













23.07.2008 - Was vor drei Jahren kaum jemand glauben wollte, ist im Sommer 2008 nicht mehr zu übersehen: Auf dem Lehrstellenmarkt gab es eine Trendwende! Das Blatt hat sich gewendet. Die Betriebe bekommen massiv zu spüren, dass insgesamt weniger Lehrstellenbewerber an ihre Tür klopfen.
Es ist schwer, geeignete Lehrlinge zu finden, sagen 42 Prozent der Betriebe, die in diesem Frühjahr von der Handwerkskammer Potsdam zur aktuellen Ausbildungssituation befragt wurden. Diese Aussage widerspiegelt die deutlich geänderte Situation, denn in den Jahren zuvor war es stets die schwierige Wirtschaftslage gewesen, die Unternehmen als Hinderungsgrund angaben, warum sie keine oder keine zusätzlichen Lehrstellen anbieten.
Die demografische Entwicklung mit ihren drastisch gesunkenen Schulabgängerzahlen stellt auch das Handwerk im Land Brandenburg vor eine neue Situation. Das widerspiegelt sich in den Lehrstellenbörsen der drei brandenburgischen Handwerkskammern im Internet, die Anfang Juli noch prall gefüllt waren mit attraktiven freien Ausbildungsplätzen: In Cottbus waren es 278, in Frankfurt (Oder) 250 und in Potsdam 357 Lehrstellen. Also insgesamt 885 Ausbildungsangebote kurz vor Ferienbeginn! Eine Zahl, die betroffen macht und den Ernst der Situation zeigt. Da gibt es Angebote und auch Bewerber, aber sie passen nicht zusammen. Das Handwerk braucht natürlich Jugendliche mit geschickten Händen, aber das allein reicht schon lange nicht mehr! Wer mit den Naturwissenschaften auf Kriegsfuß steht, hat wenig Chancen als Kfz-Mechatroniker oder Elektrotechniker.


