Aus allerhöchster Schatulle – Kaiserliche Geschenke
Potsdam Museum
Potsdam Museum Potsdam MuseumDie Veranstaltung ist bereits zu Ende.
„Das fruchtbringende Verhältnis zwischen Kaiserhaus und Potsdamer Bürgertum spiegelt sich den schillernden Kleinodien, die in dieser filigranen Ausstellung zu sehen sind", so Gabriele Fischer bei der Eröffnung der Sonderausstellung des Potsdam-Museums im Museumshaus im Holländischen Viertel mit dem Titel „Aus allerhöchster Schatulle - Kaiserliche Geschenke".
Mehr als 100 seltene Objekte, darunter etwa 60 Schmuckstücke, die vom deutschen Kaiserhof verschenkt wurden, sind in der Ausstellung zu sehen. Die Exponate waren vorrangig für bürgerliche Personen bestimmt, die sich Verdienste um die Person des Kaisers und das Haus Hohenzollern erworben hatten. Bei den ausgestellten Geschenken handelt es sich um mit Edelsteinen besetzte Zigarettenetuis, Anstecknadeln, Manschettenknöpfe und Broschen aus den Werkstätten der im Kaiserreich führenden Hofjuweliere und Goldschmiede.
Darüber hinaus präsentiert das Museum kostbare Vasen sowie Tassen mit verschiedenen Dekoren aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM), keramische Erzeugnisse aus der Majolikafabrik im ostpreußischen Cadinen sowie gerahmte und handsignierte Fotografien Kaiser Wilhelms II. An ausgewählten Beispielen wird dargestellt, wer zur damaligen Zeit welche Art von Geschenk zum jeweiligen Anlass erhielt.
Der Kaiser selbst gab den Grund für eine Schenkung an und beauftragte den Chef des Zivilkabinetts, die Art des Geschenkes auszuwählen. So erhielt der Potsdamer Techniker Pütter nach erfolgter Restaurierung der Hof- und Garnisonkirche im Dezember 1898 für seine „umsichtige Tätigkeit bei der Zusammenstellung der Kronleuchter und des Altargitters", eine kostbare Anstecknadel verliehen. Bei allen Geschenken sollte natürlich auf den ersten Blick die Identität des Schenkenden erkennbar sein. So waren die Anstecknadeln, die auch Busennadeln genannt wurden, mit dem Monogramm des Kaisers oder der Kaiserin geschmückt. Geschenke aus dem Kaiserhaus waren zudem Ausdruck höfischer Pracht, sie hatten das Ziel, den Empfänger zu beeindrucken. Das taten sie zum einen auf Grund ihrer wertvollen Materialien und der edlen Verarbeitung, zum anderen durch die außergewöhnliche Herkunft. Zu den häufigsten Ehrengaben, die vor allem für bürgerliche Empfänger bestimmt waren, zählen die vom Kaiserhaus als Auszeichnung überreichten Porzellantassen. Verziert mit dem Bildnis des Kaisers und auf dessen persönliche Anweisung verliehen, suggerierten sie dem bürgerlichen Untertanen, als ein wichtiger Teil des kaiserlichen Hofstaates wahrgenommen zu werden. Das ausgeprägte Gespür Wilhelms II. für wirkungsvoll eingesetzte Gunstbeweise sollte sich zu einem wichtigen Bestandteil seiner Regierungstätigkeit entwickeln und wurde von ihm als eine wesentliche Stütze zur Wahrung der Monarchie angesehen.
Die Funktion Potsdams als Residenzstadt der Hohenzollern bildet einen weiteren Themenkreis der Ausstellung. Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmten die königlichen Wohnsitze, die kaiserliche Hofhaltung und die militärischen Paraden den Charakter der Stadt Potsdam. Zahlreiche Händler trugen den Titel des Hoflieferanten und waren in vielfältiger Weise für den kaiserlichen Hof tätig. Zentrum des politischen Geschehens und des höfischen Lebens war das Neue Palais, das bis zum Sturz der Monarchie 1918 Hauptwohnsitz der kaiserlichen Familie blieb.
Die größtenteils aus der Privatsammlung von Jörg Geller stammenden Objekte wurden durch Exponate von Robert Mehrpahl und aus den Beständen des Hauses Hohenzollern und des Potsdam-Museums ergänzt. Als Kurator konnte das Potsdam-Museum den ausgewiesenen Hohenzollern-Spezialisten Jörg Kirschstein gewinnen.
1. August 2008 bis 4. Januar 2009, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Eintritt 4 EURO, ermäßigt 2 EURO, Kinder bis 6 Jahre Eintritt frei
