod durch. Salman Rushdie erreicht mit dem dramaturgischen Startpunkt des Romans, der Explosion eines Jumbojets durch einen terroristischen Anschlag auf dem Weg von Bombay nach London, ein Zerrbild des 20. Jahrhunderts. Ein hochmodernes Flugzeug, das erlaubt, innerhalb kurzer Zeit zwischen Kultur, Religion, Gesellschaft und Arbeitswelt zu wechseln, wird in die Luft gesprengt, weil Terroristen die moderne Zivilgesellschaft ausradieren wollen. Getötet werden dabei zwei Wanderer zwischen den Welten und Kulturen, Gibril und Saladin, die sich in der Moderne einrichteten und ihre Wurzeln verdrängten. Das Zerrbild ist aber noch nicht zu Ende, denn da, wo nach Wissenschaftlichkeit und Rationalität der Tod eintreten müsste, überleben sie: Gibril ist zum Engel geworden, Saladin zum satyrhaften Satan. Salman Rushdie begleitet die Antipoden durch die moderne sowie durch die archaische Welt und lässt sie Tür für Tür dieser Welten öffnen, die des Mohammed, der Filmproduzenten, der geliebten Frauen, der Heilsfiguren.

Salman Rushdies Roman erlangte seine Bekanntheit vorrangig aus der Fatwa, mit der führende Vertreter der islamischen Geistlichkeit den Autor nach der Erstveröffentlichung 1988 belegten. Vor dem Hintergrund einer von Fundamentalismus und Terrorangst verunsicherten Welt wird dieses große anspielungsreiche Werk erstmals in einer szenischen Fassung vorgestellt. In den Erlebnissen der Hauptakteure spiegeln sich der Konflikt zwischen westlicher Welt und Islam ebenso wie die Gegensätze von Glaube und Zweifel, Kompromisslosigkeit und Anpassung, Glück und Sinnvakuum.

Die Stationen der Geschichte sind das London und Bombay unserer Tage sowie - innerhalb eines Traums - eine arabische Stadt, Jahilia genannt, zur Zeit der Entstehung einer neuen Weltreligion.

Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie, geboren 1947 in Bombay (heute: Mumbai), zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Literatur. Die Erzählweise seiner Romane, in denen er Mythos und Phantasie auf meisterhafte Weise verknüpft, lässt sich am ehesten mit dem Begriff "magischer Realismus" beschreiben. Zu seinen wichtigsten Werken neben den "Satanischen Versen" zählen die Romane "Grimus" (1975), "Mitternachtskinder" (1981), "Des Mauren letzter Seufzer" (1995) und "Der Boden unter ihren Füßen" (1999). Ab 1989, nach dem Erscheinen seines Romans "Die satanischen Verse", durch eine Fatwa des damaligen iranischen Staatschefs mit dem Tode bedroht, musste er für mehrere Jahre in erzwungener Isolation an wechselnden Wohnorten und unter ständigem Polizeischutz leben.Seit 2007 ist er als "Writer in Residence" an der Emory University in Atlanta/Georgia tätig. Er erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den bedeutenden Aristeion-Literaturpreis der EU für sein Gesamtwerk. Salman Rushdie gehört zu den Unterzeichnern des "Manifestes der 12" gegen den Islamismus als neue totalitäre Bedrohung, das 2006 in der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" veröffentlicht wurde. Bei den Unterzeichnern handelt es sich um Intellektuelle und Künstler, die vorwiegend aus dem islamischen Kulturkreis stammen.

Dauer ca. 3 h 35 min

inclusive Pause




Hans-Otto-Theater
Schiffbauergasse 11
14467 Potsdam
Tel: 0331/98 11 8

 
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