Eine Familie
Hans-Otto-Theater
Hans-Otto-Theater Hans-Otto-TheaterDie Veranstaltung ist bereits zu Ende.
»The pursuit of happiness«, das Streben nach Glück, gesteht die amerikanische Verfassung als unveräußerliches Recht allen ihren Bürgern zu. Was so einfach und utopisch schön daherkommt, erweist sich in der Realität der Familie Weston in Osage County in Oklahoma als verteufelt schwierige Mission. Vater Beverly Weston, ein Dichter, Dozent und »Weltklasse-Alkoholiker«, ist schweigend gegangen, wohin, weiß man nicht. Mutter Violet, ein tablettensüchtiges Wrack von hart zuschlagendem Witz, ruft die drei erwachsenen Töchter und ihre Schwester samt Familien zuhilfe. In der flirrenden Augusthitze der Prärie, in der Dämmerung des abgedunkelten Hauses, im Warten auf Nachricht vom Vater, prallen Glücksideale, Lebensläufe und Überlebensstrategien von drei Generationen aufeinander. Nach und nach kommen Erinnerungen, Wahrheiten, Lebenslügen zum Vorschein, enthüllen sich überraschende Zusammenhänge und verbreitet sich der ganz normale Irrsinn einer ganz normalen Familie. Tracy Letts erzählt in seinem mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Stück mit scharfem Blick, grimmigem Humor und tiefer Liebe zu seinen Figuren in bester Broadway-Boulevard-Tradition eine große Geschichte von der unbesiegbaren menschlichen Sehnsucht nach Glück.Letts versteht sein Erfolgsstück als eine Huldigung an amerikanische Meistererzähler wie Tennessee Williams und William Faulkner. Es erlebte seine Uraufführung 2007 am weltberühmten Chicagoer »Steppenwolf Theater« und war anschließend zwei Jahre lang am Broadway zu sehen, wo es als »das aufregendste amerikanische Stück der letzten Jahre« gefeiert wurde.Das dreizehnköpfige Ensemble überzeugt mit berherzter Spielfreude und macht den dreistündigen Theaterabend zu einem kurzweilig-berührenden Ereignis. (Irene Bazinger, Berliner Zeitung)Alle Charaktere sind mit satirischem Stich treffend und komisch und rührend getroffen. Tina engel spielt sozusagen die grimmige Königin in diesem Familien-Schlamassel. [...] Das stärkste gefühlspensum aber muss Melanie Straub abarbeiten, die hier erstmals auf der Potsdamer Bühne steht. Sie spielt die gegen Mann und Mutter und Geschwister anrennende, sie liebende und an ihnen leidende Schwester. Hans Otto hat mit diesem tollen Braten von Stück einen Unterhaltungs-Knaller in petto. Ein Stück für die ganze Familie, selbst wenn sie schon geschieden ist, und sich alle längst die Wahrheit gesagt haben. (Peter-Hans Göpfert, rbb-kulturradio)Was nach todtrauriger Melancholie und Wut klingt, überrascht mit intellektuellem Witz und scharfzüngigem Humor. Dazu mit einer klug gebauten, multifunktionalen Bühne (Anke Grot), mit atmosphärisch aufgeladenen Musikeinspielungen (Christian Deichstetter), mit einer Regie (Barbara Bürk), die auf Tempowechsel und spannungsgeladene Effekte setzt, mit Schauspielern, die zu einer großartigen Ensembleleistung zusammenfinden - und doch, jeder für sich, mit eigenen, unverwechselbaren Charakterdarstellungen glänzen können. (Frank Dietschreit, MAZ)Es könnte ein Publikumsrenner werden. Am Premierenabend jedenfalls wurden die Schauspielerinnen und Schauspieler, die Regisseurin und die Ausstatterin mit langem, lautstarkem Applaus sowie zahlreichen Bravorufen gefeiert. (Klaus Büstrin, PNN)