Dantons Tod
Hans-Otto-Theater
Hans-Otto-Theater Hans-Otto-TheaterDie Veranstaltung ist bereits zu Ende.
"Wir sollten einmal die Masken abnehmen, wir sähen dann wie in einem Zimmer mit Spiegeln überall nur den einen uralten, zahllosen, unverwüstlichen Schafskopf, nichts mehr, nichts weniger. Die Unterschiede sind so groß nicht, wir sind alle Schurken und Engel, Dummköpfe und Genies, und zwar alles in einem." Camille Desmoulins in "Dantons Tod"
Kein „Revolutionsstück“! – Als das Drama einsetzt, sind schon fünf Jahre nach dem Sturm auf die Bastille vergangen, als es Büchner schreibt, fünfundvierzig Jahre vergangen und keine revolutionäre Erhebung mehr in Sicht, die den klaffenden Gegensatz zwischen einer kleinen reichen Oberschicht und einer großen verarmten Unterschicht in Deutschland auflösen könnte. Das Stück beginnt, als Danton alle politischen Aktivitäten eingestellt hat. Denn er weiß, dass nicht er die Revolution gemacht hat, sondern sie ihn, und dass sie zur Lösung des wichtigsten politischen Problems, der „Magenfrage“ nicht im Stande ist. Dantons Gegenspieler Robespierre wiegelt - um die Fortsetzung der Revolution kämpfend -das Volk gegen ihn auf und lässt ihn und seine Anhänger in einem Schauprozess zum Tode verurteilen. Danton nimmt sein Handeln wie sein Nichthandeln nur noch als Rollenspiel in einem Spiel fremder Mächte wahr: „Das ist ganz artig und passt für uns, wir stehen immer auf dem Theater, auch wenn wir zuletzt im Ernst erstochen werden.“
"Büchners Dichtung ist die Tragödie des Revolutionärs. Denn nicht als Märtyrer der Revolution stirbt Danton, er fällt ihr zum Opfer, vernichtet doch die Revolution selbst den Revolutionär, der zu verhindern sucht, dass sie sich in Tyrannei verkehre. Verräter ist er nicht, weil er sich – wie das Volk argwöhnt – mit dem König und dem Ausland verbündet hätte, sondern weil er im Vernichtungstaumel treu geblieben ist jenem Glück, das er allen Menschen gönnt, wenngleich er es vor ihnen schon genießt." Peter Szondi
Dauer ca. 2 h
keine Pause