Der Stechlin
Hans-Otto-Theater
Hans-Otto-Theater Hans-Otto-TheaterDie Veranstaltung ist bereits zu Ende.
"Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten - das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht." Theodor Fontane
Fontanes ironisches Bonmot überlässt es dem Publikum, Spannung zu entdecken: bei den politischen Wahlen zum Reichstag, bei der Brautwahl zwischen zwei attraktiven Schwestern, bei Karriere-Entscheidungen, bei der Alternative von Behandlungsmethoden einer tödlichen Krankheit.Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts lässt der alte Dichter die beschleunigte Zeit der Moderne anhalten. Erinnerungskultur als Voraussetzung für das Humane.Der sozial-demokratische Geist fordert die Adelsmacht heraus. Fontane ist bereit, sich dem Neuen zu öffnen, „immer demokratischer, ja radikaler“ zu werden, doch ihn schreckt am Fortschritt die Vision von „elektrisch beleuchteten Barbaren“. So verwebt er im geistreichen Smalltalk seiner „Sowohl als auch-Figuren“ privaten Klatsch mit Mythen und preußischer Geschichte.Mit dem Stechlin-See hat der Dichter sein Symbol für das Weltgeheimnis gefunden: eine von Witterungen abhängige Oberfläche, unerforschte Tiefen, unterirdische Verbindungswe-ge zu allen vulkanischen Turbulenzen.In dieser weltabgeschiedenen Gegend leben Typen, keine „Friseurköpfe“. Vor allem dem märkischen Junker Dubslav von Stechlin, geldknapp aber ichstark, gibt Fontane viel von der eigenen Substanz mit auf den Weg ins letzte halbe Jahr seines Lebens.
Mit dem Stechlin-See hat der Dichter sein Symbol für das Weltgeheimnis gefunden: eine von Witterungen abhängige Oberfläche, unerforschte Tiefen, unterirdische Verbindungswege zu allen vulkanischen Turbulenzen.In dieser weltabgeschiedenen Gegend leben Typen, keine „Friseurköpfe“. Vor allem dem märkischen Junker Dubslav von Stechlin, geldknapp aber ichstark, gibt Fontane viel von der eigenen Substanz mit auf den Weg ins letzte halbe Jahr seines Lebens.
Mit der Uraufführung "Der Stechlin" setzt das Hans Otto Theater seine Reihe mit Dramatisierungen der Romane von Theodor Fontane, die mit "Frau Jenny Treibel" und "Effi Briest" in den vergangenen Spielzeiten erfolgreich begonnen wurde, fort.
