Das Käthchen von Heilbronn
Hans-Otto-Theater
Hans-Otto-Theater Hans-Otto-TheaterDie Veranstaltung ist bereits zu Ende.
»Wenn ich mich umsehe, erblick ich zwei Dinge: meinen Schatten und sie«, sagt Friedrich Wetter Graf vom Strahl vor Gericht über Käthchen, Tochter eines Waffenschmieds in Heilbronn. Als er sich bei ihrem Vater seinen Harnisch hatte richten lassen und sie seiner ansichtig wurde, warf sie sich ihm zu Füßen. Seither folgt sie ihm in maßloser Anhänglichkeit. Nun ist er angeklagt, sie durch schwarze Magie entführt zu haben. Käthchen aber läuft freiwillig hinter ihm her, nichts mehr ist ihr von Bedeutung außer ihm. Der Graf wird frei gesprochen und befiehlt ihr, sich von nun an von ihm fern zu halten. Unbegreiflich ist ihm dieses Mädchen und seltsam hingezogen fühlt er sich zu ihr. Doch als er einst in Schwermut und Krankheit darnieder lag, war ihm im Traum die Heirat mit einer Kaiserstochter vorausgesagt worden. Und in der schönen Kunigunde von Thurneck scheint er die Richtige gefunden zu haben. Noch weiß er nicht, dass Kunigunde ein falsches Spiel um Ländereien und Besitztümer mit ihm treibt, und auch sonst scheint nichts echt an ihr zu sein. Als auf der Burg zu Thurneck ein Feuer ausbricht, geht Käthchen durch die Flammen, rettet wie durch ein Wunder ein Bildnis des Grafen – und bleibt verschont. Dann jedoch erblickt Käthchen im Zufall das Grauen hinter der schönen Fassade Kunigundes und ist ihres Lebens nicht mehr sicher.Mit traumwandlerischer Kraft, »mächtig durch gänzliche Hingabe«, bringt Käthchen in einer der rätselhaftesten Liebesgeschichten der Weltliteratur ihrem Grafen Erlösung. Kleists Figuren sind aus dem Paradies Vertriebene, die in Augenblicken erschütternder Träume und in tiefer Unwissenheit zu Erkenntnissen gelangen, die ihnen wohl mit dem bloßen Auge der Vernunft verschlossen geblieben wären.…dieses unbeirrbare Käthchen, von Friederike Walke gespielt, kann ganz gottergeben und doch herzbewegend handfest sein. Nichts kommt zu kurz in diesem Rittertraumgruselundliebesmärchen. Nicht das Tragische, nicht die Komödie. Es sind zwei sehr schöne Kleist- und Theaterstunden in Potsdam. (rbb kulturradio)Es ist ein Fest, Marianna Linden dabei zuzusehen, wie sie als Kunigunde von Thurneck daran verzweifelt, ihre schwindende Schönheit zu konservieren. (Märkische Allgemeine Zeitung)Den Grafen Wetter vom Strahl gibt Dennis Herrmann mit großer Überzeugungskraft und Emotionalität als eine Rittergestalt unserer Tage.(Zitty Berlin) Spielort Neues Theater